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Türkei im Überblick
Allgemeines
Die Republik Türkei, Türkiye Cumhuriyeti, ist eine parlamentarische Republik. Hauptstadt und Regierungssitz ist die Stadt Ankara in Zentralanatolien. Das Land zählt 71,8 Millionen Einwohner. Türkisch ist eine der Turksprachen, die ihren Ursprung in Sibirien und Zentralasien haben. Seit Gründung der Republik Türkei am 29. Oktober 1923 werden im Türkischen lateinische Schriftzeichen genutzt. und haben. Seit Gründung der Republik Türkei am 29. Oktober 1923 werden im Türkischen lateinische Schriftzeichen genutzt.
99% der türkischen Bevölkerung sind Muslime, davon 70% Anhänger der sunnitischen Glaubensrichtung. Seit dem 3. Oktober 2005 laufen Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union.
Anreise
Die schnellste und bequemste Art der Einreise in die Türkei ist mit dem Flugzeug. Verschiedene Fluggesellschaften bieten von fast allen deutschen Flughäfen aus Direktflüge nach Ankara, İstanbul, İzmir, Bodrum, Antalya und Dalaman an. Die kürzeste Strecke mit dem Auto (1.800 km) führt durch das ehemalige Jugoslawien. Eine weitere Möglichkeit ist die Strecke über Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien (2.100 km). Von Venedig und Brindisi in Italien aus verkehren Autofähren. Zur Anreise mit der Bahn kann man den täglich verkehrenden Balkan-Express nutzen, der zwischen München und İstanbul verkehrt. Außerdem gibt es regelmäßige Verbindungen mit Reisebussen.
Geld und Devisen
Seit der Währungsreform von 2005 gilt in der Türkei die Neue Türkische Lira, die „Yeni Türk Lirası“ Es sind Geldscheine im Wert von 1,5,10,20 und 100 Lira (YTL) im Umlauf. Der Wechselkurs war im Oktober 2005: 1 Euro = 1,65 Lira(YTL).
In den Touristenorten kann man fast überall mit Euros bezahlen, dennoch empfiehlt es sich, einige Lira bereit zu haben. Bargeld lässt sich in gegen Gebühr in Wechselstuben und Banken tauschen oder vom heimischen Konto abheben. An Geldautomaten mit MAESTRO-Zeichen kann man, ebenfalls gegen Gebühr, mit der EC-Karte Geld abheben. Es ist nützlich, alle Umtausch- und Einkaufsbelege aufzubewahren, um den legalen Umtausch beim Rücktausch nachweisen zu können. Kreditkarten werden im Allgemeinen akzeptiert.
Klima
So unterschiedlich die Landschaften in der Türkei sind, so unterschiedlich ist auch das Klima. An der Ägäis und am Mittelmeer herrscht das mediterrane Klima vor. Im Sommer regnet es hier in der Regel nicht, die Lufttemperatur steigt in den Monaten Juli und August auf über 30 °C an, das Wasser hat eine Temperatur von ca. 25 °C. An der Küste des Schwarzen Meeres spricht man von dem pontischen Klima: Hier fallen Niederschläge von bis zu 2.500 mm im Jahr, die Durchschnittstemperatur der Luft und des Wassers liegt hier bei 25 °C in den Sommermonaten. Das kontinentale Klima in Inneranatolien sorgt für heiße, trockene Sommer und kalte, schneereiche Winter. Die Winter an den südlichen Küstenabschnitten sind mild, was viele Besucher zu einem Langzeiturlaub bewegt.
Beste Reisezeit
Die Türkei ist ein Ganzjahresreiseziel. Die Monate Juli und August werden im Zentrum, Süden und Südosten sehr heiß, wohingegen die Temperaturen am Marmarameer und am Schwarzen Meer angenehm sind. Ab Oktober setzen auf dem Uludağ (Marmararegion) die ersten Schneefälle ein, die die Region in eine schneesichere Wintersportregion verwandeln.
Geografie
Die Türkei misst 814.578 qkm. Der Bosporus und die Dardanellen-Meerenge trennen den europäischen vom asiatischen Teil. Vier Meere – das Schwarze Meer, das Marmara Meer, das Ägäische Meer und das Mittelmeer – umranden die Türkei. Die Gesamtlänge der türkischen Küste beträgt 8.333 km. Die anatolische Halbinsel, die von zahlreichen Flüssen und Seen durchzogen wird, steigt gen Osten stetig an. Zu den bedeutendsten Flüssen zählen der Tigris und der Euphrat. Der in 1.646 m Höhe gelegene Van-See (3.675 qkm) ist der größte Binnensee des Landes. Parallel zur Küste des Schwarzen Meeres erstreckt sich die nordanatolische Bergkette, parallel zur Mittelmeerküste das Taurusgebirge.
Höchster Berg der Türkei ist der Ararat/Ağrı Dağı mit 5.165 m, längster Fluss der Kızılırmak mit 1.150 km. İstanbul, Ankara, İzmir, Adana, Bursa und Antalya sind die größten Städte.
Feste und Feiertage
Offizielle Feiertage sind der 1. Januar (Neujahr), der 23. April (Unabhängigkeitstag und Tag der Kinder), der 19. Mai (Gedenken an Atatürk, Jugend- und Sporttag), der 30. August (Nationalfeiertag) und der 29. Oktober (Gründungstag der türkischen Republik).
Die wichtigsten religiösen Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und wechseln im Datum von Jahr zu Jahr: Diese sind das Opferfest, der Beginn des Ramadan und das Zuckerfest, mit dem der Ramadan endet.
Besonders sehenswerte Veranstaltungen sind die Kamelkämpfe in Selçuk (3. Wochenende im Januar), das Internationale Musik- und Folklorefestival in Silifke (Mai), das Internationale Jazzfestival in Antalya (Mai), das Aspendos Opern- und Ballettfestival im antiken Theater von Aspendos (Juni/Juli), die Wettkämpfe der Ölringer in Edirne (Mai/Juni), die Feierlichkeiten zu Ehren von Hacı Bektaş- ı Veli in Hacıbektaş (August), das Nikolausfest in Demre (Dezember) und die Derwischtänze in Konya (Dezember).
Wichtige Rufnummern
Notruf/Polizei: 155
Verkehrspolizei: 153
Notarzt: 112
Feuerwehr: 110
Auskunft über Bereitschaftsdienste der Ärzte und Apotheken: 118
Anmeldung eines R-Gesprächs: 115
ADAC-Notruf Istanbul: 0090 / 212 / 288 71 90
Geschichte
Eine der frühesten stadtähnlichen Siedlungen in der Türkei ist Çatalhöyük (um 6.500 v.Chr.). Die Reiche der Hatti, Hethiter, Phryger, Urartäer, Lyker, Ionier, Perser, Mazedonier, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen - um nur die Wichtigsten zu nennen - blühten und erloschen. Am 29. Oktober 1923 rief Kemal Atatürk die Türkische Republik aus, die sich gemäß seines Leitspruches „Frieden im Lande, Frieden auf der Welt“ zu einem modernen, westlich orientierten Staat weiterentwickelte.
Impfungen und Krankenversicherung
Schutzimpfungen für die Einreise in die Türkei sind prinzipiell nicht nötig. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung ist zu empfehlen.
Öffnungszeiten
Der wöchentliche Ruhetag ist der Sonntag. Behörden sowie kleinere Poststellen und Bankfilialen sind montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Geschäfte sind in den Küstenregionen und den größeren Städten oft durchgängig von 9.00 Uhr bis in die späten Abendstunden geöffnet, in ländlicheren Gebieten von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Die Museen haben meist zwischen 9.00 Uhr und 16.00 Uhr geöffnet, einige sind montags geschlossen.
Pass/Visum
Für die Einreise in die Türkei genügt für EU-Bürger im Allgemeinen ein gültiger Personalausweis. Dennoch wird die Mitnahme eines noch mindestens 6 Monate Gültigkeit besitzenden Reisepasses empfohlen, da bei Kontrollen im Land danach gefragt werden kann. Wer mit dem Auto anreist, benötigt KFZ-Schein, Führerschein und die Grüne Versicherungskarte, auf der die Türkei sowie alle weiteren Länder, die während der Anreise passiert werden, eingetragen sein müssen.
Telekommunikation
Münz- und Kartentelefone sind in der Türkei flächendeckend vorhanden, Telefaxgeräte finden Sie in Hotels und in den Hauptpostämtern. Deutsche Handys funktionieren in den Städten und touristischen Gebieten, sie stellen sich automatisch auf die türkischen Anbieter ein. Der Landescode von der Türkei nach Deutschland ist 00 49. Die Landesvorwahl der Türkei ist 00 90.
Strom
Die Stromspannung in der Türkei beträgt 220 Volt, ein Adapter ist nicht nötig.
Verkehr
Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen beträgt 90 km/h, in geschlossenen Ortschaften darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden.
Neben einer Fahrt mit der Türkischen Staatsbahn (TCDD) ist das Reisen mit dem Bus die günstigste Möglichkeit, um in der Türkei von einem Ort zum anderen zu gelangen. Auf längeren Strecken werden Zwischenstopps eingelegt, im Bus selbst werden häufig kleine Erfrischungen angeboten. Die Reisebus-Bahnhöfe (Otogar oder Terminal) der großen Städte liegen meistens am Stadtrand, sind aber in der Regel mit einem Zubringerbus der jeweiligen Gesellschaft bequem zu erreichen. In mittelgroßen und kleineren Städten liegt der Busbahnhof direkt im Zentrum. Außerdem fahren zahlreiche Fähren und Boote, zum Teil mit Schlafkabinen ausgestattet, viele Küstenstädte an. Die Fluggesellschaft Turkish Airlines (TK) fliegt von İstanbul, Ankara und İzmir in alle großen Städte der Türkei.
Im Stadtverkehr sollte bei einer Taxifahrt trotz Taxameter vor Fahrtantritt der Preis festgelegt werden. Preisgünstiger ist der Dolmuş, ein Kleinbus (erkennbar an dem gelb-schwarz-karierten Band), der auf einer festgelegten Route mit festen Haltestellen verkehrt. Solange noch Plätze frei sind, wird jeder mitgenommen, der sich am Straßenrand entsprechend bemerkbar macht.
Land der unbegrenzten Urlaubsmöglichkeiten
Die Türkei ist so vielfältig, dass jeder Urlaubstyp auf seine Kosten kommt. Von Entspannung am Strand bis zu rasanten Schipisten, von pulsierendem Nachtleben bis zu historischen Stätten bietet die Türkei alles, was das Urlauberherz begehrt. Die große Gastfreundschaft, das angenehme Klima und die weltoffene Kultur machen die Türkei zu einem besonderen Urlaubsparadies, welches man das ganze Jahr über genießen kann.
Karahayit nahe Pamukkale. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Reichlich Entspannung
Von vier Meeren umgeben, bietet die Türkei von Frühling bis Herbst Stranderholung pur. Wellness wird in der Türkei seit dem Mittelalter groß geschrieben: Neben vielen Thermalzentren finden sich überall im Land die Hamams mit der typisch türkischen Badekultur.
Reichlich Aktivität
Sportbegeisterte finden in der Türkei sicher das Richtige. Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft – Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten. Man wählt aus (oder kombiniert miteinander) Golf, Wandern, Schi laufen oder Snowboarden, Mountainbiking, Segeln, Rafting, Tauchen, Windsurfen, Klettern, Bergsteigen, Beachvolleyball, und, und, und.
Reichlich Kultur
Die Geschichte Kleinasiens ist eine der interessantesten: Das Land zwischen Asien und Europa beherbergte dreizehn Zivilisationen, die ihre Zeichen hinterließen. So finden sich dort Spuren frühgeschichtlicher Höhlenmalereien, griechische bzw. römische Bauten, osmanische Kunstwerke und vieles mehr. Dazu kommt das fassettenreiche Kunsthandwerk. Neun türkische Stätten hat die UNESCO zum Welterbe ernannt, darunter die historischen Bereiche von Istanbul und die Ausgrabungsstätte von Troja.
Reichlich Natur
Die reichhaltige Flora und Fauna der Türkei kann man am besten beim Besuch eines der zahlreichen Natur- und Nationalparks bestaunen. Mit ihren vielen Hochebenen, Bergen, Höhlen und Buchten lässt die Türkei die Herzen von Naturliebhabern höher schlagen. Die Tulpe hat ihren Ursprung in der Türkei und prägt auch das Logo des Landes.
Reichlich Genuss
Kulinarisch gibt es in der Türkei viel zu entdecken: An der Küste kommen leckere Fischgerichte auf den Tisch, ansonsten besteht die von vielfältigen Einflüssen geprägte Küche aus viel Gemüse und Fleisch. Nicht entgehen lassen sollte man sich die leckeren Süßspeisen.
Die Regionen der Türkei - ihre Besonderheiten
Die Türkei lässt sich in 6 Regionen unterteilen – eine Erleichterung, sich zu orientieren. Dabei hat jede Region ihre touristischen Besonderheiten.
Marmara
Die Marmararegion liegt im Nordwesten. Zu ihr zählt man auch Thrakien, den europäischen Teil der Türkei. Benannt ist sie nach dem Marmarameer, dem Binnenmeer zwischen Bosporus und Dardanellen. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region ist !stanbul. In Edirne (westlich von !stanbul) befindet sich die Selimiye Moschee, ein Bauwerk des berühmten Architekten Sinan. In Hereke, westlich von !zmir, werden Teppiche von Weltruf hergestellt. Tekirda" ist berühmt für die jährlich stattfindenden Weinfestspiele. Nahe der Hafenstadt Gönen mit ihren Thermalquellen liegt der Manyas See, an dessen Ufer sich ein berühmter Vogelschutzpark befindet.
Entlang der Küste des Marmarameeres reihen sich zahlreiche Strände und Urlaubsorte. Im Süden liegt das Uluda"-Gebirge, eines der sehr gut erschlossenen Schigebiete der Türkei.
Die Fatih Sultan Mehmet-Brücke in Istanbul. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Ägäis
Die südöstliche Küste der Türkei nennt man Ägäis: Kleine Buchten und Dörfer, Inseln, Steilküsten und goldfarbene Strände wechseln einander ab. Im Sommer sorgen böige Nordwinde für angenehme Erfrischung. Das Meer hat noch im Oktober eine durchschnittliche Temperatur von 20 °C. !zmir ist eine lebendige, moderne Stadt und ein bedeutendes Handelszentrum. Hier befindet sich das durch Homer unsterblich gewordene Troja, einst Hauptstadt eines großen Reiches. Die Stadt Pergamon glänzte als kulturelle, wissenschaftliche und künstlerische Hochburg. Zu den beliebtesten Urlaubszielen der Ägäis zählen Bodrum, Marmaris, Datça, Köycegiz und Fethiye.
Mittelmeer
Zwischen der Südseite der prachtvollen Taurusberge, deren Gipfel bis zu 3.700 m emporragen, und dem Mittelmeer erstrecken sich in selten schöner Landschaft feine Sandstrände und geheimnisvolle Buchten, antike Ruinenstätte und attraktive Ferienzentren. Antalya ist eine der bedeutendsten Städte und das größte Fremdenverkehrszentrum der Türkei. Die sehenswerte Provinz- und Hafenstadt Alanya liegt inmitten von Apfelsinen-, Zitronen und Bananenplantagen am Südhang des Taurusgebirges. Die Zahl antiker Stätten ist riesig, unter anderem befinden sich die berühmten Städte Perge, Side und Aspendos in dieser Region. 300 Sonnentage im Jahr machen sie zu einem Ganzjahresziel.
Schwarzmeer
Die Schwarzmeer-Küste im Norden der Türkei reicht von der türkischbulgarischen Grenze bis zur türkisch-georgischen Grenze im Osten. Malerische Fischerdörfer, einsame Buchten und kilometerlange Strände, die zum Schwimmen und Sonnenbaden einladen, reihen sich aneinander. Sinop, mit seinen geschützten Buchten, ist einer der bezauberndsten Badeorte. Dichte Nadel- und Laubwälder bedecken das zumeist parallel zur Küste verlaufende Küstengebirge. In feuchtem Klima und auf fruchtbarem Boden werden Agrarprodukte angebaut, darunter Tee, Tabak, Haselnüsse, Mais und Getreide.
Das Baudenkmal Kars Ani in Anatolien. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Zentralanatolien
Die Hochebene von Zentralanatolien ist reich an geschichtlichen Werten und den unterschiedlichsten natürlichen Schönheiten, wie die surrealistisch anmutende Tufflandschaft von Kappadokien. Am 13. Oktober 1923 wurde das im Herzen der Türkei liegende Ankara zur Hauptstadt und damit zum politischen Zentrum der Republik ernannt. In der Provinz Ankara stößt man auf bedeutende Siedlungen anatolischer Kulturen. Um 2000 v. Chr. zogen die über den Kaukasus gekommenen Hethiter auf die anatolische Hochebene und gründeten von hier aus ihr Großreich, das praktisch ganz Anatolien umfasste.
Ostanatolien
Auf dem Gipfel des Ararat (5.165 m) in Ostanatolien soll Noah mit seiner Arche gestrandet sein. Von hier aus brach er, nachdem die Wassermassen sich zurückgezogen hatten, über die I!dõr-Ebene in das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris auf. In Erzurum sind die Medressen (Unterrichtsstätten), die Grabbauten und die Moscheen aus seldschukischer und osmanischer Zeit sehenswert. An den Ufern des Van-Sees liegt die Stadt Van, ehemals Hauptstadt des Urartu-Reiches. Mit einer Länge von fünf Kilometern zählt die Stadtmauer von Diyarbakõr zu den längsten der Türkei.
Mehr als Strand und Sand - Erlebnis Natur
Über ein Viertel der Türkei ist bewaldet. Ein Drittel der Gesamtfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Natur zeigt sich sehr abwechslungsreich, denn die Regionen unterscheiden sich stark in der Vegetation. Hügelig zeigt sich die Marmararegion, mit Büschen und Wäldern. Der fruchtbare Ackerboden geht weiter östlich in Steppe über. Auch die Ägäis wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, an der Küste prägen Zypressen, Ölbäume und Weinreben die Landschaft.
Feenkamine in Kappadokien. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Am Schwarzen Meer herrscht ein kontinentales, feuchtes Klima, dort findet man große Wälder. Auf dem sehr fruchtbaren Boden werden Tee, Tabak, Mais und Haselnüsse angebaut. Zentralanatolien ist zum Großteil eine Steppenlandschaft, die mancherorts wüstenähnliche Züge annimmt. Vor allem Weizen, Gerste und Obst werden hier angebaut. Am Mittelmeer herrscht mediterranes Klima, wo Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Erdnüsse und Baumwolle produziert werden. In Südostanatolien, wo die Flüsse Euphrat und Tigris verlaufen, produziert man Weizen, Gerste, Wein, Oliven und Pistazien.
Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste im Nahen Osten. In den Hochebenen findet man wilde Blumen. Die Steppen werden von Sträuchern, Nadelwäldern und Schwarzkiefern geprägt.
Die Türkei hat eine Vielzahl von Landstrichen zu Naturparks erklärt. Campingmöglichkeiten und Hotels sind meist ausreichend vorhanden. Der Naturpark Gelibolu (Gallipoli), die Halbinsel im Westen Anatoliens bei Çanakkale, ist den Gefallenen des 1. Weltkrieges gewidmet. Der Park erinnert auf 33.000 ha Größe an die gefallenen britischen, australischen, neuseeländischen, französischen und türkischen Soldaten. Der Köprülü Kanyon liegt nördlich von Antalya. Dabei handelt es sich um eine tiefe Bergschlucht, über die eine eindrucksvolle Brücke führt.

Wasserfall in Anatolien. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
23 Areale wurden bisher zu Naturschutzgebieten erklärt. In ÇõIlõkara bei Antalya gibt es 400 verschiedene, teils endemische Pflanzen und monumentale Bäume. Der Kur"unlu-Wasserfall, ebenfalls in der Region Antalya, beeindruckt durch eine Bilderbuchlandschaft. Man hat hier sogar die Möglichkeit, hinter den Wasserfall zu gehen.
Von Abstiegen, Almauftrieben und Gipfelstürmen
Besucher der Türkei erwartet ein wahres Höhlenparadies - fast 40.000 Höhlen zählt das Land, die meisten im Taurusgebirge. Bei Güdül, nahe Ankara, wurden sie in der byzantinischen Zeit als Kirchen genutzt, was heute noch zu erkennen ist. Die !nsuyu-Höhle bei Burdur am Mittelmeer ist leicht zugänglich und beherbergt neun Seen, deren Wasser Heilkräfte zugewiesen werden. 
Folkloristischer Tanz in den Bergen. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Viele Dörfer am Rande der Berge haben sich ihre folkloristischen Bräuche bewahrt. Im Frühjahr wird das Vieh auf die bis zu 3.000 Meter hoch gelegenen Almen getrieben, im Herbst kehren die Herden in die Dörfer zurück. Die sattgrünen Wiesen erstrecken sich kilometerlang vor wundervoller Bergkulisse. Klare Gebirgsbäche rauschen an Berghütten vorbei. Für Ausländer noch ein Geheimtipp – die Einheimischen schätzen die Almen schon lange. Viele Türken fahren in die Berge, um im Hochsommer etwas Abkühlung zu erfahren. Am dritten Samstag im Juli findet auf der Hochalm von Sisda" am Schwarzen Meer ein großes Volksfest statt. Es ist beeindruckend, auf der 1.850 Meter hohen, weitläufigen Ebene die traditionell gekleideten Leute zu beobachten.
Die Türkischen Berge sind nicht nur für Klettertouren verschiedener Schwierigkeitsgrade, sondern auch zum Bergwandern und Camping gut geeignet. Oft befinden sich am Fuße der Berge Wälder und klare Quellen. Zudem ist die Bevölkerung dieser Regionen außerordentlich gastfreundlich und hilfsbereit.
Für bergsteigerische Aktivitäten ist auch die Gegend von Van, Bitlis und Hakkari in Ostanatolien interessant. Hier gibt es zwei Viertausender: Süphan (4.059 m) und Resko (4.168 m). Die Bergketten bieten mit ihren Schluchten, Hochalmen und Gletschern einen phantastischen Anblick. Weiter westlich erstrecken sich das Bolkar-Gebirge und die Ala-Berge mit dem 3.726 Meter hohem Demirkazõk bei Ni'de, welche für professionelles Felsenklettern besonders gut geeignet sind.
So "baut man einen Türken"
Die Felsengräber von Myra. In Myra wurde der heilige Nikolaus geboren. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Wußten Sie...
… die Tulpe aus der Türkei - nicht aus Holland – stammt? Seit dem 16. Jahrhundert finden sich Tulpenmotive auf Metall, Seidenstoffen und Fliesen sowie in Holz geschnitzt,
… die Kirsche von dem römischen Feldherrn Lucullus an der Schwarzmeerküste entdeckt und nach Europa exportiert wurde?
… der Kaffee vom osmanischen Hof aus die Welt erobert hat? Er gelangte Mitte des 17. Jahrhunderts über Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, nach Europa.
… der Tee heutzutage den Mokka als Nationalgetränk abgelöst hat? Nach Untergang des Osmanischen Reichs kam der Handel mit Jemen, dem Hauptlieferanten für Kaffee, zum Erliegen. Daher ließ Atatürk per Gesetz an der Schwarzmeerküste Tee anbauen.
… die Weintraube ihren Ursprung in Anatolien hat? Sie tauchen bereits auf Reliefs der Hethiter auf (ca. 2000 v. Chr.).
… Istanbul die einzige Stadt ist, die sich über zwei Kontinente erstreckt? Die Brücke über den Bosporus vereint Europa und Asien.
… der Stauferkaiser Barbarossa während des dritten Kreuzzugs 1190 in der Türkei starb? Er ertrank in den Fluten des Flusses Saleph.
… unser Heiliger Nikolaus in der Türkei geboren wurde? Er erblickte er am 6. Dezember 345 in Myra an der lykischen Mittelmeer-Küste das Licht der Welt und war aller Wahrscheinlichkeit nach bis zu seinem Tod als Bischof von Myra tätig.
… Tabak, Schokolade, Kaffee und andere Genussmittel vor knapp 100 Jahren mit den Klischees des exotischen Orients erfolgreich beworben wurden? Bestes Beispiel hierfür ist der Sarotti Mohr, gekleidet wie ein osmanischer Haremswächter.
… die heutige Bedeutung des Wortes „getürkt“ auf die einst weit verbreitete Redewendung „einen Türken bauen“ zurückgeht? Wolfgang von Kempelen konstruierte 1769 einen Schachautomaten mit einer lebensgroßen, türkisch aussehenden Puppe. Diese Puppe spielte so hervorragend Schach und besiegte jeden, selbst Friedrich II. und Napoleon. Tatsächlich saß im Inneren des Automaten ein kleinwüchsiger Meisterspieler, der die Schachfiguren mittels Magneten bewegte. Dieses Geheimnis wurde aber erst nach dem Versterben des Erfinders gelüftet.