Auf den großen Kulturrouten durch Andalusien

Der Herbst mit seinen goldenen, angenehmen Tagen mit wärmenden Sonnenstrahlen nicht selten bis in den Dezember, und das Frühjahr eignen sich besonders gut, die zahlreichen Kulturstätten Andalusiens inmitten seiner herrlichen Naturlandschaften zu besuchen. Mehrere große und kleine Routen verknüpfen die schönsten Gebiete dieser südlichen Region Spaniens, von denen zwei durch das sieben Jahrhunderte dauernde maurische Al Andalus führen: Die Route durch das Kalifat und die Route der Nasriden. Diese beiden Routen verbinden Anfang und Ende der Maurenherrschaft.

756 begründete der Omaijade Abd ar-Rahman I. in Córdoba, dem Ausgangspunkt der Route durch das Kalifat, das mächtige Emirat von Córdoba, das im 10. Jh. zum Kalifat wurde. Während dieser Jahrhunderte soll Córdoba als Brückenkopf zwischen Okzident und Orient die reichste und prachtvollste Stadt der westlichen Welt gewesen sein, mit nahezu einer Million Einwohner, Hunderten von Schulen und Universitäten, Bädern und gepflasterten, in der Nacht beleuchteten Straßen. Prachtvollstes Zeugnis aus jener Zeit ist die Mezquita von Córdoba, die ehemalige Moschee, in der sich eindrucksvoll die Baukunst der Omaijaden und ihre Philosophie widerspiegeln. Besonders die 856 rot-weißen Säulen in ihrem Inneren rufen beim Betrachter Erstaunen und Bewunderung hervor, vermitteln sie ein unvergleichliches Gefühl der Schwerelosigkeit und Weite, ein Losgelöstsein von allem Irdischen.

Neun Kilometer außerhalb von Córdoba liegen in den Ausläufern der Sierra Morena die Ruinen der Palaststadt Medina Azahara, die Abd ar-Rahman III, ein Nachfolger des Emirat-Begründers, im 10. Jh. für seine Lieblingsfrau bauen ließ. 25 Jahre hatten Tausende von Menschen an der prachtvollen Stadt gebaut, nur 40 Jahre nach ihrer Fertigstellung machten fanatische Berberheere sie dem Erdboden gleich. Heute kann man in der ruhigen Umgebung, in der die Ruinen seit einigen Jahren freigelegt und liebevoll restauriert werden, einen Eindruck von der einstigen Schönheit dieser Stadt mit ihren Säulen, Brunnen und Gärten gewinnen. Von hier geht die Route durch die Campiña, das fruchtbare Ackerland rund um Córdoba. Man kann auf zwei Alternativen die Route durch das Kalifat mit Ziel Granada fortsetzen und entdeckt ein bis auf die beiden großen Städte relativ unbekanntes Andalusien. Über die nördliche Hauptroute oder die südliche Nebenroute, die auf kleineren Seitenstraßen durch das Weingebiet rund um Montilla und durch typische blendend weiße Ortschaften führt. Beide Routen treffen bei Alcalá la Real wieder zusammen.

Die südliche Route führt zunächst durch Fernán Nuñez mit seinem prächtigen Herzogspalast aus dem 17. Jh. und durch das, auf einem Hügel gelegene Montemayor, dessen weißgetünchte Häuser die zinnenbekränzte Burg aus dem 14. Jh. umgeben. Weder seiner Burg noch den durchaus sehenswerten Palasthäusern, sondern seinem Wein verdankt Montilla seinen Ruhm. Die Besichtigung einer der Bodegas und Probe der Weine, die ähnlich dem Sherry nach dem Solera-Verfahren produziert werden, sollte auch der kulturbegeisterte Reisende nicht versäumen. Am bekanntesten ist neben den Finos und Amontillados von Montilla der süße Pedro Ximenez Wein. Eine Hochburg jüdischer Kultur war einst das knapp 35.000 Einwohner fassende Städtchen Lucena. Hier widmet man sich heute hauptsächlich der Herstellung von Keramik und der Kupfer- und Bronzeverarbeitung. Im Turm Torre del Moral wurde der letzte Nasridenherrscher Boabdil für kurze Zeit gefangen gehalten. Am kleinen weißen Dorf Cabra vorbei, erreicht man schließlich mit Priego de Córdoba einen weiteren erwähnenswerten Ort. Das Wahrzeichen dieser Kleinstadt mit ihrer langen musulmanischen Vergangenheit sind die herrlichen Brunnenanlagen der Fuente del Rey aus dem frühen Barock, die einen Besuch lohnen. Von hier erreicht man recht bald wieder die Nationalstraße 432 und damit den Hauptweg der Route der Kalifen.

Bleibt man von Córdoba aus auf dieser Hauptroute so gelangt man nach einer kurzen Fahrt durch die sanft gewellten Ackerlandschaft der Campiña in die wildschöne Karstlandschaft der Sierras Subbéticas, einem der zahlreichen Naturparks Andalusiens. Der erste Ort an diesem Routenabschnitt ist Espejo mit seiner von den Kalifen errichteten Burg, die hoch über der kleinen Ortschaft thront. Auch Castro del Rio besitzt wie alle Dörfer, die an dieser mittelalterlichen Grenzregion zwischen christlichem und maurischem Herrschaftsbereich liegen, seine Burg. Die Dorfchronik weiß zu berichten, dass Miguel de Cervantes, der Autor des Don Quijote, hier einst eine Woche unfreiwillig im Kerker verbracht hat, den man heute in den Gewölben des Rathauses besichtigen kann. Durch scheinbar endlose Olivenhaine geht es weiter nach Baena, einem weißen Städtchen, das weltweit für die hervorragende Qualität seiner Olivenöle berühmt ist. Ein Besuch der Ölfabrik Nuñez del Prado und ihrer alten Ölpresse sollten neben der Besichtigung der Kirche Santa Maria la Mayor, die einst Moschee war, nicht fehlen. Einer der zweifelsohne idyllischsten Orte inmitten der Sierra Subbéticas ist Zuheros, im 9. Jh. von den Mauren gegründet. Höhlenfreunde finden unweit des Ortes die „Fledermaushöhle“, „Cueva de los murciélagos“ mit interessanten Felsenmalereien und Ausgrabungsgegenständen. Wanderern sei ein Abstecher in die nahegelegene Bailónschlucht zu empfehlen.

Weitere geschichtsträchtige Orte, die eng mit der Maurenherrschaft verbunden waren, folgen mit Luque und Alcaudete, bevor Alcalá La Real, das Eingangstor zur fruchtbaren Vega von Granada die Reisenden erwartet. „Qualat“, die befestigte Siedlung, auf die der Name Alcalá zurückgeht, war sechshundert Jahre lang fest in maurischer Hand. Ende des 15. Jhs. zogen die Katholischen Könige Ferdinand und Isabella von hier aus, um die Schlüssel der Alhambra vom letzten Maurenherrscher entgegenzunehmen. Auf dem Weg Richtung Granada geht es jetzt durch fruchtbare, sattgrüne Landschaften an den Orten Colonera, Moclín mit seiner trutzigen Festigungsanlage, Pinos Puente, in dem eine alte Brücke aus der Kalifenzeit zu bewundern ist, und Güevéjar vorbei, das in arabischer Zeit den Namen Wahasar trug. Cogollos Vega wartet auf mit herrlichen Ausblicken auf den Naturpark Sierra Huétor und vielen Möglichkeiten zum Wandern, Fahrradfahren und Bergsteigen. Alfacar, der einstige „Weiler der Töpfer“ und Viznar schließlich sind die letzten Orte, bevor man Granada, das Ziel aller Routen durch Al Andalus und seine „rote Festung“, die Alhambra erreicht.


Costa de la Luz - Küste des Lichts

Die Costa de La Luz bildete während fast acht Jahrhunderten den Schauplatz des sowohl friedlichen als auch kriegerischen Zusammenlebens von Mauren und Christen. Im Inneren der Burg von Tarifa befindet sich die auf dem Fundament einer Moschee erbaute Kirche Santa María. Auf den Zinnen der Befestigungsanlage trug sich das wohl berühmteste Konfliktereignis der beiden Kulturen zu: Der christliche Ritter Guzmán el Bueno wirft von der Höhe der Zinne seinen Dolch hinunter in die Hände der Araber, damit sie seinen gefangenen Sohn töten. Es sind noch Reste der historischen Stadtmauern zu sehen.
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Sanlúcar de Barrameda. Foto: Tourspain
 
Von der kleinen Halbinsel Punta Tarifa und von der alten Festung aus kann man deutlich die Küste Afrikas erkennen. Tarifa hat sich wegen der kräftigen Ost- und Westwinde zu einem einzigartigen Paradies für Windsurfing und Unterwasserfischen entwickelt. Hier finden sogar Wettkämpfe auf internationaler Ebene statt. Tarifa bietet drei Strände an: Bolonia, Los Lances und La Plata . Die gesamte Costa de La Luz, von Tarifa bis Cádiz, deckt die Atlantikküste ab, wo zahlreiche Kampfstiere gezüchtet werden.

14 Kilometer von Tarifa entfernt, liegt die Bucht von Bolonia, in der sich Ruinen der römischen Stadt Baelo Claudia, des heutigen Freilichtmuseums, befinden. Darüber hinaus bietet Bolonia wunderschön ausgedehnte, weiße Sandstrände.

Ein weiterer bezaubernder Ort, welcher an der Küste liegt, ist Zahara de los Atunes, ein alter traditionsreicher Fischerort, in dem sich in den vergangenen Jahren Villen- und kleine Wohnviertel entwickelt haben.

An Barbate, Canos de Merca und Kap Trafalgar vorbei erreicht man das zehn Kilometer weit von der Küste entfernte Dorf Vejer de la Frontera. Es wird gesagt, dass dieser Aussichtsposten das am stärksten arabisch geprägte und gleichzeitig auch schönste Dorf sei. Die schönsten, Sehenswürdigkeiten des Ortes sind die Kirche Salvador, der Torbogen Arco de las Monjas und die Reste der mittelalterlichen Befestigung.
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                                             Das Kloster La Rábida. Foto: Tourspain
 
Einen Besuch wert ist auch der Küstenort Conil da la Frontera, ein nettes Fischerdörfchen, das sich in den letzten Jahren mit seinen zwei langen Stränden zu einem zentralen Urlaubsort entwickelt hat.

Der Nationalstraße folgend kommt man nach Chiclana, einer Industriestadt an dem Marschland, welches die Bucht von Cádiz umgibt. Die Stadt charakterisiert ihre Altstadt mit ihren weissen Fassaden und großen, gittergeschmückten Fenstern. In ihrer Nähe liegt einer der bekanntesten Strände der ganzen Küste, La Barrosa, und das verlassene Dorf Sancti Petri mit der gleichnamigen Insel. Auf dieser Insel steht eine Burg auf einem phönizischen Heiligtum erbaut, welches später die Römer Herkules weihten.

Die letzte Stadt vor der Provinzhauptstadt Cádiz ist San Fernando, das in den Seeschlachten der napoleonischen Kriege eine besondere Rolle gespielt hat. Die sehenswertesten Baudenkmäler von San Fernando sind die Pfarrkirche mit ihren Zwillingstürmen und die Burg San Romualdo. Darüber hinaus sind die Häuser von San Fernando, getünchte Ziegelbauten mit Natursteinportalen, vergitterten Fenstern und mit Tongefäße geschmückte Terrassen, charakteristisches Beispiel der Barockarchitektur in der gesamten Provinz Cádiz.

An Cádiz vorbei stößt man im weiteren Verlauf der Reise auf den Ort El Puerto de Santa María, der an der Mündung des Flusses Guadalete liegt. Dieser Ort hat sich zu einem Modeort entwickelt, welcher wegen seiner weißen, strahlenden Strände tausende Touristen anzieht. Die unter freiem Himmel stehenden Tische sind von Reisenden gut besucht, die die ortspezifischen Spezialitäten wie Bratfisch, Seezunge, Tintenfisch und eine grosse Vielfalt an Meeresfrüchten zu genießen wissen. Besonders typisch für diesen Ort ist der Fino, eine Variante des Sherry. El Puerto ist eine Seefahrerstadt, die Zeugin vieler Entdeckungsfahrten nach Übersee wurde. Von besonderer Bedeutung ist das Villenviertel Vistahermosa, der Yachthafen Puerto Sherry und das Kasino Bahía de Cádiz. Hinzu kommen noch die Baudenkmäler wie die im 13. Jahrhundert erbaute Burg San Marcos mit mozarabischen Resten sowie die Burg Dona Blanca, die Kirche Mayor Prioral, das Kloster Victoria und das Kapuzinerkloster.
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Die Kirche Mayor Rioral in El Puerto de Santa María. Foto: Tourspain
 
Sanlúcar de Barrameda ist eine alte Stadt, die ihren Namen von einem antiken, der Venus gewidmeten Tempel mit dem Namen lucero erhalten hat. Die Einwohner von Tartessos beteten diese Göttin an. Mit der Christianisierung erhielt der Ort den Namen San Lúcer, der sich schließlich zu Sanlúcar wandelte. Auch dieser Ort ist aus vergangenen Jahrhunderten eine mit den Seefahrten nach Amerika verbundene Stadt. Sie bietet sehenswerte Klöster an, die wie Paläste aussehen, enorm grosse Weinkellereien und Herrenhäuser. Die Stadt liegt am Hang und ihre Strassen führen von Castillo de Santiago , der einst mächtigen Burg, die heute aus Ruinen besteht, zum Stadtteil Bajo de Guía am Ufer des Guadalquivir, wo zahlreiche Restaurants mit guter Fischküche liegen.

Direkt an der Küste liegt Chipiona, von Weinbergen umgeben, die einen berühmten, moscatel genannten Muskatellerwein liefern. Darüber hinaus bietet die Stadt einen langen, feinen Sandstrand, die Kirche Nuestra Senora de la O, die Wallfahrtskirche Nuestra Senora de la Regla aus dem 14. Jahrhundert und den Leuchtturm.

An dem Nationalpark Coto de Donana und dem Wallfahrtsort Romería del Rocio vorbei erreicht man den kleinen aber besonderen Hafen Palos de la Frontera.

Von dem kleinen Hafen aus stachen am dritten August 1492 neunzig Seeleute in See, die unwissentlich zur Entdeckung Amerikas aufbrachen. Dieser Ort wird mit der Entdeckung der neuen Welt verbunden, denn sechzig der Männer, die Kolumbus begleiteten, kamen aus diesem kleinen, weißen, 27 Kilometer von Huelva entfernten Dorf.

Am nahen Flussufer des Rio Tinto befindet sich das Kloster la Rábida, in dem Kolumbus beherbergt wurde. In La Rábida werden Fresken des Malers Vázquez Díaz aufbewahrt, die Szenen der Entdeckungsreise darstellen.

Bei dem von Pinienhainen umgebenen Punta Umbría beginnt der letzte Abschnitt der Costa de La Luz. Das im 14. Jahrhundert gegründete kleine Fischerdorf hat sich zu einem bedeutenden Urlaubsziel entwickelt. Im Sommer verbinden die canoas genannten Boote den Ort mit Huelva.

Nach Huelva folgen noch drei sehenswerte Städte, das schon den Phöniziern bekannte Cartaya, mit seiner zuerst römischen und dann arabischen Festung, seinem makellosen Strand und seinem Hafen, El Rompido, der den Fluß vom Meer trennt. Der Ort Lepe ist ein Zentrum reicher Gemüseplantagen, und den Endpunkt der Costa de La Luz bildet Ayamonte, dessen weiße Häuser sich an einem Hang bis zum Hafen ziehen. Dieser Ortsname hat sich aus dem früheren Namen Anpotaman entwickelt, den die Griechen dem Ort gaben und der übersetzt soviel bedeutet wie "über dem Fluss". Seine Beliebtheit verdankt der Ort hauptsächlich seinen zwei Stränden, Canela und Moral, die sich bereits vor der Hauptsaison im Frühjahr mit Leben füllen.

Die andalusischen Renaissancestädte Úbeda und Baeza

Es könnte eine noble Piazza irgendwo im Italien des 17. Jahrhunderts sein: Die altehrwürdigen, steinernen Paläste und Adelshäuser im Renaissancestil verleihen der kopfsteingepflasterten, rechteckigen Plaza Vazquez de Molina, die direkt in die Plaza del Ayuntamiento übergeht, das hochherrschaftliche, elegante Ambiente. Es ist einer jener blauen Sonnenmorgen: Der Brunnen auf der Plaza plätschert vor sich hin, die weißen Tauben umfliegen die Frische des klaren Wassers und auf den Rosenbeeten, die die Plaza schmücken, spiegeln sich noch Wassertropfen.
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Der Fuente de los Leones - der Löwenbrunnen - in Baeza. Foto: Tourspain
 
Da ist der mächtige dreistöckige Palacio de las Cadenas, des spanischen Renaissancekünstlers Andrés de Vandelvira, der Úbeda, einer Stadt im Osten Andalusiens, seinen Stempel aufdrückte. Heute Rathaus, gehörte der prächtige Palast einst einem Sekretär Felipes II, dessen Familie, wie viele der ehemaligen Besitzer der Adelspaläste, in den Jahrhunderten nach der Rückeroberung Spaniens von den Mauren und der Kolonialisation der sogenannten Neuen Welt zu Reichtum gekommen waren. Gegenüber liegt im Schatten der mächtigen Bäume, die den Vorplatz schmücken, die Kirche Santa Maria de los Alcázares, an deren Stelle einst die arabische Festung stand. Die Längsseite der Plaza füllt der Palast del Constable Dávalos, der den staatlichen Parador beherbergt. Wer Zeit hat, sollte sich einen Kaffee oder Tee in seinem herrlichen Innenhof nicht entgehen lassen. Eines der herausragendsten Bauwerke der Renaissance stellt die Sacra Capilla del Salvador mit ihren beiden Rundtürmen dar. Andächtige Stille liegt über der Plaza Vázquez de Molina.

Andalusisches Leben, vor allem am Abend, findet man dagegen auf der Plaza Primero de Mayo, beliebter Treffpunkt für die Einwohner Úbedas, wo man seinen Cafe Sólo in der Sonne genießt oder einen langen Tag mit einem Sherry abschließt, natürlich ebenfalls zu Füßen von altehrwürdigen Renaissancepalästen. Wie etwa dem alten Rathaus, dessen Fassade einer italienischen Loggia ähnelt.

Ansonsten ist Úbeda ein ruhiges, beschauliches Städtchen. Fast im Dornröschenschlaf versunken, träumt es von einer großen Vergangenheit, deren steinerne Zeugen die Wappen auf den Fassaden der herrlichen Paläste, wie dem Palacio de Vela de Cobas, oder der Casa de los Salvajes sind. Immer wieder tauchen ihre steinernen, oft reich dekorierten Fassaden und Portale beim Spaziergang zwischen den weißen Häusern auf.

Nur einen Katzensprung weiter, ist man in Baeza, dem zweiten andalusischen Schmuckstück der Renaissance, inmitten einer von Arkaden geschmückten Plaza Kastiliens oder Aragons. Aber hier herrscht nicht die verträumte Stille, die einen in Úbeda gefangenhält. Unter den Laubengängen der Plaza de la Constitución finden sich Cafés und Restaurants, in denen Einwohner und Besucher der Stadt ihr Schwätzchen halten.

Der geschäftige Platz, früher Austragungsort für Stierkämpfe und andere Festlichkeiten, der ehemaligen Bischofs- und Universitätsstadt ist bester Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der nahezu 50 stattlichen Paläste aus dem 16. Jahrhundert. Über die kleine Plaza del Pópulo, auf der ein Brunnen, die Fuente des los Leones, aus dem 16. Jahrhundert plätschert und auf dem vier steinerne Löwen wachen, geht es vorbei an der plateresken Fassade der Casa del Pópulo und dem zinnenbegrenzten Arco de Villalar, der einst zu Ehren Karls V. errichtet wurde. Prachtvoll ist auch das Gebäude der alten Universität, an der einige Jahre der Dichter Antonio Machado lehrte. Schräg gegenüber aber wird man sicher die kunstvoll gearbeitete Fassade des Palacio de Jabelquinto bewundern. Nicht weit entfernt, an der Plaza Santa Maria lohnt der Kreuzgang der Kathedrale einen Besuch. Bewunderung verdient der wappengeschmückte Brunnen Santa Maria.

Es gibt noch einiges zu sehen in Baeza, das nur knapp 13.000 Einwohner zählt. Nicht umsonst wurde es, genau wie Úbeda aufgrund seines wie nirgendwo sonst in Spanien anzutreffenden einmaligen Renaissance-Ensambles aus Palästen, Adelshäusern und Kirchen im Juli dieses Jahres von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit ausgezeichnet. Vielleicht endlich ein Grund, die bisher kaum bekannte andalusische Provinz Jaén zu besuchen, mit ihren Olivenhainen soweit das Auge reicht. Deshalb bezeichnete Antonio Machado ihre Landschaften einmal als "gekämmtes Land". Ihre vergessenen Städtchen und die unter Naturschutz gestellten Sierras de Cazorla, Segura und Las Villas verdienen auf alle Fälle einen längeren Aufenthalt. Die Bergländer von Cazorla und Segura bilden mit ihren nahezu 214.000 Hektar Spaniens größten Naturpark, wo sich nach einem Besuch der beiden Schmuckstädtchen der Renaissance einige Tage in der grünen Natur als Alternativprogramm anbieten. Und nicht allzu weit davon locken auch schließlich die sonnigen Küsten der südlichsten Region Spaniens.

Andalusien - weiße Kleckse im Hinterland

Man sollte bei einem Andalusienurlaub vielleicht auch mal über den Tellerrand von schöner Küste und faszinierenden Großstädten blicken. Denn das Landesinnere ist ebenso vielfältig wie beeindruckend.
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Die Landschaft in der Provinz Huelva. Foto: Tourspain
 
Besonders erwähnenswert ist der Gebirgszug der Weißen Dörfer, welche in den Provinzen Málaga und Cádiz, zwischen Atlantik und Mittelmeer, liegen. Von weitem erkennt man weiße Kleckse in der Landschaft auf Gipfeln, an Hängen und Schluchten umrahmt von einer Landschaft aus Eichen und spanischen Tannen. Über den Städten thront meist eine Burg aus maurischer Vergangenheit, doch sonst sind es liebenswerte Details, die den Städten den besonderen Charakter verleihen. Steile und enge Gassen, Stege als Zugang zu Höfen und Wohnungen, Strebebögen, welche Fassaden abstützen, und rote Ziegeldächer auf strahlendweiß gekalkten Mauern.

Ronda beeindruckt durch seine Lage und die vielen Spuren der ereignisreichen Geschichte. Auf einer Schlucht erbaut, teilt diese die Stadt in zwei Teile. Einige der Stadttore aus dem 13. Jahrhundert sind noch gut erhalten, im tiefer gelegenen Teil des Orts befinden sich die fast ganz intakten arabischen Bäder aus derselben Zeit, und auch die arabisch-andalusische Altstadt besitzt noch ihre alte Struktur. Religiöse Baudenkmäler wie die Kirche Santa María la Mayor, das Kloster Santo Domino und das Minarett von San Sebastián sind außerdem zu bewundern. Einen Besuch in der alten Stierkampfarena sollte man ebenfalls nicht versäumen.
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Ländliches Gästehaus in Alpujarra-Cadiar in der Provinz Granada. Foto: Tourspain
 
Eine weitere berühmte Region Andalusiens sind die Alpujarras, malerische Hochlandtäler in der Provinz Granada. Auf kleinen Straßen kann man sich durch diese Landschaft bis hin zum Sierra Nevada Gebirge hochschlängeln. Diese Reise belohnt den Besucher mit ganz abgelegenen, scheinbar vergessenen Dörfern. In der Schlucht Barranco del Poqueira liegt der Ort Pampaneira, wo das Vermächtnis aus der Moriskenzeit noch vollkommen bewahrt ist, zu erkennen an gemütlichen Plazas und engen Gassen. Pórtugos ist bekannt für seinen Honig, und nicht weit davon entfernt liegt die Fuente Agria, eine eisenhaltige Quelle mit natürlicher Kohlensäure. Trévelez ist das höchstgelegene Dorf Spaniens mit 1476 Metern und bekannt für seinen in der kalten Bergluft der Sierra Nevada getrockneten und daher besonders köstlichen Serrano-Schinken.

Jerez - Heimstatt des Sherry

Der Wein gehört zu Spanien wie der Flamencotanz, aber jede Region erkennt eine besondere Wahrheit in ihrem einzigartigen Wein. Die Tradition des Weinbaus läßt sich bis in römische Zeiten zurückverfolgen, und heute ist Spanien einer der größten Weinproduzenten mit internationalem Ansehen. Jede Region hat sich zu einem besonderen Weinanbaugebiet entwickelt, Andalusien ist vor allem bekannt für seinen Sherry.
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 In Eichenholzfässern ruht der edle Tropfen. Foto: Tourspain
 
Er stammt aus Jerez, wo Mitte September das örtliche Weinfest begangen wird. Selbst Shakespeare lobte die Weine dieser Gegend, und sollte man dem Dichter, den der Wein vielleicht zum Schreiben inspiriert hat, widersprechen? Die Herkunftsbezeichnung Jerez-Sherry umfasst im Wesentlichen das aus Jerez, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María gebildete Dreieck.

Der außergewöhnliche Charakter des Sherrys rührt, abgesehen vom Klima, von den besonderen Herstellungsverfahren her. Alte und neue Weine werden in einem besonderen Verfahren, das man "solera" nennt, gemischt. Die Weine werden eben nicht einfach aus den Trauben einer bestimmten Ernte gewonnen, wie es für gewöhnlich geschieht, sondern erst im Laufe der Jahre entsteht durch das richtige Mischen das perfekte Bukket. Ausschlaggebend für Bezeichnungen "fino", "amontillado", "manzanilla", "dulce", "oloroso" (trockene, halbtrockene und süße Weine) ist die Bildung einer auf dem Wein schwimmenden Fermentschicht, die man "la flor" nennt, und natürlich Duft, Geschmack und Alkoholgrad.
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 Probenentnahme in Weinkellerei. Foto: Tourspain

 
Für die Weinkenner unter den Lesern seien hier noch ein paar gute Tropfen aus Andalusien näher charakterisiert. Nachdem die Weine in Eichenholzfässern gelagert wurden, werden sie nach der offiziellen Aufteilung in zehn Typen unterteilt. Der Manzanilla Sherry ist ein sehr trockener und blasser Wein, während der Sherry Fino auch hell, fast strohfarbig und trocken ist aber leicht und sehr aromatisch schmeckt mit einem Alkoholgehalt von 15-17%. Ein sehr süßer Wein ist der Sherry Oloroso, welcher dunkel goldfarben ist mit einem kräftigen Geschmack und einem Alkoholgehalt von 18-20%. Der Muskatelter Sherry ist ein aus Rosinen hergestellter Süßwein. Dazwischen finden sich feine Varianten von goldfarben bis ganz dunkel, die vielleicht zu ein paar Tapas selbst gekostet werden sollten - am besten vor Ort mit dem passenden spanischen Ambiente und einem sonnigen Gemüt.

Costa de Almeria - Sonne ohne Ende

Die Küste Almerías ist ein Stück Erde, welches mit seinen reizvollen Kontrasten darauf wartet, entdeckt zu werden. Bei der Costa de Almería handelt es sich um eine paradiesische Küste, die jährlich mit 3000 Sonnenstunden und einer Durchschnittstemperatur von sanften 20°C gesegnet ist.
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Die Playa Cerrada - einer der schönsten Strände an der Costa de Almeria. Foto: Tourspain
 
Den Reisenden erwarten hier noch vom Tourismus unentdeckte und unberührte Fischerdörfchen, die einen Teil der Küste charakterisieren. Darüber hinaus bietet die Küste noch weitere, wahre Schätze, wie den Naturpark Cabo de Gata-Níjar, ein Unterwasser- und Landschaftsparadies mit traumhaften Buchten und feinsandigen, goldfarbenen Stränden, welches den Schauplatz einiger grosser filmischer Abenteuer der vergangenen zwanzig Jahre gebildet hat.

Etwas außerhalb von San José, einem alten Fischerdörfchen, das sich zu einem ruhigen und familiären Urlaubszentrum verwandelt hat, befindet sich der Drehort von Indiana Jones und Die Abenteuer des Baron von Münchhausen: der Strand Playa de los Genoveses und Playa de Mónsul, mit seinen Dünen und Felsen, in Form von versteinerten Wellen.

Die Costa de Almería hat mehrere unterschiedliche Urlaubsziele zu bieten. Eins davon bildet der Ort Roquetas, welcher sich zu drei grossen Villenkolonien entwickelt hat: Playa Serena, Roquetas de Mar und Aguadulce. Playa Serena bietet längs des zwei Kilometer breiten, feinsandigen Strandes ein Freizeitangebot mit Windsurfschulen, Bars und Strandbuden an. Roquetas De Mar ist ein Ferienort mit 40 000 Hotelunterkünften und einem der bestausgestatteten Sportzentren unter freiem Himmel der Mittelmeerküste. Den Strand von Aguadulce charakterisieren eine Seepromenade, lauwarmes Wasser, in dem Menschen aller Altersstufen sowohl im Winter als auch im Sommer schwimmen, und einen Yachthafen mit über 1 000 Liegeplätzen. Ausserdem können hier vergnügungssuchende Menschen unzählige Diskotheken, Nachtbars und Cafés finden.
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Cabo de Gata. Klippen Arrecife de las Sirenas. Foto: Tourspain
 
Auch Mojácar gehört zu den wichtigen Urlaubszielen der Küste. Die luxuriöseste Anlage Almerías bildet das Wohngebiet Almerimar, welches besonders den Golffreunden mit seiner vom Golfchampion Gary Player selbst entworfenen, professionellen Golfanlage eine Freude bereitet und ausserdem einen Yachthafen mit einer Kapazität von 1 000 Boten besitzt. Wenige Minuten davon entfernt können sich Naturfreunde an dem Naturreservat von Punta Entinas-Sabinar erfreuen, welches zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreift werden kann. Hier kann man in Ruhe zwischen den Dünen den Vögeln nachspüren. Wer sich für die unterirdische Welt voller Naturwunder interessiert, sollte sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, den beeindruckenden Gipssteinkarst von Sorbas zu besichtigen, eine durch Wasser ausgelaugte, unbewachsene Gebirgslandschaft aus Gips. Westernliebhaber können in der Wüste Desierto de Tabernas bekannte Western nacherleben, da diese Wüste vielen berühmten Western als Drehort diente. Darüber hinaus können hier die Besucher diese einmalige, perfekte Kombination von Landschaft, Verlassenheit und Schönheit geniessen.

Da die Costa de Almería zahlreiche, wunderschöne Gebiete zu bieten hat, sollte man unbedingt diese sehenswerten Orte bei einer Rundfahrt besichtigen. Passender Ausgangspunkt der Rundfahrt ist die Stadt Adra, ein Landwirtschafts- und Fischereizentrum an der Provinzgrenze zu Granada. Neben dem Hafen kann man hier auch die Pfarrkirche mit der Schutzpatronin Virgen del Mal besuchen. In nur vier Kilometern Entfernung befindet sich das Naturreservat der Lagunen Albufera de Adra, welches mit seinen drei Lagunen die Zufluchtsstätte zahlreicher Wasservögel bildet. Von Adra kommt man nach Berja, dem alten Virgi, dem Garten, der Römer. Am zentralen Platz des Ortes befindet sich eine neoklassische Kirche, das Rathaus und der originelle Brunnen der siebzehn Wasserrohre, einer der zwanzig Brunnen, die der Ort besitzt und aus dem das frische Wasser aus der Sierra Nevada sprudelt.

Arabische Gewürze, Stierschwanz und Langusten

Die Küche Andalusiens charakterisieren sowohl Früchte der Gemüsegärten, Winter- und Hirtengerichte als auch die typisch mediterrane Küche der Küstengebiete. In der Kochkunst der vielen exquisiten Spezialitäten zeigt sich besonders das arabische Erbe in der Anwendung der Gewürze, in der Art des Anrichtens und ganz besonders in der Zubereitung von Backwaren und Süßpeisen.
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Leckere Langusten. Foto: Tourspain
 
Innerhalb Andalusien trifft man auf abwechslungsreiche Kochtraditionen, da sich Provinzen und Küstengebiete auch in diesem Punkt stark voneinander unterscheiden. Schon um diese faszinierende Vielfalt an Esskulturen kennenzulernen, würde sich die Reise quer durch Andalusien lohnen.

Sevilla hat seine Tradition in der einfachen und nach außen hin relativ unbekannten, häuslichen Küche. Zu seinen Gerichten gehören Spezialitäten wie Eier auf flämische Art, Nieren in Sherry-Sauce, gefüllte wilde Artischocken, Rühreier mit Spargel und Gazpacho, die kalte Tomatensuppe. Die eigentliche Spezialität des Dreiecks Cádiz-Sevilla-Málaga ist gebackener Fisch, der besonderste kulinarische Genuß der lokalen Speisekarte.

Darüber hinaus ist das 'tapeo', das Tapa-Essen, Brauch, bei dem viele kleine Häppchen gleichzeitig serviert werden. In der Fastenzeit bekommt man gewöhnlich 'tapas' serviert, denen Stockfisch als Grundlage dient.

Um als Reisender die eigentliche Küche Sevillas kennenzulernen, sollte man das vielfältige Angebot der Bars und Tavernen, den sogenannten picar, von Salaten, Gazpachos, Gemüsesalaten und Gewürzsaucen ausprobieren. Die Bars bieten das ganze Jahr über Rohschinken aus den Bergen der Huelva an und Langusten aus Sanlúcar. Als Nachspeisen bietet Sevilla ein breites Angebot an Süßspeisen der Klöster wie die Zitronenspalten von Santa Inés oder die beliebte Yemas (Süßspeisen aus Eidotter) von San Leandro. In der nahen Ortschaft Castilleja werden köstliche Polvorones (kleine Mehlspeisen), Torten, Bisquits, Torrijas (Tunkschnitten), Pestinos (in Honig getauchtes Ölgebäck) und Ganotes (längliches Teiggebäck) gebacken.
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Der leckere Schinken aus den Bergen der Huelva. Foto: Tourspain
 
Córdobas berühmtesten, kalten Suppenspezialitäten sind 'salmorejo', aus Tomaten und Croutons, und 'ajoblanco', mit Knoblauch und Mandeln. 'Rabo de toro', Stierschwanz, 'flamenquín', panierte Rindfleischröllchen, cordobeser Eintopf, die 'papas cortijeras', Landgutkartoffeln und Artischocken auf Montilla-Art gehören auch zum festen Bestandteil der Küche Córdobas. Aus dem Bereich der Sierra stammen vor allem Fleischgerichte wie Lammeintopf, Landkaninchen, Lungenragout, junge Tauben mit Oliven und Hirtenlamm. Die berühmtesten Nachspeisen basieren in Córdoba hauptsächlich auf Käse aus dem Tal Valle de los Pedroches . Eine weitere sehr begehrte Nachspeise ist der 'pastel judío', der Judenkuchen, der mit Orangenblütengeschmack gebacken wird.

Auch die Kochkunst Granadas bietet eine Vielfalt an köstlichen Gerichten an. Produkte aus der spanischen huerta, den Obst- und Gemüsegärten, allen voran das Gemüse, ermöglichen die Zubereitung ausgezeichneter Speisen. Bohnen, Artischocken und Auberginen sind die Grundlagen der traditionellen Rezepte wie 'habas con jamón' (dicke Bohnen mit Schinken), 'cazuelas de habas' (Pfannengericht aus dicken Bohnen)und 'alboronía', ein Gericht aus gehackten Tomaten, Auberginen, Kürbis und Paprikagewürz. Dabei wird das Gemüse mit einer Reihe von Gewürzen vermischt und mit Olivenöl angerichtet. Zur guten Hausmannskost gehören die 'guisos', Schmorgerichte wie 'olla de San Antón', ein deftiges Gericht aus trockenen Bohnen, Schweinskopf und- ohr, Speck und spanischer Blutwurst.

Charakteristisch für die Küste sind natürlich Fischgerichte wie beispielsweise 'frituras '(gebratene Fischsorten), 'boquerones adobados '(frische marinierte Anchovis) und 'moraga de sardinas', ein mit Weisswein, Knoblauch, Olivenöl, Petersilie und Zitrone zubereitetes Sardinengericht.

Bei der Provinz Jaén kommt dem Olivenöl in der sonst landesüblichen Küche eine besondere Bedeutung zu: Salat aus Rebhuhn, marinierte Rebhühner, und 'Pipirrana', einem Salat aus Tomaten, grüner Paprika, Gurken und Zwiebeln, immer mit Olivenöl zubereitet. In der Sierra de Cazorla und in Andújar empehlen sich als Hauptgerichte Hirsch-und Wildschweingerichte und als Dessert 'Empanadillas con cabello de ángel', Teigpasteten mit 'Engelshaar' sowie zahlreiche Süßigkeiten, die im Kloster gebacken werden.

Die Küche von Cádiz basiert auf alten und einfachen Rezepten. Dabei spielen Öl, Wurstwaren, vor allem Schinken aus Jabugo, Meeresfrüchte wie Langostinos, Kronenhummer und Austern, Fischsuppen, Bratfisch wie Sardinen, Thunfisch und Seezunge eine besonderer Rolle. Die Spezialität von Cádiz und der ganzen Costa de la Luz sind die sogenannten 'chocos', eine bestimmte Art von Tintenfischen. Die 'tapeos' sind auch in Cádiz weit verbreitet.

Skispaß in der Sierra Nevada

Mit einem der schönsten europäischen Kulturdenkmälern in der Nähe und knapp 100 Kilometern entfernten Stränden, an denen auch im Winter milde Frühlingstemperaturen herrschen, ist die Sierra Nevada eines der aussergewöhnlichsten Skigebiete Europas. In den vergangenen Jahren wurden die Einrichtungen kontinuierlich modernisiert und erweitert, so dass im vergangenen Winter mehr als eine Million Skifahrer in der Sierra Nevada ihrem winterlichen Hobby frönten.
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Skifahrer in der Sierra Nevada. Foto: Tourspain
 
Nur 32 Kilometer von Granada und der Alhambra und knapp eine Stunde Autofahrt von der Costa Tropical entfernt liegt mit der Sierra Nevada das wohl bekannteste Skigebiet Spaniens. Seit Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts auch internationale Skisport-Wettbewerbe regelmäßig in der Region ausgetragen werden, wuchs die Anzahl der Wintersportler, die mittlerweile auch aus dem europäischen Ausland, den USA und Südamerika kommen, kontinuierlich an. In der vergangenen Saison 2002/03, die schneemengenbedingt die beste seit Jahren war, wählten mehr als eine Million Skisportler die Sierra Nevada, um ihren Lieblingssport dort auszuüben, wobei 26 % davon aus dem Ausland, vor allem aus Portugal und Großbritannien kamen.

Abhängig von der natürlichen und produzierten Schneemenge verfügt die Region über durchschnittlich 48 Ski-Kilometer während der gesamten Saison. Für den Winter 2003/04 kamen einige neue Einrichtungen hinzu: So eine neue Zone für Anfänger, neue Skilifte, zusätzliche markierte Pistenabschnitte sowie eine Erweiterung der Kunstschnee-Anlagen. Ein neu ins Leben gerufenes Marketing-Programm unter dem Titel "Sierra Nevada Activa" mit zahlreichen Aktivitäten soll darüber hinaus nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer zahlreiche Besucher in die Region locken.

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Unterwegs mit dem Pferdegespann durch die Sierra Nevada. Foto: Tourspain
 
Mittlerweile verfügt die Skistation Sierra Nevada über Hotel- und Appartementeinrichtungen in jeder Klasse und Preislage zwischen zwei und fünf Sternen. Hinzu kommen Pensionen, je eine Studenten? und Jugendherberge sowie zwei Campingplätze in der nahen Umgebung. Für den Ápres-Ski gibt es eine große Anzahl an Restaurants, Bars und Diskotheken sowie ein Sportzentrum mit verschiedenen Sportanlagen neben modernen Einrichtungen für die Entspannung. An skifreien Tagen locken Ausflüge in die Dörfer der Alpujarras und in die Landschaften des Naturparks Sierra Nevada sowie nach Granada. Wer Lust auf Sonne und Strandspaziergänge hat, findet in den kleinen ruhigen Orten an der Costa Tropical die entsprechende Alternative zum Wintersport.

Insgesamt verfügt die Skistation Sierra Nevada über 70 Pisten (76,6 km) mit den folgenden Schwierigkeitsgraden :
Grüne Pisten (sehr einfach) 8 (5,75 km)
Blaue Pisten (einfach) 25 (29,94 km)
Rote Pisten (schwierig) 33 (38,39 km)
Schwarze Pisten (sehr schwierig) 4 (2,52 km)
Längste Piste: Pista del Äguilar 5,9 km
Die maximale Höhe beträgt 3.300 m
die minimale Höhe 2.100 m.

Huelva und der Nationalpark Donana

Huelva, eine Stadt mit dem Flair eines Fischerdorfs, liegt an der Costa de la Luz, welche ihren Namen wegen des Lichts, der strahlenden Helligkeit, das der Atlantik wie ein Spiegel reflektiert, erhält. Mit seinen 141 000 Einwohnern beeindruckt Huelva durch seine Beschaulichkeit. Viel Geschichte hat die Stadt zu bieten, die Phönizier nannten Huelva "Onuba", die Araber später "Guelbah", und auch Christopher Columbus stattete diesem Fleck der Erde einen Besuch ab. Von dieser Küste aus segelte er los, um Amerika zu entdecken.
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Landschaft im Nationalpark Donana. Foto: Tourspain
 
Um sich einen herrlichen Ausblick über die Mündungsbucht und das Marschland des Flusses Odiel zu gönnen, spaziert man zum weißen Heiligtum der Virgen de la Cinta, welche außerdem die Schutzpatronin der Stadt ist. Am Hafen sollte man sich die palmengesäumte Promenade Paseo de las Palmeras nicht entgehen lassen. Neben diesen zwei schönen Winkeln der Stadt gibt es noch einige Monumente zu betrachten, die in ganz Huelva verteilt sind. Eine Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert, welche einst ein Kloster war, weist ein bemerkenswertes Portal auf. Aber auch die Kirche San Pedro, welche im barocken Stil auf den Fundamenten einer Moschee erbaut wurde, ist sehenswert. Ebenfalls die Kirche Concepción aus dem 16. Jahrhundert, die nach dem Erdbeben von Lissabon wiederaufgebaut wurde, beeindruckt den Besucher.
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Der Strand von Matalascanas in der Provinz Huelva. Foto: Tourspain
 
Die Provinz Huelva hat noch weitere Seiten zu bieten. Naturinteressierte können den Nationalpark von Donana erkunden, Ausflüge in eins der drei Naturreservate, Isla de En medio, Laguna El Portil und Marisma de El Burro, unternehmen oder sich eins der acht Naturgebiete und den Naturpark Sierra de Aracena y Picos de Aroche anschauen. Diese Naturgebiete nehmen insgesamt eine Fläche von 210 Hektar ein und belohnen mit einer vielfältigen Fauna und Flora.

Der Nationalpark gehört zum UNESCO Umweltschutzgebiet und Kulturgut der Menschheit. Hier findet man ein weitverzweigtes Wassersystem, das durch kleine Bäche, Sumpfland und einen 30 Kilometer langen Küstenstreifen gebildet wird. Es gibt Strände, Wanderdünen und mediterranes Unterholz mit zahlreichen Entenarten und Raubvögeln. Ungefähr 150 Vogelarten suchen jedes Jahr Donana auf, und etwa 28 verschieden Säugetiere leben hier. Auch bedrohte Arten wie der Luchs oder der Kaiseradler finden hier Zuflucht. Außerdem ist dieser Nationalpark eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel auf ihrem Weg von Europa nach Afrika.

Cádiz - älteste Stadt des Abendlandes

Der von der Seefahrtstradition geprägte, über 3500 Jahre alte Ort, hat weitaus mehr zu bieten als bemerkenswerte Reste antiker Bauten und historische, einzigartige Werke der Architektur wie die Kathedrale des Viertels Pópulo, bei der es sich um einen faszinierenden, barocken Bau handelt. Denn die Stadt Cádiz beschränkt sich nicht auf ihre jahrtausend alte Vergangenheit, sondern ist auch heute ein ereignisreicher, bunter und lebendiger Ort, besonders während der Karnevalszeit. Cádiz zählt zu den Städten Spaniens, bei denen die Karnevalszeit sehr lang anhält und einen besonderen Stellenwert genießt.
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Feria del Caballo - der Pferdemarkt von Cádiz. Foto: Tourspain.
 
Ein schönes Bild bieten auch die einfachen Wohnhäuser an der Alameda genannten Allee und an der Kirche San Antonio. Die Filigranarbeit der Balkone und die altmodischen Mahagonitüren mit ihren blanken Türklopfern fallen besonders auf. Der Blick aus diesen Häusern zeigt auf feine, marmorgepflasterte Innenhöfe mit Blumenranken und diejenigen Häuser, die zur Seeseite stehen, sind in sonnigen, hellen Farben gehalten.

Man sollte sich weiterhin nicht die Gelegenheit entgehen lassen, die Stadt vom Meer aus zu betrachten und mit einem der Schiffe, einem vapor, die Bucht zu durchqueren. Die Schiffe legen vom Puerto de Santa María ab und fahren insgesamt nicht länger als eine Stunde.
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           Innenhof einens Wohnhauses in Cádiz. Foto: Tourspain
 
In Cádiz stehen zahlreiche jahrhundertealte, sehenswerte Bauten, bei denen sich ein Besuch sicherlich lohnen wird. Dazu gehört die Kirche Santa Cruz, die die erste Kirche in Cádiz war, erbaut von Alfons dem X. auf einer arabischen Moschee. Bei einem Spaziergang durch die schmalen Gassen des Viertels Pópulo stößt man auf weitere imposante Kirchen wie die von Santo Domingo, die einen wunderschönen Kreuzgang aus Marmorsäulen zu bieten hat. Innerhalb der Kirche von Rosario stehen die Bildnisse der Stadtheiligen, San Servando und San Germán.

Den modernen Stadtteil von Cádiz trennt eine Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert von der Altstadt, das Tor Puerta de Tierra. Dieser Stadtteil wird bestimmt durch einen von neuen und modernen Gebäuden gesäumten Boulevard, der außerdem den einzigen Zufahrtsweg für Besucher mit dem Auto bildet.

Málaga - die Haupstadt der Sonnenküste

Málaga, die Geburtsstadt des großen Pablo Picasso, ist eine moderne Hafenstadt mit gut 500 000 Einwohnern, welche auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblickt und ihr Gesicht durch die wunderbare Lage an der Costa del Sol erhält. Der Nobelpreisträger und Dichter Vicente Aleixandre beschreibt die Stadt mit den Worten: "Stadt des Paradieses. Du scheinst unter dem Himmel zu herrschen, über den Wassern, inmitten der Lüfte."
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Viel Spaß bei der Fiesta de Verdiales. Foto: Tourspain
 
Málaga beeindruckt auf vielen Ebenen dank ihrer einmaligen Lage: Die Stadt, umgeben von Bergen und geteilt durch die Mündung des Flusses Guadalmedina, blickt hinaus auf das Mittelmeer. Von dort kamen auch einst die Seefahrer, so dass Málaga zum Schmelztiegel der Völker wurde; den Anfang machten die Phönizier, als sie über See setzten und die Stadt "Malaka" gründeten. Heute kann man in dieser Stadt Kultur und Kunst anschauen und erleben.

Die Costa del Sol ist bekannt für ihre vielen Feste, in fast jeder Stadt gibt es traditionsreiche Tänze und Feiern. Málaga selbst ist berühmt für die "Fiesta de Verdiales", die am 28. Dezember gefeiert wird. "Verdiales" sind vitale und farbenfrohe Liedformen, welche als Folklore der Region gelten. Auch über das ganze Jahr verteilt werden "Ferias" gefeiert, die auf Plätzen in der Stadt veranstaltet werden.
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                                               Die Alstadt Malagas. Foto: Tourspain
 
Dort kann man sich von der Besonderheit dieser Musik einfangen lassen kann, wenn auf zweisaitigen Geigen, Gitarren und Hausgeräten wie Mörsern und Flaschen musiziert wird. Natürlich fehlen Sänger und Kastagnetten dabei nicht.

Eine Stadtbesichtigung belohnt außerdem mit einer Vielfalt an kulturellem Erbe. Die am besten erhaltenen arabischen Baudenkmäler sind der Palast Alcazaba, welcher aus dem 11. Jahrhundert stammt, und die Burg Gibralfaro aus dem 13. Jahrhundert. Beide beeindruckenden Monumente befinden sich in der Oberstadt und gehören zum alten Stadtkern. Das römische Amphitheater steht ganz in der Nähe, welches Geschichten von der Welt der Römer erzählt. Unmittelbar daneben ragt die Kathedrale heraus, deren Bau an der Stelle der alten Moschee von den katholischen Königen angeordnet wurde. Entworfen von Diego de Siloé, ist in dieser Kathedrale das Chorgestühl im dreischiffigen Kircheninnern besonders gelungen. Sehenswert ist außerdem die Sagrario-Kirche, welche mit ihrem gotisch-isabelinischen Portal und dem Altar fasziniert. Über Pablo Picassos Leben kann man mehr in seinem Geburtshaus erfahren, viele seiner wichtigsten Werke sind im Museum der Schönen Künste (Museo de Bellas Artes) zu sehen.
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Der schöne Hafen von Malaga. Foto: Tourspain
 
Ein Spaziergang durch die Altstadt lässt den Charme Málagas erkennen, der in den Straßen und kleinen Plätzen der Stadt liegt. Vielleicht stößt man auf einen Markt, der außer Antiquitäten auch Kunsthandwerkserzeugnisse der Region anbietet. Keramik- und Töpferkunst stehen in der andalusischen Tradition, die Provinz Málaga selbst ist berühmt für das Handwerk des Espartogras. Hierbei wird mit bestimmten Gräsern, welche nur in den steinigen Hochflächen des westlichen Mittelmeergebiets wachsen, geflochten. Oder man ersteht an einem Marktstand den berühmten Málaga-Wein, der zu den "vinos dulces", den süßen Weinen, gehört.

Das Viertel El Palo ist bekannt für seinen Strand, an dem man wunderbar promenieren kann. Um andere schöne Buchten und interessante Dörfer der Sonnenküste kennenzulernen, ist Málaga ein guter Ausgangspunkt. Ausflüge in die Montes de Málaga, wo man faszinierende urwüchsige Naturlandschaften und Naturparks bewundern kann, sind abwechslungsreich und lohnenswert.

Subtropisches Paradies an der Costa Tropical

Bei 20°C liegt die Durchschnittstemperatur, und die Sonne scheint an 320 Sonnentagen im Jahr an dieser subtropischen Küste Andalusiens, welche eingerahmt ist von zwei anderen bekannten Küsten, der zur Provinz Málaga gehörenden Costa del Sol und der Costa de Almería. Die Küste lädt ein, genügend Sonne zu tanken, warme Meeresluft zu atmen und sich an Farben und Duft der tropischen Blumen zu erfreuen.
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Die schöne Costa Tropical. Foto: Tourspain
 
Dem Besucher werden die unterschiedlichsten Strände geboten, einfach nur feiner Sand oder aber zerklüftete Felsen, etwas einsamere Küsten oder auch sehr belebte Strände mit vielen Bars und Cafes. Auch die Sportmöglichkeiten variieren an der Costa Tropical. An diesem Küstenstreifen der granadinischen Provinz liegen verstreut malerische Dörfer und kleinere Städtchen, welches jedes für sich ihre einzelnen Vorzüge entfalten. So werden dem Besucher durch Monumente aus der Vergangenheit außerdem Einblicke in die Geschichte des Landes gegeben.

Um die Costa Tropical von allen Seiten her kennenzulernen, empfiehlt es sich, die Küste entlangzufahren, um so außerdem den auserwählten Sonnenplatz nach seinem Geschmack zu finden. Der westlichste Punkt der Küste ist das alte Fischerdörfchen La Herradura , was sich in den letzten Jahren zu einem der bemerkenswertesten Fremdenverkehrszentren an der Costa Tropical entwickelt hat. Dies ist auch der Grund für das große Angebot an Wassersportarten, so dass der Besucher hier seinen Hobbies nachgehen kann oder aber mal etwas Neues ausprobiert, was ihn dann vielleicht immer wieder zu dieser schönen Küste lockt. Der Sporthafen Marina del Este ist geradezu ideal für alle Anfänger des Tauchsports.
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Die maurische Burg von Almunecar. Foto: Tourspain
 
Ein bemerkenswerter geschichtsträchtiger Ort ist Almunécar, welcher sich damit rühmt, der älteste an der gesamten Tropischen Küste zu sein. Die Phönizier siedelten sich tatsächlich vor 3000 Jahren an dieser Küste an, nachdem sie die Kunde von dem herrlich milden Klima und dem reichen Fischfang erreicht hatte. Bis heute ist eine maurische Burg erhalten, die einen Großteil der Stadt einnimmt. Aber auch die Römer hinterließen Spuren, so dass Teile eines römischen Aquädukts besichtigt werden können. Die Stadt bietet aber weiterhin eine schöne Strandpromenade.

Die etwas weniger belebten Strände liegen weiter östlich. Auf dem Weg dorthin lässt man Almunécar hinter sich, und schon bald wird die Küstenstraße immer kurvenreicher an kargen Felswänden vorbei, wo Feigenkakteen und Röhricht wachsen.
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Blick auf Salobrena. Foto: Tourspain
 
Immer wieder zwischendurch tauchen kleinere ruhige Buchten auf, die zum Schwimmen einladen. Dann plötzlich wird der Blick auf Sobrena frei, das eins der malerischsten Dörfer an der granadinischen Küste ist. Es liegt an einem Hügel, dessen Gipfel eine arabische Festungsanlage bildet, und sticht mit dem leuchtenden Weiß der Häuser vor dem blauen Mittelmeer hervor. Die gesamte Umgebung dieses Dorfes ist bestimmt von fruchtbaren Auen mit exotischen Pflanzen, Zuckerrohrplantagen und subtropischen Früchten.

In der Stadt selbst ist die Kirche Virgen del Rosario, in der Heiligenbilder aus dem 16. und 17. Jahrhundert verehrt werden, einen Besuch wert. Auch einige beeindruckende Viertel in der Stadt belohnen den Spaziergang durch Salobrena. Von der Burg aus wird dem Besucher ein Blick auf den Großteil des schönen Küstenstreifens gegönnt. Zu Salobrena gehören die Strände La Guardia und El Penon, getrennt durch einen Felsen, der einst einmal eine kleine Insel war. La Guardia ist eher ein ruhiger Strand, wohingegen El Penon gern von Einheimischen aufgesucht wird.
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Strand von Calahonda. Foto: Tourspain
 
Eine 20 Kilometer lange Küste gehört zu Motril, der zweitgrößten Stadt der Provinz Granada. Sieben Strände findet man hier, von denen der bekannteste der Playa de Poniente ist. An diesem herrscht im Sommer Hochbetrieb. Aber auch der Strand Playa de Granada ist für den angrenzenden 200 000 Quadratmeter großen Golfplatz berühmt. Die Playa de la Joya ist ein FKK-Strand, und die zwei letzen Strandzonen des ausgedehntesten Ortes an der ganzen Costa Tropical werden Playa de Carchuna und Playa de Calahonda genannt. Carchuna ist hervorragend für Wassersport aller Art geeignet und hat weiterhin noch eine Burg zu bieten, welche im 18. Jahrhundert unter Karl III. als maritimer Wacht- und Spähposten diente. Am Calahonda Strand kann man höchste Ruhe und Erholung genießen, da er ganz windgeschützt liegt und weniger besucht ist. Das Wasser ist hier auch tiefer als an anderen Küstenbereichen. An den Stränden Playa de las Azecenas und Playa de Torrenueva kann man auch Ruhe genießen. In der Stadt Motril sind außerdem noch einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Der an einem sanften Hang erbaute Tempel ist das Heiligtum Nuestra Senora de la Cabeza, von wo man ein eindrucksvolles Panorama über die Umgebung hat. Der maurischen Architektur verdankt man die Casa de la Palma, welche heute als Städtisches Kulturzentrum genutzt wird.

Weiter Richtung Osten verschwinden die exotischen Auen langsam und machen einer rauhen, zerklüfteten Landschaft Platz. Die Berglandschaften reichen bis an die Küste, welche aber auch in dieser Region schöne Buchten zu bieten hat. Diese Gegend an der Costa Tropical ist bestimmt durch das natürliche Ambiente einer von Fischern bewohnten Küste. Der Besucher kann kleine Dörfer entdecken, die von den Produkten leben, welche ihnen das Meer oder das Land liefert. Der Tourismus hat hier zwar noch kaum Fuß gefasst, doch thronen hier auch einige Monumente der Vergangenheit. Castell de Ferro besitzt eine Burg römischen Ursprungs und einen Stadtkern mit maurischen Zügen. In Albunol kann man eine arabische Burg besichtigen, doch am beeindruckendsten ist die Natur dieser Gegend, das Bergland der Sierra de la Contraviesa, welches bis zur Costa Tropical verläuft. Somit sollte bei einem Besuch der Tropischen Küste das Inland nicht vergessen werden.

Wale und Delfine vor Gibraltar

Wal- und Delfinbeobachtungen sind eine sowohl touristische als auch lehrreiche Aktivität. In den Gewässern der Meeresenge von Gibraltar kann man die heimischen und migratorischen Wale und Delfine finden und ihre Art bestimmen. Tarifa, an der Strasse von Gibraltar in der Provinz Cádiz gelegen, ist ein privilegierter Ort für diese Art der Tierbeobachtung. Der südlichste Punkt Spaniens bietet zudem eine reiche landschaftliche als auch kulturelle Vielfalt. Auβerdem ist Tarifa berühmt für seine Strände und die idealen Bedingungen für Wind- und Kite-Surfing.

Die erst kürzlich zum Naturpark erklärten Gewässer um Tarifa sind die Heimat dreier Delfinarten (Gemeiner Delfin, Gestreifter Delfin und Groβer Tümmler) und der Grindwale. Ferner durchziehen Killer-, Pott- und Finnwale die Meeresenge von Gibraltar auf ihren Wanderungen zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer.
Das Erlebnis “Whale Watching” im extremen Süden von Europa ist nahezu unbeschreiblich. Die Tiere umkreisen die Boote, betrachten neugierig die Passagiere und spielen in der Bugwelle.
Whale Watch España ist eine nicht-gewinnorientierte Gesellschaft, die sich seit 1996 dem Schutz und der Beobachtung von Walen und Delfinen auf der iberischen Halbinsel widmet. Die täglichen Ausfahrten starten von Tarifa, Algeciras und La Línea. Abfahrtsort und Bootstyp unterliegen den jeweiligen Wetter- und Seebedingungen. Die Boote werden von erfahrenen Profis gesteuert und sind stets begleitet von auf Meeressäugern spezialisiertem Personal, das mehrsprachig kompetente Informationen über das Verhalten der Tiere gibt.
Seit Beginn dieser Aktivität zeichnen Biologen Beobachtungsdaten auf, welche später zur Studie der Populationen ausgewertet werden, und die die Nachhaltigkeit der Unternehmensaktivität und Erhaltung der Artenvielfalt garantieren.

Zur Walbeobachtung stehen zwei verschiedene Boote zur Verfügung. Das Boot
„Jumbo II“ mit 22 m Länge und 6,5 m Breite bietet Kapazität für 212 Passagiere plus Besatzung. Es ist mit GPS, UHF, Radar und kompletten Navigationsinstrumenten und Sicherheitsausrüstung ausgestattet, entsprechend der Richtlinien der Dirección General de Navegación de la Marina Mercante. Die “Ciudad de San Juan” ist 12 m lang und 4.4 m breit. Zugelassen für 39 Passagiere plus Besatzung ist sie ebenfalls mit allen erforderlichen Sicherheits- und Navigationsgeräten ausgestattet.

Preise für Die Exkursionen
WALE UND DELFINE: Preise: Erwachsene: 25 Euro
2 Stunden Kinder: 15 Euro
Ganzjährig Babys: Frei
ORCAS: Preise: Erwachsene: 40 Euro
3 Stunden Kinder: 25 Euro
Juli und August Babys: Frei

TREFFPUNKT
Die Exkursions-Teilnehmer treffen sich 1 Stunde vor Abfahrt zur Registrierung in den Büroräumen des
Interpretation Centre of Cetaceae
Avenida de la Constitucion no. 6 (Hauptstrasse zum Hafen)
Tarifa

Urlaub in der unberührten Natur der Donana

Mit 50.720 ha Nationalpark und 54.000 ha Naturpark ist das am Guadalquivir-Delta gelegene einzigartige Ökosystem „Coto de Doñana“ eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete Europas. Von der UNESCO wurde es zum Biosphärenreservat und Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.  Unberührte Strände, Fossile und Wanderdünen, die Cotos, die Vera, Marschland, Galeriewälder - die verschiedenen Ökosysteme Doñanas bieten eine ungeheure Vielfalt an Flora und Fauna, von der zahlreiche Vogelarten und bedrohte Tierarten wie der iberische Luchs hervorzuheben sind.

Mit dem Ziel, das wertvolle Natur- und Kulturerbe Doñanas zu verbreiten, entstanden 2000 die „Iniciativas de Desarrollo Sostenible Doñana 21“ (IDS), eine Einrichtung, die sich für den Umweltschutz engagiert und Tourismusdienstleistungen sowie Produkte aus der Gegend anbietet. Von der Fundación Doñana 21 gefördert gehören touristische Unternehmen wie Doñana Tour, Marismas del Rocío, Doñana Ecuestre, Camping La Aldea, Cortijo Los Mimbrales und Vera la Palma dazu.

Der Übergang von den unberührten, vom Wind erodierten Stränden zur Vera oder dem subtropischen Gebiet der Galeriewälder, die vom unergründlichen Marschland, dem „Coto“ umgeben sind, offenbart eine außerordentlich schöne sowie gleichzeitig von Kontrasten geprägte Landschaft.

Der Strand
Die feinen Sandstrände von Doñana bilden den Lebensraum großer Gruppen von Küstenvögeln wie der Silbermöwe und der Seeschwalbe, zu denen im Winter die Meeresenten wie die Trauerente hinzukommen. Die Wachtürme, die sich in dieser unberührten Landschaft befinden, beherbergen Wanderfalken und Eulen.

Die Dünen
Die Küstenwinde haben eine Landschaft von eigentümlicher Schönheit geformt. Sie besteht aus den Dünen, auf denen Wacholder und Pinienwälder wachsen. Hervorsticht der Cerro de los Ánsares, die höchste Düne Doñanas und Filmkulisse einiger Szenen des Spielfilms „Lawrence von Arabien“.

Die Cotos
In dem beständigsten Ökosystem der Doñana, das aus durch Mittelmeersträuchern und Heidekraut befestigten Sanddünen besteht, wachsen Eukalyptusbäume und Pinien, die u.a. Luchsen, Hirschen und Kaiseradlern Schutz bieten.

Die Vera
Eine Grenze, die die Cotos vom Marschland und dieses von den Dünen trennt. In diesen grünen Weiden findet der Besucher Korkeichen, die von Störchen, Fischreihern und Löfflern zum Nisten benutzt werden.

Das Marschland

Diese im Sommer trockene und rissige Ebene, die die Hälfte des Naturparks einnimmt, empfängt im Herbst, wenn sie von den ersten Regenfällen überschwemmt wird, Tausende Vögel aus Nord- und Mitteleuropa.

Tropenwald
Die beeindruckenden suptropischen Galeriewälder bilden sich entlang von Bächen wie dem Arroyo de Rocinas. Ihre reiche Vegetation zieht große Raubvögel, Ufervögel sowie Luchse und Otter an.


Feiern in Reitstiefeln und Rüschenkleidern

Jede Provinz bietet ihre eigenen Feste an, die jedoch alle gleich lebhaft und leidenschaftlich sind und mindestens bis zum Morgengrauen dauern. Die Hauptstadt Andalusiens, Sevilla, lädt zu einigen der aufregendsten Feste ein. Wenn die für Sevilla charakteristischen Orangenbäume blühen, wird der Ort prächtig geschmückt, und die berühmten Feste werden vorbereitet.
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Tanzformation in Cordoba. Foto: Tourspain
 
Die Semana Santa, die Karwoche, ist die größte Feierlichkeit der Stadt und Andalusiens allgemein, da dieses Fest in fast allen übrigen Regionen auch gefeiert wird. Sein Ursprung geht bis ins 14. Jahrhundert zurück, und hat seine gegenwärtige Form seit dem 17. Jahrhundert angenommen. Das Fest wird an den sieben Tage vor Ostern mit Prozessionen gefeiert, und bereits während der vorhergehenden Wochen der Fastenszeit werden die Vorbereitungen getroffen. Insgesamt dauern die Feierlichkeiten vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag, und an den Prozessionen nehmen 57 Bruderschaften teil.

Die zweite feierliche Veranstaltung ist die Feria de Abril, welche ursprünglich eine Landwirtschafts- und Viehmesse war; sie geht auf eine Tradition aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Auch wenn das Fest inmitten der Stadt gefeiert wird, hat es sich im Laufe der Zeit zu einem Ereignis für die gesamte andalusische Bevölkerung entwickelt. Monatelang wird gearbeitet, um auf dem Gelände der Feria eine künstliche Stadt zu errichten, die aus den 'casetas', mit Segeltuch bespannten Hütten, Lichtern und Laternen besteht, und die die Sevillaner in ihren besten Kleidern besuchen: die Männer mit 'Gilets', seitwärts offenen, ledernen Überhosen und Reitstiefeln, die Frauen mit prächtig bunten Rüschenkleidern.
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                                               Karneval in Cadiz. Foto: Tourspain
 
Neben der Semana Santa, die in Granada inzwischen zu den Feiertagen von besonderem touristischen Interesse gehört, zählt das Fest Fronleichnam, das sogenannte 'Feria del Corpus', zu den wichtigsten Feierlichkeiten der Stadt. Es findet zwischen den Monaten Mai und Juni statt - zehn Tage nach Pfingsten. Zu diesem Anlaß trägt die Bevölkerung ihre andalusischen Trachten und lässt sich in Pferdekutschen durch die Stadt fahren. In den 'casetas' wird getanzt und zahlreiche Stierkämpfe werden veranstaltet.

Am 2. Januar feiert man die Fiesta de la Conquisita de Granada, die Rückeroberung Granadas durch das Katholische Spanien. In sehr volkstümlicher Atmosphäre trifft man sich am 3. Mai zur Fiesta de Las Cruces, das Fest der Maikreuze, welches auch in Córdoba während des Monats Mai ausgiebig gefeiert wird. Es werden auf allen Straßen und in allen 'patios' wunderschön geschmückte Blumenkreuze aufgestellt, um die herum getanzt und gesungen wird. Am letzten Sonntag im September feiert man zu Ehren der Schutzheiligen Granadas die Festividad de la Virgen de las Angustias, eine Art Kirchweih mit Stierkämpfen und Prozessionen.

In der Provinz Cádiz gibt es drei bedeutsame Feste, den Karneval von Cádiz, das Fest des Pferdes in Jerez vom 10. bis zum 17. Mai und zuletzt die Pferderennen in Sanlúcar de Barrameda im August.

Das wichtigte Fest der Region Almería ist die Feria de Almería, die in der zweiten Augusthälfte zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Mar stattfindet. Es handelt sich hierbei um ein sehr lebhaftes und typisch andalusisches Fest, mit Festbuden, die bis zum Morgengrauen geöffnet sind, in denen getanzt, gegessen und getrunken wird. In Jaén werden schließlich am 16. Januar überall große Scheiterhaufen zu Ehren des heiligen Antón angezündet; auch hier stehen Tänze und Festessen im Vordergrund.