Apulien - Sonnenregion mit großer Vergangenheit

Bereits Friedrich II. wußte die Vorzüge dieses Landstriches im sonnigen Süden Italiens zu schätzen. Unter seiner Regie entstanden zahlreiche Jagdschlösser in Apulien. Das bekannteste ist der gut erhaltene Oktagonalbau Castel del Monte. Das mächtige Schloß illustriert eindrucksvoll die historische Bedeutung, die Apulien bereits unter den Normannen hatte. Zudem zählen viele der apulischen romanischen Kathedralen, wie beispielsweise in Otranto, Trani, Molfetta oder Bitonto zu den größten Anziehungspunkten der Region.
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Doch nicht nur die Normannen hinterließen in Apulien eindrucksvolle Spuren. Von der Antike bis zum Barock gilt es hier viel Sehenswertes zu entdecken. Vor allem Lecce ist ein wahrer Barockjuwel. Der gelblich schimmernde, weiche Sandstein eignete sich bestens zur Gestaltung der wundervollen und phantasiereichen Formensprache des lecceser Barocks, der das Erscheinungsbild der ganzen Provinz nachhaltig prägte. Ein weiteres architektonisches Charakteristikum Apuliens sind die Trulli, markante Rundbauten, die man vorwiegend in der ländlichen Gegend zwischen Ostuni und Martina Franca trifft.
Während Kunstkenner von den zahlreichen Kunst- und Kulturschätzen Apuliens angezogen werden, locken Küstengegenden Badegäste in die Region. Mit 800 Kilometern Küste ist Apulien eine ideale Destination für Wassersportler und Erholungssuchende, die die schönsten Wochen des Jahres in entspannter Atmosphäre an weiten Sandstränden oder stillen Kiesbuchten verbringen wollen. Vor allem die buchtenreiche Steilküste des Gargano bietet immer neue Ausblicke von atemberaubender Schönheit. Kontrastreich hebt sich zu den hellen Klippen das kristallklare und tiefblaue Meer ab.

In Apulien gibt es ein gut ausgebautes Autobahn- und Zugnetz. Über die Flughäfen Brindisi und Bari, ist die Region bequem erreichbar.

Brindisi, ein Gedicht in jeder Hinsicht

“Die Stadt lebt in mir wie ein Gedicht, das ich noch nicht in Worte fassen konnte“, schrieb Jorge Luis Borges (1899-1986) einst über Brindisi. Und wer selbst einmal in der Stadt an der südlichen Adriaküste Italiens war, der kennt dieses Gefühl, das im übrigen für die ganze Region gilt: Märchenschlösser, Sandstrände, das Zusammenspiel antiker und neuer Architektur, unberührte Natur und erst das Essen: ein Gedicht.
 
Italien Apulien 2Die Geschichte der Stadt ist nicht ohne die ihres ebenso alten Hafens denkbar. Schon die Römer schätzen die vorteilhafte Lage im Herzen des Mittelmeeres und verlängerten eine der wichtigsten Handelsstraßen des Römischen Reiches, die berühmte Via Appia, bis zu diesem Hafen. Teile der alten Handelsstraße sind noch heute zu besichtigen. Wenn sich ein Römer auf den Weg nach Brindisi machte, um sich von dort aus auf eine Schiffsreise zu begeben, so war es Brauch vorher mit Freunden anzustoßen, die einem Glück für die Reise wünschten; und noch heute heißt „einen Trinkspruch sagen“ im Italienischen „fare un brindisi“. Das wohl bekannteste Beispiel hat ein jeder gleich im Ohr, wenn er an Verdis „La Traviata“ denkt, wo schon in der zweiten Szene alle die Gläser heben und ein fröhliches „Beviamo! Sì, sì, un brindisi!“ erklingen lassen.
 
Wer sich für die Geschichte der Stadt Brindisi interessiert, dem sei das Museo Archeologico Provinciale auf der Piazza Duomo ans Herz gelegt. Hier findet man sie alle: Römer, Griechen, Goten und Normannen. Wer sich lieber davon überzeugen möchte, dass Brindisi auch heute noch eine durchaus lebendige Stadt ist, der sollte sie zwischen Juni und August besuchen. Während dieser drei Sommermonate feiert die Stadt das Festival della Città di Brindisi und stellt mit Kultur-, Kunst- und Volklorevorstellungen ihre alten, noch heute gelebten Traditionen vor. Von Oktober bis Dezember ist anschließend der musikalische Herbst mit einer Fülle an musikalischen Veranstaltungen an der Reihe.
 
Natürlich hat auch Brindisi seine eigene Küche, die wie es heißt, arm aber unverfälscht ist. Viel Fisch und Gemüse kommt hier auf den Tisch. So zum Beispiel gefüllte Zucchiniblüten, Miesmuscheln mit Kartoffeln, mit Fisch gefüllte Auberginen oder aber Lammfleisch mit Artischocken. Außerdem gibt es eine Vielzahl frisch zubereiteter Nudelsorten. Die Liste der Leckereien ist unendlich lang.