Aragonien: Weltkulturerbe im Landesinnern

Aragonien, die Provinz, die in ihren drei autonomen Verwaltungsregionen, Zaragoza, Teruel und Huesca, wunderschöne historische Städte, reiche Kunst- und Bauwerke, atemberaubende Naturlandschaften und eine variierende Küche zu bieten hat.
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Die Basilika in Zaragoza. Foto: Tourspain
 
Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, Zaragoza, stellt seinen Besuchern ein reiches, kunsthistorisches Erbe dar, welches das Ergebnis seiner mehr als zweitausend Jahre alten Geschichte ist. Ejea de los Caballeros, der im Norden der Provinz liegende Ort, ist heute die wichtigste Stadt der dieser Gegend. Über das Land verteilt befinden sich mächtige Festungen, die das Königreich Aragonien vor den Navarresern schützen sollten. Eines der sehenswertesten Bauwerke der Provinz liegt in der zweitgrößten Stadt der Provinz, Calatayud, das Kloster Monasterio de Piedra, welches in einer paradiesischen, farbenvollen Umgebung erbaut worden ist.

Die gesamte Provinz ist geprägt von Bauwerken der Gotik, der Renaissance und des Mudéjar-Stils. Die unglaubliche Landschaft der Pyrenäen, mit ihren imposanten Tälern, Gebirgsseen und Wäldern bietet darüber hinaus noch interessante Sportmöglichkeiten und Ausflugsziele.

Die Provinz Teruel bildet zugleich Grenze und Brücke zwischen dem Flusstal Ebro und der Levante-Region. Auf ihrem Gebiet zeichnet sich eine Vielfalt von reizvollen und überwältigenden Landschaften ab, vom Gebirgsland um Albarracín bis zu den mit Olivenbäumen bepflanzten Ebenen von Alcaniz.

Frühling und Herbst sind ausgesprochen angenehme Jahreszeiten und der relativ kühle Sommer gestaltet diese Gegend zu einem beliebten Ferienziel, mit verschiedenen Möglichkeiten zum Ausüben aller Wintersportarten.

Huesca wird als das Tor nach Spanien bezeichnet, eine historische Festung, die einst den Wachposten Aragoniens bildete, eine Region, die zahlreiche Naturphänomene zu bieten hat.
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Schneelandschaft in Valle de Hecho, Huesca. Foto: Tourspain
 
Begriffe wie Vielfalt und Reichhaltigkeit definieren eine einfache, gehaltvolle und natürliche Küche. Obst und Gemüse wie Spargel, Paprika und Pfirsich genießen verdientermaßen ihren Ruf für exquisite Qualität. Kartoffeln, Kopfsalatherzen und Mischgemüse ergänzen schmackhafte Fleischvariationen, bei denen hauptsächlich Schwein die Basis der Ernährung bildet: Lenden, Schinken, Blutwurst mit Reis oder Zwiebeln, wobei der Schinken aus Teruel im kalten Winter naturgetrocknet wird und dadurch einen einzigartigen, intensiven Geschmack erlangt. Die Weine der Region sind überwiegend stark und herb mit einem relativ hohen Alkoholgehalt von 16 bis 19%.

Wie alle Regionen Spaniens bietet auch Aragonien Unterkunftsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Preislagen und Arten an wie Paradores, Hotels, Gasthäuser, Beherbergungsbetriebe und Campingplätze.

Die Pyrenäen Aragoniens


Die Pyrenäenregion ist das Reich der Natur, des Wassers, der Felsen, der Wälder, der Berge und der Täler. Riesige Steilhänge, auf denen Gämsen heimisch sind, die hierzulande 'sarrios' genannt werden, gewaltige Granit- und Kalksteinformationen, Klüfte, Steilwände, kahle Felsen, üppiger Pflanzenwuchs und Seen bilden eine wildromantische, außrordentliche abwechslungsreiche Landschaft mit vielfältiger reicher Vegetation. Von den Gipfeln der Berge führen zahlreiche Wege in die Täler hinunter.
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Blick auf das Tal von Hecho. Foto: Tourspain
 
In den Tälern Ansó und Hecho haben sich die alten Traditionen des Oberen Aragonien in ihrer reinsten Form erhalten. Vom Hecho-Tal aus gelangt man zum Lizara-Tal, zum Gipfel Visaurín und zum Gebirgssee von Estanes, der dreieinhalb Wegstunden von Oza entfernt liegt. Dieselben Ziele erreicht man auch vom Tal von Aragües aus, nur dass der Aufstieg zum Bergsee beschwerlicher ist.

Zum 2636 Meter hohen Gipfel von Aspe gelangt man von Candanchú oder Aisa-Boráu aus über einen guten Waldwanderweg. In der Nähe des Ortes Candanchú und des Grenzübergangs von Somport, dem 'Summo Portu' des Jakobswegs, ragt der Tobazo mit dem Wintersportplatz Candanchú, dem Massiv von Collarada und dem Gipfel Anayet auf. Das bezaubernde Tena-Tal ist Spaniens naturgeschaffenes Eingangstor von Frankreich aus (El Portalet), welches sich von Biescas bis zur Grenze hinzieht. In seiner Nähe liegt der Wintersportplatz El Formigal und auch Sallent de Gállego mit dem Gletscherkreis von Piedrafita, dem berühmten Kurort Panticosa, der von über 3000 Meter hohen Gipfeln und blauen Bergseen umgeben ist.
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            Casa Alquesera in der Provinz Huesca. Foto: Tourspain
 
Panticosa verfügt außerdem über einen Wintersportplatz und schöne Ausflugsziele wie Selva Verde, Sobocos, Pena Furato und den Gipfel Tendenera. Durch die zum Tal gehörige Schlucht von Bujaruelo wird die geplante internationale Landstraße verlaufen, die von Gavarnie zum Nationalpark von Ordesa und Monte Perdido führen soll, einem überwältigend schönen Naturpark; dadurch sich die Kaskaden des Arazas und über ihm ragen die Gebirgszüge Cutas, Tozal del Mallo und Punta Gallinero auf. Etwas weiter entfernt liegen die Täler Vío und Puértolas, der Engpass Las Devotas und die berühmten Schluchten von Escuain. Von Bielsa aus überschaut man die Täler Pineta und Parzán mit den aus Gletschern gebildeten 'Amphitheatern' von Barrosa und Urdiceto; zwischen beiden verläuft die neue internationaöle Landstraße.

Das Tal El Cinqueta bzw. Gistáin umfasst die Ortschaften Plan, Gistáin und San Juan de Plan. Zu dieser Zone gehört auch Viadós mit seiner Berghütte, über die man zu den Gipfeln Machimala und Eriste aufsteigt.

Im Tal Benasque ragen zahlreiche über 3000 Meter hohe Gipfel auf und zwar sowohl im Bereich von Estós, mit der zweithöchsten Spitze der gesamten Bergkette, dem 3375 Meter hohen 'El Posets', wie auch im Gebiet des Oberen Esera; dieses wird vom Maladeta-Massiv und dessen alles überragenden 3404 Meter hohen Aneto-Gipfel beherrscht, von dem man das schon zur Provinz Lleida gehörende Arán-Tal erblicken kann.

Teruel - Stadt der Liebenden


Teruel, eine Stadt mit 138 000 Einwohnern, gilt als eines der herausragenden Beispiele für die Erhaltung des Mudéjarstils. Als "Mudéjares" bezeichnete man die nach der Reconquista unter christlicher Herrschaft lebenden Mauren. Ihre eigenen maurischen Stilrichtungen entwickelten sie in Anpassung an ihre christlichen Auftraggeber zu dem nach ihnen benannten Stil insbesondere in der Architektur und im Kunsthandwerk weiter. Die maurischen Grundelemente sind im Mudéjarstil vermischt mit Elementen der Gotik und Renaissance.
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Der Turm San Martin in Teruel ist Weltkulturerbe. Foto: Tourspain
 
Das Stadtbild von Teruel ist noch heute geprägt von den zahlreichen Türmen mit herrlichen Keramikarbeiten und den typischen Schmuckornamenten dieses Stils. Ausgehend von der gemütlichen Plaza del Torigo, so benannt nach dem kleinen Stier, der den Brunnen im Zentrum des Platzes ziert, kann man die Sehenswürdigkeiten in der historischen Altstadt in wenigen Stunden zu Fuß erreichen und besichtigen. Die beiden berühmtesten Mudéjartürme, die von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurden, sind die fast identischen Türme El Salvador und San Martín. Der Turm El Salvador mit seiner gleichnamigen kleinen Kirche liegt in einer schmalen Straße. Er erhebt sich über einem spitz zulaufenden Torbogen und ist wie die anderen charakteristischen Türme Teruels von quadratischem Grundriß und charakterisiert durch seine herrlichen grün-weißen Kachelverzierungen. In seinem Inneren beherbergt er auf drei Stockwerken verschiedene Säle und der Besucher kann über 122 Treppenstufen bis zu den Glocken hinaufsteigen, wo er mit einem Blick über die Stadt mit ihren roten Dächern belohnt wird.

Auch die sehenswerte Kathedrale der Stadt besitzt einen Glockenturm im Mudéjarstil genauso wie die Kirche San Pedro.

Für viele Spanier ist Teruel aber auch die "Stadt der Liebenden". Kaum jemand kennt sie nicht, die traurige Liebesgeschichte von Isabel de Segura und Diego de Marcillo, zwei jungen Leuten aus dem 13. Jahrhundert, die der Legende nach erst im Tode zusammenfanden und deren Mausoleum man über schmale Treppen von der Plaza del Torigo aus erreicht. Die Geschichte der beiden jungen Menschen, deren wunderschönes marmornes Grabmal des Bildhauers Juan de Avalo zum Pilgerort für viele Hochzeitsreisende wurde, hat als Vorlage literarischer und bildhauerischer Werke gedient.
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Der Turm El Salvador im Mudéjarstil. Foto: Tourspain
 
Genau wie die Stadt selbst ist die Region um Teruel voll von Legenden und Geschichten, die sich um die tradtionsreichen Orte ranken.

Wer nicht genug vom Mudéjarstil in Teruel selbst gesehen hat, der sollte sich entlang der Route des nordwestlich gelegenen Jalón-Flusses in die Städte Daroca und Calatayud begeben. Hier finden sich wahre Schätze an Mudéjar-Türmen und -Kirchen.

Nicht versäumen sollte man einen Abstecher in die Sierra de Albarracín und das gleichnamige Dorf, das gekrönt wird von der noch immer mächtig erscheinenden Ruine der einstigen arabischen Festung, deren Mauern sich den Hang entlangziehen. Schon bei der Anfahrt ist das historische Zentrum von Albarracín sichtbar: Die Kathedrale mit ihrem blau-weiß gekachelten Dach, die rötlich-braunen Häuser mit den Holzbalkonen. Schmale Treppenstufen führen hinauf in das alte Zentrum, das mit seinen engen, verwinkelten Gässchen und Treppen wohl als eines der schönsten Dörfer Spaniens vollständig unter Denkmalschutz steht. Auf der kleinen Plaza Mayor mit ihrem roten Rathaus, Arkaden und Holzbalkonen sitzen die wenigen Besucher und Einwohner in einer der kleinen Tavernen oder auf den Steinbänken davor und halten ein Schwätzchen.


Kaiser Augustus gründete Zaragoza

Die heutige kulturhistorische Stadt Zaragoza ist das Ergebnis ihrer jahrtausendalten Geschichte. Die Gründung der Stadt fand zwischen 19 und 15 vor Christus statt; sie war eine römische Kolonie mit dem Namen Cesaraugusta, von ihrem Gründer Kaiser Cäsar Augustus hergeleitet.
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Blick auf Palast Aljafería. Foto: Tourspain
 
Römer, Muslime, Juden und Christen hinterließen hier ihre Spuren, von wo auch die Bezeichnung Zaragozas als 'Stadt der vier Kulturen' herstammt. Im Jahre 714 eroberten die Mauren die Stadt und nannten sie Sarakusta. Sie bauten imposante Bauwerke wie den großartigen Palast Aljafería aus dem 11. Jahrhundert. Die schönen Türme und Kuppeln des Domes der Heiligen Jungfrau von Pilar, der Schutzheiligen Spaniens, spiegeln sich im Fluß Ebro wieder, welcher durch die Stadt hindurchfließt. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt von den Christen erobert.

Heute zeigt sich das friedliche Zusammenleben der drei großen Religionen in der Mudejar-Kunst, der harmonischen Vereinigung von arabischen und abendländischen Kulturelementen. Besonders die Kirchentürme im gotischen Mudejar-Stil verleihen Zaragoza sein charakteristisches Profil und prägen das Stadtbild: die Türme der Kirchen San Pablo, San Gil Abad, San Miguel de los Navarros, Santa María Magdalena und die Kuppel der Kathedrale San Salvador.

Aufgrund ihres Reichtums an Kontrasten und an Kunststilen übt auch die Provinz Zaragoza eine starke Anziehungskraft aus. Schlanke Glockentürme im Mudejar-Stil überragen auch hier die Orte Utebo, Alagón, Ricla, La Almunia de Dona Godina, Lumpiaque und Almonacid de la Sierra, und verleihen ihnen einen exotischen Hauch. In der Zone Los Monegros stehen zahlreiche Türme des Mudejar-Tradition wie die von Villamayor, Lecinena und Perdiguera in einer lichterfüllten, herben Landschaft. Der Ort Campo de Carinena ist berühmt für seine ausgezeichneten Weine, die den Namen dieser Gegend als Herkunftsbezeichnung führen.

Auf der Strecke nach Madrid liegt Calatayud, das einstige Bílbilis der Römer, welches die Heimat des Dichters Martial war und heute die zweitgrößte Stadt der Provinz bildet. Der touristische Hauptanziehungspunkt der Zone ist das Kloster Monasterio de Piedra des Zisterziensordens, welches in einer paradiesisch anmutenden Umgebung erbaut worden ist. In derselben Zone findet man Alhama de Aragón und Jaraba mit Heilbädern, die auf die Römerzeit zurückgehen.

In Unteraragonien liegt an der Grenze der Provinz Teruel das belebte Städtchen Caspe, von wo man zum zweitgrößten Zisterzienserkloster kommt, dem Monasterio de Rueda, zu dem ein reizvoller Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert gehört.
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Die Plaza del Pilar. Foto: Tourspain
 
Aufgrund ihres Reichtums an Kontrasten und an Kunststilen übt auch die Provinz Zaragoza eine starke Anziehungskraft aus. Schlanke Glockentürme im Mudejar-Stil überragen auch hier die Orte Utebo, Alagón, Ricla, La Almunia de Dona Godina, Lumpiaque und Almonacid de la Sierra, und verleihen ihnen einen exotischen Hauch. In der Zone Los Monegros stehen zahlreiche Türme des Mudejar-Tradition wie die von Villamayor, Lecinena und Perdiguera in einer lichterfüllten, herben Landschaft. Der Ort Campo de Carinena ist berühmt für seine ausgezeichneten Weine, die den Namen dieser Gegend als Herkunftsbezeichnung führen.

Auf der Strecke nach Madrid liegt Calatayud, das einstige Bílbilis der Römer, welches die Heimat des Dichters Martial war und heute die zweitgrößte Stadt der Provinz bildet. Der touristische Hauptanziehungspunkt der Zone ist das Kloster Monasterio de Piedra des Zisterziensordens, welches in einer paradiesisch anmutenden Umgebung erbaut worden ist. In derselben Zone findet man Alhama de Aragón und Jaraba mit Heilbädern, die auf die Römerzeit zurückgehen.

In Unteraragonien liegt an der Grenze der Provinz Teruel das belebte Städtchen Caspe, von wo man zum zweitgrößten Zisterzienserkloster kommt, dem Monasterio de Rueda, zu dem ein reizvoller Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert gehört.