Balearen - der Sommer ist nicht weit
Geographisch gesehen handelt es sich bei den Balearen um ein zusammenhängendes Archipel. Dennoch könnten die Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln nicht größer sein. Der Hauptgrund dafür ist auch in der unterschiedlichen Geschichte der vier Hauptinseln zu finden. Auf Mallorca sind heute noch die Spuren der Römer zu sehen, Ibiza wurde stark durch die Eroberungen der Araber und Karthager geprägt und Menorca trägt immer noch die Zeichen der englischen Kolonialherren.
Blick auf den Playa Y la Cala auf Menorca. Foto: Tourspain
Die Inselgruppe ist zum bedeutendsten Ziel und Zentrum des Tourismus im Mittelmeerraum geworden. Doch auch touristische Aktivitäten nehmen je nach Insel verschiedenen Formen an.
Menorca ist ein Naturparadies, das geruhsame Erholung bietet, nach Ibiza zieht es die jugendlichen Nachtschwärmer, die das wilde Partyleben auskosten wollen. Mallorca ist die Insel mit der größten Angebotspalette und ihr Ruf als lebhaftes Reiseziel ist hinlänglich aus den Medien bekannt. Aber auch auf Mallorca gibt es ruhige, idyllische Gebiete fernab von Massentourismus und Ballermann 6.
Alle Inseln bieten ihrem Besucher jedoch eine hervorragende Infrastruktur, ein riesiges Freizeitangebot und den Wechsel zwischen eleganten Badeorten und rustikalen Dörfern, zwischen den traumhaften Sandstränden und der interessanten Landschaft im Landesinnern.
Agritourismus auf Mallorca. Foto: Tourspain
Untereinader sind Menorca, Mallorca und Ibiza durch Flug- und Fährverbindungen zugänglich gemacht worden. Auf dem gleichen Weg lassen sich auch das etwas kleinere Formentera, sowie die vielen Felseninseln erreichen. Unter diesen ist besonders das zum Meer- und Nationalpark erklärte Cabrera erwähnenswert.
Begünstigt wird die Anziehungskraft der Inselgruppe noch durch das optimale, gemäßigte Klima, das für das Mittelmeer typisch ist. Im Sommer werden hier Spitzenwerte von ca. 30°C gemessen und auch im Winter versprechen angenehme 15°C und Sonnenschein eine willkommenen Abwechselung zum deutschen Schmuddelwetter. Und das nur zwei Flugstunden von zu Hause entfernt!
Tourismus ohne Masse
Menorca, die zweitgrößte Balearen Insel, bietet trotz ihrer Nähe zu Mallorca und des gleichklingenden Namens ein Urlaubserlebnis der völlig anderen Art.
Der Strand Playa y la cala. Foto: Tourspain
Der Massentourismus hat hier keinen Einzug gehalten und die Besucher finden Ruhe und Erholung vor einer außergewöhnlichen Naturkulisse. Am 7.Oktober 1993 wurde die Insel zum Biosphären-Reservat erklärt und 43Prozent der Fläche Menorcas steht unter dessen Schutz. Die Küste ist zum größten Teil in ihrem unbebauten Zustand belassen worden und es finden sich saubere Buchten und Strände mit kristallklarem Wasser. Das milde Klima sorgt für eine facettenreiche Flora und gerade im Frühling erscheint die menorquinische Landschaft wie in ein Farbenmeer aus zahllosen Blüten getaucht.
Dichte Wälder wechseln sich mit kleinen Sumpfgebieten ab und bilden den Lebensraum für seltene Vögel: mit etwas Glück lassen sich hier sogar Flamingos beobachten. Die Insel ist in zwei große Landschaftsabschnitte gegliedert: im Süden, wo auch die längeren Sandstrände liegen, finden sich von Schluchten zerschnittenen weite Ebenen, im Norden stößt man dagegen auf felsige Hügel. Die rauen Küstengebiete in diesem Teil der Insel haben ihren eigenen wild-romantischen Charakter.
Die beiden wichtigsten Städte der Insel liegen jeweils am westlichsten und östlichsten Punkt Menorcas, gerade so als wollten sie zwischen sich den größt möglichen Abstand halten. Tatsächlich haben sowohl die Hauptstadt Mahón, als auch Ciutadella ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild.
Mahón wurde von den Karthagern gegründet und 1722 unter britischer Herrschaft zur Inselhauptstadt. So ist denn auch der Einfluss der Engländer noch überall in der Stadt präsent. Zwar finden sich in den verwinkelten Gassen der Altstadt noch viele interessante alte Kirchen, doch maßgeblich ist die Architektur durch den britischen Stil geprägt. So ist zum Beispiel aus dem Mittelalter auch lediglich ein einziges Stadttor erhalten geblieben. 
Schiffe in einer schönen Bucht vor Menorca. Foto: Tourspain
Das Zentrum der Stadt ist die Placa de Esplanada, von der aus man durch die Fußgängerzone zum Fisch- und Gemüsemarkt gelangt, der unter dem alten Kreuzgang eines ehemaligen Klosters liegt. Von dort bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Hafen von Mahón. Dabei handelt es sich um den größten Naturhafen im Mittelmeer, der mittlerweile ein beliebtes Ziel für Yachten und Kreuzfahrer geworden ist. Um die Hafenpromenade hat sich eine Vielzahl von Restaurants angesiedelt in den hervorragende balearische Spezialitäten zubereitet werden. Vor allem der Fisch, der hier fangfrisch auf den Tisch kommt, ist sehr empfehlenswert und die Grundlage vieler typischer Gerichte.
Ciutadella war vor Mahón Inselhauptstadt, wodurch sich auch die Rivalität der Städte erklärt. Hier herrscht eine durch und durch spanische Atmosphäre. Die Stadt ist Bischofssitz und wurde auf grund der vielen herrlichen Baudenkmäler, der alten Paläste und prächtigen Kirchen zum historischen Monument erklärt. Der maurische Einfluss aus der Besetzung durch die Araber ist auch heute noch sichtbar. Zu einem der wenigen erhaltenen Beispiele der katalanischen Gotik zählt die Kathedrale von Ciutadella, die auf den Grundmauern der ehemaligen arabischen Moschee errichtet worden ist.
Der Stadtkern, dessen Zentrum die Plaza des Borne ist, bietet immer noch eine mittelalterliche Atmosphäre. Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen führen zum Hafen, wo sich auch die meisten Restaurants und Bars befinden. Der malerische Hafen liegt an einer tiefen Bucht und lädt mit seiner lebhaften, mediterranen Atmosphäre zu jeder Tages (und besonders Nacht-) zeit zu einem Besuch ein. Vor allem in der Hauptsaison herrscht auf dem Wasser ein reges Treiben von Segelyachten und Motorbooten, die hier vor Anker gehen.
Die Strände der Insel stehen ebenfalls häufig unter Naturschutz, so das man riesige Hotelkomplexe und Menschenmassen an Menorcas Küste nicht finden wird. Der schönste Strand im Norden ist Son Saura, weiter westlich lässt es sich an den Stränden von Platja de Ferragut, Binimel-lá und Cala Pregonda herrlich baden. Zu den schönsten Buchten des gesamten Mittelmeerraums zählt man die Cala Galdana und im Süden der Insel lädt Son Bou , als längster Sandstrand der Insel zu ungetrübten Badespass ein.
Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Landschaft von La Vall: an eine harmonische, heideähnlich Landschaft schließen sich helle Sanddünen an, über die man den Strand erreicht. Allerdings ist das unter Naturschutz stehende Gebiet nur gegen die Ausrichtung einer Eintrittsgebühr zu betreten.
Auch innerhalb der Insel lassen sich die verschiedenen Landschaftstypen erkunden, zudem gibt es idyllische Dörfer in denen man durch die kleinen Gassen streifen kann. Alaior – hier gibt es ein altes Augustinerkloster und die Pfarrkirche zu besichtigen -, Ferreries und Es Mercadal verfügen über schöne Ortskerne.
Zusätzlich kann man von Es Mercadal auf den Monte Toro, den höchsten Berg der Insel steigen. Auch auf dem Gipfel befindet sich ein Kloster mit einer sehenswerten Renaissance Kirche aus dem 1595. Von hier oben bietet sich einem ein imposanter Blick über die Landschaft der Insel und ihre beschauliche mediterrane Ruhe. Die schönsten Sonnenuntergänge Menorcas lassen sich ebenfalls von dort aus genießen.
Altertum triff Partyleben auf Ibiza
Schon für die Phönizier war Ibiza die magische Insel, die von den Göttern gesegnet war. Es wurde als glücksbringend angesehen kleine Amulette bei sich zu tragen, die mit Erde der Balearen-Insel gefüllt war. Angesichts der hohen Besucherzahlen scheint sich auch bis heute nichts an der magischen Anziehungskraft der Insel geändert zu haben.
Surfer vor Ibiza. Foto: Tourspain
Bereits im Altertum wusste man genau um die Vorteile der Insel. Nach ihrer Entdeckung im Jahr 654 v. Chr. durch die Phönizier wurde Ibiza-Stadt unter dem Namen Ibossim gegründet und zählt damit zu den ältesten Städten Europas. Ibiza wurde zu einer der wichtigsten Handelsstationen im Mittelmeerraum. Schon damals gab es einen grossen Hafen, starke Festungsmauern und beeindruckende Häuser. Das begehrteste Gut Ibizas war das 'Weisse Gold' - Salz. Auch heute noch wird in den von den Phöniziern angelegten Salzfeldern, den Salinen im Süden der Insel, aus Meerwasser Salz gewonnen.
Im Zuge der punischen Kriege endete die Herrschaft der Phönizier jedoch und die Insel fiel den Römern zu, die sie zu einer freien Konföderationsstadt machten. Von ihrer Anwesenheit zeugen heute noch einige Bauwerke und besonders die beiden römischen Statuen, von denen das Haupttor zur Altstadt geziert wird.
Die Treppe Escalinata en dalt vila auf Ibiza. Foto: Tourspain
Wesentlich prägender für Kultur und Folklore der Insel war die Herrschaft der Araber, die im 9. Jahrhundert begann. Der arabische Einfluss auf die Insel ist bis heute im Dialekt der Bewohner, in den Tänzen und Musikinstrumenten und auch in der Architektur der Häuser zu spüren. Auch die Wirtschaft der Insel erfuhr wieder eine Blütezeit und sorgte für Wohlstand unter der Bevölkerung.
Am 8. August 1235 schließlich nahmen die Katalanen die Insel für sich ein. Einer Legende zufolge war dies nur durch den Verrat des Bruders des Kalifen möglich. Dieser hatte sich mit seinem Bruder um eine Haremsdame gestritten. Gekränkt verriet er den Katalanen einen geheimen Eingang in die als uneinnehmbar geltende Festung.
Mit den Katalanen hielt auch das Christentum Einzug auf der Insel. Die Moschee wurde niedergerissen und an ihrer Stelle entstand die heutige Kathedrale; die Dörfer wurden nach Heiligen umbenannt und es entstanden mit der Zeit die vielen christlichen Kirchen.
Heute begeistert Ibiza seine Besucher jedoch nicht in erster Linie mit seiner bewegten und interessanten Geschichte. Die meisten Touristen kommen wegen des Strandlebens und dem breiten Unterhaltungsangebot auf die Insel. Begünstigt wird der Tourismus natürlich auch durch das traumhafte Klima. Auch im Winter sinken die Temperaturen fast nie unter den Gefrierpunkt. Tagsüber liegen die Temperaturen auch von November bis April bei circa 15 Grad Celsius, doch in der Sonne werden schnell 25 Grad erreicht, die zu langen Spaziergängen einladen.
Und auch während der Wintersaison ist ein Besuch in jeder Hinsicht lohnend: man hat die Insel quasi für sich allein, an der Stränden herrscht Ruhe und weder Liegen noch Sonnenschirme versperren die Sicht. Die Wintermonate sind genau richtig, um sich auf Ibiza ohne den Trubel der Sommersaison zu entspannen.
Das Stadtbild von Ibiza. Im Hintergrund die Kathedrale. Foto: Tourspain
Beliebteste Reisezeit bleibt aber der Sommer: Millionen von Sonnenhungrigen bevölkern jedes Jahr die herrlichen Strände der Insel.
Hauptanlaufpunkt der Gäste ist die Hauptstadt Eivissa, mit ihren am Strand gelegenen Vororten Figueretas und Playa d’en Bossa. In Ibiza Stadt konzentrieren sich all die Attraktionen, die den Reiz der Insel ausmachen: während man tagsüber durch die verwinkelten Gassen der Altstadt bummeln kann, pulsiert hier abends das legendären Nachtleben. Zahlreiche Boutiquen laden zum Geldausgeben ein und in den vielen Restaurants kann man in einem ruhigen Innenhof die lokalen Spezialitäten geniessen.
Auf keinen Fall versäumen sollte man die Altstadt, die sich am besten zu Fuss erkunden lässt. Innerhalb der meterdicken Festungsmauer fühlt man sich wie ins Mittelalter zurückversetzt. Die alten Stadthäuser sind immer noch bewohnt und man kann hier die Ibizenkos in ihren traditionellen Trachten beobachten. Durch die prachtvollen Portale der Häuser blickt man auf kunstvolle Treppenaufgänge, kleine Kapellen oder begrünte Innenhöfe.
Darüber hinaus sollte man zur alten Festung hinaufsteigen, von deren Zinnen aus sich ein spektakulärer Ausblick ergibt. Vom Vorplatz der gotischen Kathedrale Nuestra Senora de las Nieves hat man den besten Blick auf den Hafen, der abends von zahllosen Lichtern erhellt wird. Hier liegt auch das archäologische Museum, das eine bedeutende Sammlung an punischen Fundstücken beherbergt, die alle von der Insel stammen.
Direkt unter der Festungsanlage gelangt man ins Viertel Sa Penya. In den engen Strassen, die von Häusern im arabischen Stil gesäumt werden, spielt sich das Nachtleben der Stadt ab. Hier reiht sich eine Bar an die Nächste und die Boutiquen haben bis nach Mitternacht geöffnet. Besonders in den zum Hafen führenden Strassen Calle Mayor und Calle de la Virgen werden die ausgefallensten Outfits zur Schau gestellt, getreu dem Motto: sehen und gesehen werden.
In den Lokalen, die direkt am Wasser gelegen sind kosten die Getränke etwas mehr, dafür sitzt man jedoch in der ersten Reihe, um das bunte Treiben genau zu beobachten. Zu späterer Stunde zieht es vor allem die jüngeren Besucher in die grossen Clubs und Discos. Das Pacha, das Amnesia oder das Privilege sind längst zu festen Institutionen geworden und allein diese Namen locken die Besucher aus ganz Europa an. Denn im Sommer legen hier die bekanntesten DJs auf und es werden die wildesten Partys gefeiert.
Strassencafé im Hafen. Foto: Tourspain
Die beiden anderen touristischen Zentren der Insel liegen in San Antonio sowie Santa Eulalia.
San Antonio ist die zweitgrößte Stadt auf Ibiza und war bis vor kurzem vor allem bei britischen Gästen sehr beliebt. Doch zunehmend entdecken auch Deutsche, Skandinavier und sogar Amerikaner den Badeort für sich. Auf der schönen Promenade lässt es sich angenehm flanieren und die seicht abfallenden Strände garantieren sicheres Badevergnügen.
Zentrum der Stadt ist der Hafen, an dem die Promenade verläuft und auf dessen Wasser sich stets elegante Yachten, kleine Schnellboote und Fähren bewegen. Von den Römern erhielt er den Namen Portus Magnus und gilt als einer der schönsten natürlichen Häfen in Europa. Die Plaza lädt mit ihren Blumenbeten und Springbrunnen zum Verweilen ein und am 24. August findet hier das alljährlichen Feuerwerk zu Ehren des heiligen Bartholomäus statt.
Entlang des Rathauses reihen sich die Cafes und Bars aneinander und in Richtung Yachthafen findet man sehr gute und exklusive Restaurants. Hier liegen auch die alte Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert und die meisten Geschäfte und Boutiquen. Viele Strassen hier sind begrünt worden oder wurden in Fussgängerzonen umgewandelt, was für ein harmonischeres Bild des Stadtkerns gesorgt hat.
Santa Eulalia ist die drittgrößte Stadt der Insel und da sie vor allem bei Familien mit Kindern und älteren Gästen populär ist, geht es hier im Ganzen ruhiger und gemäßigter zu als in Eivissa oder San Antonio. Im Gegensatz zu den beiden anderen Städten, die als die Partyhauptstädte der Insel gelten, ist Santa Eulalia das kulturelle Zentrum Ibizas. Hier findet man die Top-Restaurants, den eleganten Yachthafen, Kunstgalerien und luxuriöse Einkaufsmöglichkeiten.
Von den örtlichen Behörden wurden große Geldsummen investiert um den Ort zu einem attraktiven Urlaubsziel zu gestalten, das einem anspruchvollen Publikum gerecht wird. So wurde zum Beispiel die prächtige Promenade gebaut, die entlag des breiten, auch künstlich angelegten Sandstrandes verläuft. Kilometerlang kann man hier spazieren, vorbei an Palmen, kleinen Gartenanlagen und Springbrunnen.
Daneben spielt sich das Leben hauptsächlich auf der Calle San Jaime –der baumbestandenen Hauptstrasse auf der man sich mittags zum Kaffee trifft - und der Calle San Vicente – der Restaurantstrasse mit ausgelassenem, mediterranem Flair – ab. Um den Yachthafen herum befinden sich ebenfalls Geschäfte, gute Restaurant und Bars, so dass sich die elegant gestaltete Anlage zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat.
Daneben sind auch Es Cana und Portinatx noch nennenswerte Urlaubsorte, die jedoch wesentlich kleiner ausfallen und vor allem bei Familien beliebt sind, die einen entspannten Urlaub suchen.
Auch hier gibt es schöne Strände, dafür aber ein weniger breites Angebot an Restaurants und Unterhaltung. Richtig lebhaft wird es in Es Cana meist nur Mittwochs, wenn auf dem Gelände des Clubs Punta Arabi der traditionelle Hippiemarkt stattfindet, der jugendliche Gäste aus den großen Zentren anlockt.
Formentera - saubere Strände und klares Wasser
Formentera ist die kleinste Insel des balearischen Archipels, was aber keinesfalls ein Nachteil ist. Im Gegenteil viele Besucher halten sie für die schönste Insel der Balearen: Hier findet man noch saubere Strände, das klarste Wasser des Mittelmeers und selbst in der Hochsaison bleibt es hier angenehm ruhig.
Der Strand in Es Copinar in Sant Francesc auf Formentera. Foto: Tourspain
Doch nicht nur wegen des uneingeschränkten Badevergnügens kommen Formenteras Gäste immer wieder gerne zurück. Auch im Hinterland der Insel gibt es einiges zu entdecken. Die Insel ist besonders flach. Diese Gegebenheit, sowie das milde Klima und die nicht allzu großen Entfernungen, machen die Insel zu einem schönen Ort für Radfahrer. So nutzen viele Gäste diese Möglichkeit, um die Insel kennen zulernen. Das Zentrum des Tourismus auf Formentera ist der Ort Es Pujols. Hier stehen die meisten Hotels und hier findet auch das Nachtleben statt. Zusammen mit El Pilar de la Mola, Sant Ferran de ses Roques und La Savina gehört es zur einzigen Gemeinde der Insel: Sant Francesc. In der Bucht von Es Pujols befindet sich der lebhafte Strand, an dem es auch einige Bars sowie Angebote für Wassersport gibt. Entlang der mit Palmen gesäumten Strandpromenade kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen und besonders abends sind hier viele Stände mit Schmuck, Textilien und Kunsthandwerk aufgebaut, die zum Bummeln einladen. Und obwohl Pujols das touristische Zentrum ist, ist es immer noch kein Vergleich zu den Touristenhochburgen auf Ibiza und Mallorca: die Hotels sind hier in der Regel nur maximal 3 Stockwerke hoch und insgesamt ist alles noch recht überschaubar. Auch im Nachtleben geht es ruhiger zu. Zwar bietet der Ort ein gutes Unterhaltungsangebot, das Discos, Bars und Nachtclubs mit einschließt, von den wilden Partynächten Ibizas fehlt dennoch jede Spur.
Die weiteren Strände auf Formentera sind allesamt ausgesprochen sauber und ermöglichen sicheres Baden. Cala Saona, El Tiburon, Migjorn und Playa Tanga gehören zu den Schönsten, an denen man das tief blaue oder türkisfarbene Wasser ausgiebig genießen kann.
Eine Fülle an historischen Baudenkmälern gibt es auf Formentera zwar nicht, einige interessante Sehenswürdigkeit sind aber trotzdem für einen Ausflug lohneswert. Dazu gehören in jedem Fall die Höhlen von Xeroni. Durch Zufall wurden diese Tropfsteinhöhlen 1975 entdeckt und seit dem lassen sich hier Stalaktiten und Stalagmiten besichtigen, in denen man mit etwas Phantasie Figuren wie den Nikolaus, einen Stiefel oder Richard Wagner sehen kann.
Die Leuchttürme von La Mola und Cap de Barbaria sollte man ebenfalls besuchen, da sie ausserdem noch in einer herrlichen Landschaft gelegen sind und man von den schroffen Steilklippen eine tolle Sicht über das Mittelmeer hat.
Wer sich eher für Folklore interessiert, sollte das Heimatkundemuseum Museu Etnologic in San Fransisco besuchen, das eine aufschlussreiche Sammlung an Werkzeugen, Einrichtung und Schiffsmodellen präsentiert.
Eine bunte Mischung aus Kunsthandwerk, Kleidung und Kulinarischem wird auf dem Kunst- oder Hippiemarkt in El Pilar angeboten, was sich zum Teil wohltuend von den sonst üblichen Souveniers abhebt. Teilweise kann man hier den Künstler bei der Arbeit zusehen und Musik und Tanz sorgen für Unterhaltung.
Für einen kulinarischen Ausflug sollte man sich in das Restaurant Mirador begeben. Es liegt am rechten Rand der Serpentinen hinauf zur La Mola Hochebene und von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Überblick über nahezu die komplette Insel.Bei gutem Wetter bietet sich ein Panorama, welches auf keiner Postkarte besser wiedergegeben werden könnte.
Fahrradtourismus auf Formentera
Eine gute Art um Formentera zu erkunden ist eine Fahrt mit dem Fahrrad von Sant Ferran de Ses Roques bis nach Sa Mola. Bei diesem Ausflug ans 'Ende der Welt' sind die zu fahrenden Strecken kurz und die Landschaft aufgrund der verschiedenen, oft kontrastreichen Farbtönen malerisch schön. Von Sant Ferrán, in der Mitte der Insel, geht die Fahrt bis zum Leuchtturm Sa Mola, wo ein Denkmal an Jules Verne erinnert.
Der französische Schriftsteller und Vater der Science-Fiction-Dichtung erwähnte Formentera in seinem Zukunftsroman „Reise durch das Sonnensystem“.
Die Radtour beginnt in dem kleinen Ort Sant Ferran de ses Roques. Hier befindet sich die berühmte Fonda Pepe, eine einstige Hippy-Hochburg. Im Speisesaal, der mit Malereien und Zeichnungen der Hippyjahre gefüllt ist, trifft sich auch heute noch ein buntes Publikum.
Von Sant Ferran geht es auf einer asphaltierten Strasse weiter in Richtung Osten, parallel zu den Stränden von Migjorn entlang. Ein 6 km langer Küstestreifen mit glasklarem Wasser verlockt zum Baden.
Im Fischerdorf Es Caló de Sant Agustí sollte man den nächsten Halt machen. Es heiβt, dass dieser Ort im 9. Jahrhundert entstanden und von Augustinermönchen als Ankerplatz verwendet worden ist, die später in Sa Mola ein Kloster errichteten. Heute ist Es Caló ein ruhiger Ort mit hübschen Restaurants, von deren Terrassen aus man den schönen Sonnenuntergang auf der Insel beobachten kann.
Bis man zur Ebene von Sa Mola gelangt, hat man noch einen steilen Abschnitt vor sich. Doch die Mühe lohnt sich, denn von dort aus kann man eine herrliche Aussicht über die ganze Insel genieβen. Die Straße führt bei El Pilar vorbei, einem Ort, der ganz anders als alle anderen ist. Er entstand rund um seine Kirche aus dem Jahre 1784. Der wohl berühmteste Gast, den El Pilar de sa Mola beherbergte, ist Bob Dylan. In den Bars des Ortes kann man den so typischen Ziegenkäse verköstigen, der mit Trockenfeigen serviert wird. Jeden Sonntagnachmittag verkaufen junge Leute auf dem Kunsthandwerksmarkt handgestrickte Pullover oder Schals aus Formenteraner Wolle. Am Ende der Strasse befindet sich der Leuchtturm La Mola , der bereits seit 1861 den vorbeiziehenden Schiffen den Weg weist. Das flache Gelände endet abrupt in einem steilen Klippenabhang, der 124 m hoch ist. Doch von vielen Stellen aus kann man ohne Gefahr aufs Meer hinunter schauen. Und über einen Treppenabgang gelangt man sogar bis an das Meer.
Die Radstrecke, Hin- und Rückfahrt miteingeschlossen, beträgt insgesamt 26 km. Einige Abschnitte davon sind ein wenig steil, doch die Aussicht, die einem geboten wird, ist einfach herrlich. Ratsam ist es, ein Fahrrad mit Gängen zu benutzen.
Ibiza - Insel für die ganze Familie
Viel zu entdecken: Die Insel Ibiza überrascht auf nur 572 Quadratkilometern mit einer bunten Palette an Urlaubsmöglichkeiten. Eine zauberhafte Landschaft und reichhaltige kulturelle Schätze, vielfältige Freizeitaktivitäten und exquisite Küche, Topstrände und typische Dörfer im Landesinneren, die zum Entdecken des traditionellen Ibiza einladen – besonders Familien können hier noch ihr ganz persönliches Paradies finden.
Eine der zahlreichen schönen Buchten auf Ibiza. Foto: Tourspain
Dank der überschaubaren Größe Eivissas, so der Inselname in der Landessprache, sind alle Ziele schnell erreichbar – was es gerade Familien mit Kindern ermöglicht, ihre wertvolle Urlaubszeit voll zu nutzen. Über 60 Prozent der Gäste auf der nur zwei Flugstunden entfernten Insel sind Familien, in den nächsten Jahren wird sich der Anteil voraussichtlich weiter erhöhen. „Sicher ist Ibiza auch die bevorzugte Destination für Party und Fun, aber diese Zielgruppe ist fast nur im Juli und August hier“, so Jorge Alonso Gasalla, Manager des Fomento del Turismo de la Isla de Ibiza. „Durch die enorme Medienberichterstattung zu diesem Thema kennen viele vor allem diese Seite unserer Insel – und sind überrascht, was Ibiza noch zu bieten hat.“
Die Baleareninsel besticht mit ihren pinienbedeckten Hügeln und zahlreichen Stränden und Buchten. Das kristallklare Wasser gehört zum saubersten im Mittelmeerraum und wird an vielen Stellen konstant mit der begehrten Blauen Flagge ausgezeichnet. 40 Prozent der Inselfläche stehen unter Naturschutz.
Von der UNESCO wurde Ibiza im Jahr 1999 zum Weltkulturerbe erklärt: Die eindrucksvolle Renaissance-Stadtmauer von Dalt Vila, dem alten Kern der Hauptstadt Eivissa, die Nekropole am Puig des Molins und die phönizische Siedlung Sa Caleta wurden für ihren kulturellen Wert ausgezeichnet, die Neptungraswiesen (Posidonia Oceanica) für ihre beeindruckende Natur.
Blick zur Kathedrale. Foto: Tourspain
Dank zahlreicher Freizeitmöglichkeiten hat Langeweile auf der Ferieninsel keine Chance: Die Auswahl reicht vom erholsamen Tag an einem der 56 Strände, Wassersport satt oder Fahrradtouren im hügeligen, aber einfach befahrbaren Gelände über den Segeltripp zur nahegelegenen Insel Formentera bis hin zum Bummel durch die zauberhafte Altstadt Eivissas oder Ausflüge zu den weißgekalkten Kirchen und majestätischen Verteidigungstürmen der Insel. Und: Der nächste Strand ist immer ganz in der Nähe.
Geringe Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten und milde Winter machen die Insel auch außerhalb der Hochsaison zum Traumziel. Vor allem in diesen Saisonzeiten wird Ibiza zum echten Geheimtipp und lässt sich – jenseits von Nightlife und Party – besonders authentisch erleben. Urlauber haben jetzt ihre Lieblingsbuchten fast für sich, und insbesondere Herbst und Frühjahr sind ideal für Wanderungen in der Natur geeignet.
Verschiedene Kulturen prägten die Insel in ihrer abwechslungsreichen Geschichte, was sich noch heute in Kulturdenkmälern und der fast schon sprichwörtlichen Offenheit und Gelassenheit der Ibizenkos ausdrückt. Sie zog schon vor Jahrzehnten Künstler und Intellektuelle an, die sich auch heute noch von der friedlichen, kreativen Atmosphäre Ibizas inspirieren lassen und gleichzeitig zum Flair der Insel beitragen.
Zahlreiche Kulturzentren und Galerien zeugen vom künstlerischen Schaffen, und das Angebot in Sachen Mode und Shopping sucht seinesgleichen: Die weltberühmten Hippiemärkte strahlen den bunten Charme vergangener Zeiten aus, und in der berühmten Adlib-Mode kommt die Kreativität ibizenkischer Designer zum Ausdruck.
Auch im Bereich Essen und Trinken gibt es einiges zu entdecken: Etwa 2.000 Bars und Restaurants locken mit ihren Köstlichkeiten, von ländlicher Küche bis hin zur Gourmet-Cuisine. Typisch sind die einzigartigen Strandrestaurants mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre. Original ibizenkische Gerichte werden ergänzt durch eine eigene reiche Weintradition: Der hier angebaute Wein gilt als einer der besten und vollmundigsten des Mittelmeerraumes.
Kein Wunder, dass Besucher gerne wiederkommen: Die Insel verzeichnet unter den deutschen Gästen viele Wiederholer – mit steigender Quote. Obwohl das touristische Angebot der Insel laut Umfragen hierzulande wenig bekannt ist, zeigt sich eine hohe Zufriedenheit bei denen, die die Insel besucht haben: 80 Prozent der Urlauber bewerteten ihren Aufenthalt als gut oder sehr gut
„Bereits in den letzten Jahren wurden einige Investitionen getätigt – und künftig wird massiv in touristische Infrastruktur, Renovierung und Errichtung von Hotels im 4- und 5-Sterne-Segment, öffentliche Einrichtungen, Umweltschutz und neue Projekte investiert werden“, erklärt Jorge Alonso Gasalla. „Wir gehen strategisch vor, um unsere Angebotspalette weiter auszubauen und verstärken gleichzeitig unsere Marketingaktivitäten – Ibiza wird auch künftig für Überraschungen sorgen.“
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