Cordoba - Highlights 2006

Cordoba, die andalusische Weltkulturerbestadt am Guadalquivir, wird in diesem Jahr mit einem breit angelegten Kultur- und Tourismusprogramm zahlreiche Reisende anlocken. 2006 dreht sich in Cordoba (fast) alles um den Flamenco, wird doch in diesem Jahr das „Jahr des Flamenco“ gefeiert. Den Programmhöhepunkt stellen drei Galaveranstaltungen dar, bei denen die Stars der Flamenco-Szene Fosforito, Sara Baras und Vicente Amigo auftreten werden. Unter dem Titel „Spaziergänge durch Cordoba“ werden zum vierten Mal in Folge in der Zeit von April bis Oktober nächtliche Führungen durch die Altstadt Cordobas angeboten. Zur Weinprobe lädt der Regulationsausschuss Montilla-Moriles zwischen dem 3. und 7. Mai. Und wer sentimentale Musik liebt, kommt beim Blues-Festival vom 14. bis 18. Mai auf seine Kosten.

In den „Magischen Sommernächten“ zwischen Juni und September vergeht keine Nacht ohne Flamenco-, Pop-, Theateraufführung, Lesung oder Führung. Das Rahmenprogramm umfasst so wichtige Kulturveranstaltungen wie das Internationale Festival für Sefardische Musik (21.-24 Juni), das 26. Gitarrenfestival (1. Julihälfte), die Flamenconächte in der Altstadt (montags und dienstags, vom17. Juli - 20. September), das Festival „Juderia 2006“ (samstags und sonntags im August ). Auβerdem werden nächtliche Spaziergänge durch den Botanischen Garten (donnerstags, freitags und samstags im Juli, August und bis zum 15.September), eine Konzertreihe im Orive-Palast (3., 10., 17. und 24. Juni) und „Kino im Mondschein“ angeboten.

Eine besondere Attraktion sind die „Maikreuze“, die zahlreiche Bruderschaften, Clubs und Nachbarschaftsvereine zwischen dem 28. April und dem 1. Mai auf öffentlichen Plätzen, an typischen Ecken oder in den romantischen Innenhöfen errichten und schmücken. Das Festival de los Patios, das in diesem Jahr zwischen dem 3. und 14. Mai stattfindet, geht bis auf das Jahr 1933 zurück. Der Wettbewerb besteht darin, die typischen weiβgekalkten Innenhöfe der Cordobeser Altstadt mit Blumen zu schmücken. Die Jury honoriert v.a. die florale Vielfalt, wie viel Anstrengungen die Bewohner für die natürliche Dekoration ihrer Innenhöfe unternommen und wie künstlerisch sie die Elemente von Wasser, Licht und Schatten eingesetzt haben.


Das Hammam in Córdoba - ein Fest für die Sinne

Die andalusische Provinzhauptstadt Córdoba zählte im Mittelalter unter maurischer Herrschaft mehr als 600 öffentliche arabische Bäder. Die aus den römischen Thermen hervorgegangenen Bäder waren zum Teil einfach und sparsam ausgestattet; andere hingegen zeigten einen sinnlichen Luxus. Die Mauern waren gekachelt, die Räume durch Bögen und Säulen unterteilt. Die Decken hatten Kuppeln und Oberlichter.
Spanien corduba 1
Die Plaza del Potro.Foto: Tourspain
 
Die arabischen Bäder dienten jedoch nicht nur zur Erholung, sondern waren auch Orte, in denen gesellschaftliche und politische Versammlungen abgehalten wurden. Mit „Al hammam“ wurden in dem maurischen Herrschaftsgebiet die Orte bezeichnet, wo Thermalquellen häufig zum Baden genutzt wurden. Diese Eigenschaft ist noch heute in Ortsnamen wie Alhama de Granada, Alhama de Almería, Alhama de Murcia oder Alhama de Aragón ersichtlich. In der Zeit der Latinisierung wurde der Beiname „Caldas“ vom lateinischen Adjektiv „calidus“ für „warm“ gebräuchlich.
In einem modernen Hamman in der Altstadt von Córdoba zwischen der Mezquita und der berühmten „Plaza del Potro“ kann man die verlorenengegangenen Genüsse der maurischen Bäderkultur wieder erleben. Das arabische Bad ist traditionell um einen Innenhof angeordnet, von dem aus man in den Umkleidesaal, das Frigidarium, das Tepidarium und Caldarium gelangt. Die Temperatur des Kaltwassersaals liegt bei 16°, in der „Sala Templada“ geht es mit 36° gemäßigter zu und richtig heiß wird es dem Besucher in der Sala Caliente, wo das Badewasser auf 40° erhitzt wird. Die Geometrie der fein ausgearbeiteten Mosaiken, Arkaden, Sockel und Jalousien vermitteln dem Besucher den Glanz von Al Andalus. Die Wechselbäder in den verschiedenen Sälen und eine 15-minütige Massage mit Essenzen und Ölen, die von ausgebildeten Chiromasseuren verabreicht wird, entführen den Besucher in die Traumwelt von Tausend und einer Nacht.

Harmonisch abgerundet wird der Besuch des Hammam von Córdoba mit einem Besuch der „Tetería“, der Teestube. Bei einem Glas Tee und maurisch inspirierten Konditorwaren lässt es sich vortrefflich entspannen. Vollkommen in die arabische Vergangenheit zurückversetzt fühlt man sich, wenn eine Bauchtänzerin ihre geschmeidigen Bewegungen zeigt.
Um in den Genuss des Hamman von Córdoba zu kommen, muss man sich zwei Tage vor dem Bäderbesuch anmelden. Die „Medina Califal“ ist täglich, auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Der Preis für das Bad, die Massage und eine Aromatherapie liegt bei 22 €. 


Weitere Informationen:
Medinal Califal
HAMMAM Baños Arabes
C/Corregidor Luis de la Cerda, 51
Córdoba
Tel. 0034-957 48 47 46; www.hammamspain.com


Stadtbummel durch Cordoba

Córdoba wurde an den Ufern des Guadalquivir errichtet, und die Altstadt mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten liegt nördlich des Flusses. Weltkulturerbe kann man hier bestaunen, dazu gehört zunächst die Mezquita-Kathedrale (Moschee), welche das Zentrum des historischen Córdoba darstellt. Sie wurde im Jahr 785 erbaut und bis ins Jahr 987 erweitert. So gehört sie heute zum UNESCO-Weltkulturerbe, und man ist beeindruckt von der Schönheit der Moschee, die hunderte von Säulen aus Onix oder Mamor besitzt.
Spanien corduba 2
Statue des jüdischen Religionsphilosophen Maimonides. Foto: Tourspain
 
Andere kostbare Steine brechen das Licht, und der Besucher ist plötzlich von faszinierenden Farbspielen umgeben. Von hier aus führt die römische Brücke auf die andere Seite des Flusses, der so breit ist, dass es kleine Inseln gibt. Diese kleinen Grünflächen wurden früher oft als Stellplätze für Mühlräder, die Mehl mahlten, benutzt; einige Reste der Mühlräder sind heute noch zu sehen. Ein Stückchen weiter entfernt erhebt sich der Alcázar de los Reyes Cristianos, die Burg der Christlichen Könige, wo außerdem prachtvolle Gärten liegen.
Spanien corduba 3
Fußgängerzone in der Innenstadt von Cordoba. Foto: Tourspain
 
Taucht man nun in die Altstadt ein, landet man in dem romantischen Judenviertel, welches sich dem Besucher ganz in weiß mit Häusern voll blühender Geranien zeigt. Durch das Wirrwarr von Gassen entdeckt man immer wieder bezaubernde Plätze und Patios, Innenhöfe von architektonischer Besonderheit und mit einer Vielfalt blühender Blumen geschmückt, bis man auf Überbleibsel der römischen und arabischen Stadtmauern stößt.

Weiter Richtung Osten befinden sich kleinere römische Kirchen und Klöster. Am Kloster Santa Cruz vorbei gelangt man auf die Plaza de la Corredera, ein Platz, welcher eine wunderschöne Anlage aus dem 18. Jahrhundert zu bieten hat. Der nördliche Stadtteil Córdobas lebt um die Plaza de las Tendillas. Hier spielt sich das moderne Geschäftsleben ab, und einige Fußgängerzonen laden zum Stadtbummel ein.
 Spanien corduba 4
                    Wohnhaus in Cordoba. Foto: Tourspain
 
Um die neu gewonnenen Eindrücke ein bisschen Revue passieren zu lassen, kommt man in einem der vielen Parks zur Ruhe und genießt Farben und Duft der vielen Blumen. Man schaut sich die Welt der Cordobeser an und denkt vielleicht an die großen Persönlichkeiten, deren Wiege diese brilliante Stadt war... Averroes, arabischer Philosoph des 12. Jahrhunderts, und Maimonides, jüdischer Religionsphilosoph des 13. Jahrhunderts, welcher als einer der hervorragendesten jüdischen Denker des Mittelalters gilt, lebten und wirkten hier.

Im Stadtteil Paseo de la Victoria befinden sich einige wunderschöne Gärten und Parks, aber auch in der Gegend der Avenida del Brilliante kann man in Gartenanlagen spazieren gehen. Das süße Abendleben sollte man in jedem Fall genießen, wenn das geschäftige Treiben des Tages langsam nachlässt, und stattdessen zahlreiche Tavernen oder traditionsreiche Tascas (Kneipen) zu Sternminuten oder -stunden einladen. Die bekannte Taverne Pepe el de la Jedería hat bereits einen festen Platz in der Geschichte der Stadt.