Extremadura - das unbekannte Spanien
Weitab von den Sandstränden der spanischen Küste, vom Massentourismus der Urlaubsinseln und von der hektischen Betriebsamkeit von Madrid oder Barcelona, gibt es ein Spanien, das mit unseren ersten Assoziationen nur noch wenig zu tun hat. Selbst die Spanier wissen nur wenig über Extremadura, einer Region abseits der touristischen Hauptrouten.
Olivenhain in der Provinz Extremadura. Foto: Tourspain
Die Provinz gilt heute als eine der ländlichsten und auch am wenigsten entwickelten in Spanien. Schon der Name scheint darüber Aufschluss zu geben: Extrema bedeutet extrem und dura heißt hart! Und dies, obwohl sie auf eine Geschichte zurückblickt, die bis zur Zeit der Römer zurückreicht. Wer Extremadura besucht, der findet das ursprüngliche Spanien, eine außergewöhnliche Landschaft und eine überraschende Vielzahl an monumentalen Baudenkmälern.
Denn nicht immer war die Region im Westen der spanischen Halbinsel so unbekannt wie heute. Von hier stammen die meisten Eroberer Amerikas. Hernán Cortez oder Francsico Pizarro brachten das Gold der Inka und Maya zurück in ihre Heimat und finanzierten so den Bau von prachtvollen Palästen und Kirchen. Doch der Glanz des amerikanischen Goldes verblasste mit der Zeit und erst langsam beginnt sich Extremadura zu erholen.
Das liegt zum Teil auch an der Unterstützung der UNESCO: mehrere Städte, darunter Cáceres oder Merida wurden zum Weltkulturerbe gemacht. Seitdem werden die steinernen Städte renoviert, ihre Baudenkmäler und Ruinen restauriert und immer mehr Touristen kommen in dieses Gebiet, um die Zeugen seiner bewegten Vergangenheit zu besichtigen. 
Gebirge im Naturpark de Monfragüe. Foto: Tourspain
Extremadura besteht aus den Provinzen Bajadoz und Cáceres. Kaum 270 Kilometer liegen zwischen dem nördlichsten und südlichsten Punkt, dennoch gibt es auf dieser kurzen Strecke beeindruckende Schätze aus der Renaissance und dem Barock zu bewundern. Man kann in römischen Amphitheatern auch heute noch Vorstellungen genießen oder sich auf den Spuren der Tempelritter bewegen. So wird auch wer nur wenige Tage zur Verfügung hat voll auf seine Kosten kommen. Bei einem längeren Aufenthalt lohnt es sich allemal an verschiedenen Orten Station zu machen, um die mittelalterlichen Städte oder die Natur der Provinz zu erkunden.
Denn Extremadura schließt auch die grünen, fruchtbaren Täler des Valle de Jerte und Valle de la Vera mit ein, die Ebenen mit ihrem Bestand aus Weiden und Obstbäumen, sowie den Monfragüe Nationalpark, in dem seltene Tierarten beheimatet sind.
Beste Reisezeit ist eindeutig der Frühling, das Klima ist mild und die Tageshöchstwerte liegen im allgemeinen schon über 20° Grad. Hinzu kommt das unvergleichliche Bild der blühenden Obstbäume: die Kirschblüten tauchen die Natur in einen blassen Rosé Ton. Und man kann beobachten wie die Störche zurückkehren und sich auf den Hunderten Kirchtürmen Extremaduras niederlassen. Darüber hinaus sind auch die Preise ein Bonus für die Region: hier sind sie im Vergleich mit den Küstenorten erstaunlich niedrig.
Zu Besuch in der Römerstadt Merida
Das römische Theater. Foto: Tourspain
Emérita Augusta - so klangvoll war der Name des heutigen Mérida zur Zeit der römischen Herrschaft. Damals war die Stadt an den Flüssen Guadiana und Albarregas Hauptstadt der römischen Provinz Lusitania und galt als eine Perle des antiken Imperiums. Auch heute sind die historischen Schätze der Stadt reicher als im übrigen Extremadura und besonders aus der Zeit der Römer sind noch viele Bauwerke erhalten geblieben. Neben Brücken und Aquädukten ist es vor allem das alte Amphitheater, das Besucher in die Stadt lockt. Es ist international bekannt und noch immer wird hier jeden Sommer ein Festival des klassischen Theaters abgehalten. Wie auch Cáceres wurde Mérida von er UNESCO 1993 zum Weltkulturerbe ernannt. Ein Titel den die Stadt wirklich verdient hat, wenn man bedenkt, dass Archäologen selbst unter dem Rasen des Fussballstadions auf die Ruinen antiker Grabstätten stiessen.
Die Hauptstadt Extremaduras konnte sich auch über die Jahrhunderte hinweg viel ihrer ursprünglichen Architektur bewahren und so entfaltet sich ein Panorama aus römischen Bauten und den Spuren der arabischen und westgotischen Herrschaft sowie den christlichen Barock und Renaissance Bauwerken, die nach dem 13. Jahrhundert in der Stadt errichtet wurden.
Ein Rundgang durch den historisch interessanten Stadtkern lässt sich bequem zu Fuss durchführen. Am Besten beginnt man am Hügel Cerro de San Albin, wo man auch das berühmte Theater findet. In der Anlage aus dem Jahr 18. v. Chr. finden mehr als 6000 Zuschauer Platz und es bietet eine beidruckende Szenerie aus korintischen Säulen, Kaiserstatuen und Götterbildern, die sich harmonisch in die Landschaft einbetten. Besonders stimmungsvoll ist es, hier einen Sonnenuntergang zu erleben und sich in die Zeit der Römer zurück versetzten zu lassen.
Wer eine Theatervorstellung während des Sommerfestivals besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig um Karten kümmern. Die ungewöhnliche Atmosphäre und die hervorragende Qualität der Darbietung haben die Veranstaltung weltbekannt gemacht. Fast immer sind die Vorstellungen derart ausverkauft, das man ohne einen Reservierung im Voraus nur wenig Chancen auf Einlass hat.
Eine andere Sehenswürdigkeit ähnlicher Art ist der Zirkus, der als der beste in ganz Spanien gilt. Folgt man vom Amphitheater aus der Calle Cabo Verde, gelangt man zu dem Bauwerk, das für Pferderennen mit den bekannten Quadrigas und für andere Sportereignisse gebaut wurde. Zu Römerzeit schienen solche Veranstaltungen extrem populär zu sein, denn der Zirkus hat ein Fassungsvermögen von bis zu 30 000 Besuchern.
An die Besichtigung dieser Monumente sollte man einen Abstecher in das Museo Nacional de Arte Romano anschliessen. Es ist das umfangreichste und beste Museum für römische Kunst des Landes. Auch das Museumsgebäude ist interessant: es wurde 1986 eingeweiht und ist ein Werk des spanischen Stararchitekten Rafael Moneo.
Von hier aus kann man den Rundgang durch die Calle Sagasta fortsetzten, einer sehenswerten Strasse, auf der einige der schönsten Ruinen von Mérida zu finden sind. Zuerst stösst man auf das Portico del Foro Municipal, das ehemalige Portal zum Forum. Danach kann man den Diana Tempel bewundern und noch ein Stück weiter sieht man die älteste maurische Festung Spaniens: die Alcazaba. In der Festungsanlage mischen sich heute die arabischen, gotischen und römischen Ausgrabungen und nach der Eroberung der Stadt durch die Christen liessen sich dort die Ritter des Santiago Ordens nieder. 
Die römische Brücke in Merida. Foto: Tourspain
Geht man nun weiter in den neueren Teil der Stadt, sieht man am Fluss Guadiana ein weiteres monumentales Römerbauwerk: die Puente Romano, eine Brücke, die mit 783 Metern Länge und circa 70 Bögen zu den grössten Römerbrücken der Welt gehört. Sie ruft dem Besucher noch einmal den Glanz ins Gedächtnis, in dem das ehemalige Emérita Augusta erstrahlt haben muss.
An christlichen Bauwerken sind vor allem die Plaza de Espana mit dem Palacio de los Mendozas und der Kirche Santa María la Mayor aus dem 15. Jahrhundert sehenswert. Hinter diesem Platz findet man auch die Kirche des alten Santa Clara Klosters, in der heute ein Museum für westgotische Kunst untergebracht ist.
Halt machen sollte man auch an der Iglesia de Santa Eulalia. Das Gotteshaus aus dem 13. und 14. Jahrhundert ist der Schutzpatronin der Stadt geweiht. Der Legende nach soll die Heilige an dieser Stelle zur Märtyrerin geworden sein.
Abgesehen von seinen Schätzen aus der Antike besticht Mérida seinen Besucher aber auch durch eine andere Besonderheit: die ausgezeichneten Tapas-Bars laden zu kulinarischen Entdeckungsreisen ein. Vor allem um die Plaza Santa Clara befinden sich die besten Restaurants für die kleinen Spezialitäten.
Cáceres entzückt Renaissance-Liebhaber
Auf den ersten Blick fällt es schwer zu glauben, dass diese ruhige Provinzhauptstadt bis ins 16. Jahrhundert Schauplatz turbulenter Geschichte und blutiger Kämpfe war. Heute verläuft der Alltag der 80 000 Einwohner Stadt in gemächlichen Bahnen. Cáceres ist eine freundliche Stadt, die sich auch bei ausländischen Besuchern immer größerer Beliebtheit erfreut. Seit die Stadt 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, sind ihre Starssen, Paläste und Plätze unablässig restauriert worden. Und so wandelt sich Cáceres von einem Geheimtipp für Liebhaber der spanischen Renaissance zu einer populären Touristenattraktion, ohne dabei jedoch überlaufen und hektisch zu sein. 
Die Stadt Cáceres ist Weltkulturerbe. Foto: Tourspain
Wie viele andere spanische Städte wurde auch Cáceres von den Römern ausgebaut und befestigt. Und auch hier sind die Spuren, die von den Mauren hinterlassen wurden deutlich in der Architektur wahrzunehmen. Doch hier endete die Geschichte der Kriege nicht mit der Wiedereroberung durch die Christen. Vielmehr begannen nun erst Streitigkeiten unter den christlichen Herrscherfamilien, die im 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichten. Es kam zum Kampf um die Thronfolge Kastiliens: Rivalinnen um die Krone waren Isabella und Beltraneja. Getragen wurde sie schließlich von der Ersten, die als Isabella die Katholische in die Geschichte einging. Einer der ersten Befehle der neuen Königin sollte das Stadtbild von Cáceres für immer verändern. Isabella befahl allen Häusern der Adligen, die gegen sie gekämpft hatten die Türme abzuschlagen. Lediglich zwei Paläste blieben unversehrt und so erlangte Cáceres den Beinamen, den es noch heute trägt: die enthauptete Stadt.
Die Plaza de Santa Maria. Foto: Tourspain
Man beginnt seinen Besuch am Besten an der Plaza Mayor, dem zentralen Punkt der Stadt, die von Säulengängen aus dem 16. Jahrhundert gesäumt wird. Im Osten liegen noch Teile der Stadtmauer, die unter der Almohaden Dynastie im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Aus der gleichen Zeit stammt der sogenannte Bujadoturm, um den sich die Legende der Enthauptung von 40 christlichen Rittern rankt, die hier den Tod gefunden haben sollen.
Von der Plaza Mayor aus gelangt man in die Zona Monumental, den Teil der Stadt in dem sich die meisten sehenswerten Baudenkmäler befinden. Man betritt sie durch den Arco de la Estrella - den Sternenbogen – der mit der Plaza Mayor über eine Treppe verbunden ist. Der erste größere Palast ist das Stammhaus der Toledo-Montezuma, in dem heute das historische Archiv der Provinz untergebracht ist. Durch die Calle de la Zapatería, der Schusterei-Strasse, geht es zur Plazuela de Santiago. An diesem schönen Platz befindet sich die Kirche gleichen Namens, in deren Inneren sich ein wunderschönes Hochaltarbild von Alonso de Berruguete befindet. Am gleichen Platz ist auch der Palacio de Godoy zu finden, dessen Erbauer – Francsico de Godoy, einst Pizarro bei der Eroberung Perus half.
Der Weg führt weiter, vorbei an der Stiftung für Kunsthandwerk, die sich in einem neu renovierten Palast befindet, zur Plaza Santa Maria. Hier ist die Kathedrale das dominierende Bauwerk. Man begann mit ihrer Errichtung im 12. Jahrhundert und erst im 16. Jahrhundert wurde der Bau vollendet.
Gegenüber der Kathedrale liegt der Bischofs-Palast, sowie der Palacio de Mayoralgo. Eines der schönsten Portale der Stadt ist am Palacio de Hernando Ovando zu bewundern: es zeigt den Hausherren mit seiner Frau.
Die Plaza Santa Maria ist ein guter Ausgangspunkt um nun in Ruhe durch die Altstadt zu streifen und über einige der schönsten Plätze der Stadt zu spazieren. Dazu gehören die Plaza San Jorge, die vom Jesuiten-Kloster und der dazugehörigen Kirche bestimmt wird. Der heilige Georg ist noch heute der Schutzpatron von Cáceres, da die christlichen Heere in der Nacht vor seinem Namenstag die Mauren aus der Stadt vertreiben konnten. Darüber hinaus die Plaza de los Golfines, an der sich der Palacio de los Golfin-Roco und die Casa de los Moraga befinden.
Der Palacio Golfines de Abajo. Foto: Tourspain
Wesentlich bekannter und eines der meistfotografiertesten Gebäude von Cáceres ist der Palacio de los Golfines de Abajo. Schon die Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand V. von Aragonien machten hier Station. Ebenfalls besuchen sollte man die Plaza San Mateo, auf der die Kirche gleichen Namens angelegt wurde. Die Bauzeit erstreckte sich über drei Jahrhunderte und so ist sie ein Mischwerk aus Renaissance-, Rokoko- und Platereskenstil, die jedoch auf bemerkenswerte Weise miteinander harmonisieren.
Neben der Kirche steht die Casa de las Cigúenas, das Storchenhaus. Seinen Namen erhielt es, weil es über Jahrhunderte hinweg ein beliebter Nistplatz war. Denn als eines der wenigen Adelshäuser wurde sein Turm nicht eingerissen, da sein Besitzer Diego de Cáceres Isabella die Katholische im Kampf um die Krone Kastiliens unterstützt hatte.
An der gleichen Plaza befinden sich außerdem das San-Pablo Kloster und das Stammhaus der Veletas, ein Palast aus dem 15. Jahrhundert, auch das Zisternenhaus genannt. Einst befand sich an dieser Stelle nämlich das Stadtschloss der maurischen Almohaden Dynastie, von dem noch eine Zisterne zu sehen ist, die zu den besterhaltensten der Welt gehört. Heute beherbergt der Platz das Provinzmuseum.
Geht man von hier aus in nördliche Richtung weiter, so gelangt man durch den Christusbogen, den Arco de Cristo, in den Teil von Cáceres, der noch aus der Römerzeit stammt. Der Christusbogen bildet die einzige Zugangsmöglichkeit zu diesem von Mauern umschlossenen Gebiet.
Daran angrenzend liegt das mittelalterliche Judenviertel der Stadt. Heutzutage trägt es den Namen San Antonio und ist um eine gleichnamige Kirche angelegt – eine frühere Synagoge. Mit seinen verwinkelten Gassen und blumengeschmückten Balkonen lädt es dazu ein, bei einem ausgedehnten Streifzug den Rundgang durch Cáceres ausklingen zu lassen.
Guadelupe und die schwarze Madonna
Wer Extremadura bereist sollte auf keinen Fall einen Ausflug nach Guadalupe verpassen. Zwar kann die kleine Ortschaft nicht mit der Monumentalität und dem Reichtum an Baudenkmälern konkurrieren, wie ihn Cáceres oder Mérida zu bieten haben, dennoch kommen jährlich Tausende von Besuchern nach Guadalupe. Der Ort bietet einen einzigen Schatz, für den die Besucher unaufhörlich in die Stadt strömen. Guadelupe ist eine der wichtigsten Pilgerstätten des Landes, denn hier befindet sich die Schwarze Jungfrau, Nuestra Senora de Guadalupe. 
Das Real Monasterio . Foto: Tourspain
Die Legende besagt, dass die Jungfrau Maria im 13. Jahrhundert dem Bauern Gil Cordero erschienen sein soll. Anscheinend wurde sein Bericht als glaubwürdig erachtet, denn an der Stelle der Erscheinung errichtete man einen Tempel. Seit dieser Zeit gab es immer wieder Berichte über die wundertätige Maria, so dass Guadalupe heute ein Ziel der religiösen Träume ist, für das viele Gläubige eine beschwerliche Pilgerfahrt auf sich nehmen. Ausserdem ist die Schwarze Jungfrau auch die Schutzpatronin von Mexiko.
Heute wird die Statue der Schwarzen Jungfrau im Real Monasterio aufbewahrt, ein Kloster, das zu den wichtigsten Sakralbauten Spaniens zählt. Im 14. Jahrhundert begann man mit dem Bau auf einen Befehl von König Alfonso XI. Anlass zur Errichtung gab dem König eine gewonnen Schlacht gegen die Mauren, wahrscheinlich das häufigste Motiv für den Bau von Kirchen und Klöstern in Spanien.
Von Aussen wirkt das Kloster aufgrund seiner gewaltigen Ausmaße atemberaubend und die dicken Mauern lassen es eher wie eine Festung als wie einen religiösen Bau erscheinen. In seiner architektonischen Gestaltung vereint es drei Stilrichtungen: Mudéjar, Renaissance und Gotik. Im Inneren des Klosters werden noch weitere Kunstschätze aufbewahrt, die kunsthistorisch von großer Bedeutung sind. Eine Besichtigungstour wird von den Mönchen des Klosters durchgeführt ihr Höhepunkt ist natürlich die Möglichkeit, die legendäre Statue aus der Nähe zu betrachten und die Medaille der Madonna zu küssen.
Mit dem Kloster von Guadalupe ist neben dem berühmten Marienbild noch ein weiterer Name verbunden: der des aus Extremadura stammenden Malers Francisco de Zurbarán. Im 17.Jahrhundert verbrachte dieser einen großen Teil seines Lebens bei den Mönchen im Real Monasterio und hinterließ dem Kloster viele seiner Gemälde. Darüber hinaus bewahrt das Kloster eine bemerkenswerte Sammlung von Miniaturbüchern, die von den Mönchen verfasst wurden.
Wassersport und Angeln in der Provinz Badajoz
Obwohl sich die Autonomiegemeinschaft Extremadura im Landesinneren Spaniens befindet, spielt das Wasser eine wichtige Rolle für die extremeñische Landschaft, insbesondere in der Provinz Badajoz. Die Extremadura bietet mehr als 40 Stauseen, unzählige Schluchten und zahlreiche natürliche Bademöglichkeiten. Diese Ökosysteme eignen sich gut zur passiven Erholung; aber auch Aktivtouristen finden Abwechslung beim Angeln oder Segeln. Fünf Stauseen befinden sich im Nordwesten der Provinz Badajoz, die auf der Route „Farbe des Wassers“ liegen.
Der Stausee von Cíjara, ein Jagd- und Angelparadies
Der See grenzt an die Provinzen Toledo, Cáceres und Ciudad Real und gehört mit seinem groben Hechtvorkommen zu den besten Fischgründen der Extremadura. Aber auch Jäger kommen in dem nahegelegenen Nationalen Jagdreservat Cíjara auf ihre Kosten. In der Umgebung befindet sich das Örtchen Castilloblanco, in dem die arabisch beeinflubten Stadtviertel „Picocerro“ und „Perchel“ sowie die Pfarrkiche San Cristóbal aus dem 15. Jh. besondere Aufmerksamkeit verdienen. Auberdem ist Castilloblanco berühmt für seinen Käse. Auch Villarta de los Montes ist wegen eines Barockaltars in der Kirche Santa María Magdalena und der kleinen Einsiedelei von Ntra. Sra. de la Antigua im Mudejarstil einen Besuch wert.
Der Stausee von García de Sola, ideal für den Wassersport
Neben dem Fischreichtum, den der Stausee von García de Sola zu bieten hat (Barben, Karpfen und Hechte) und den vielen unterschiedlichen Wasservögeln, die an seinem Ufer nisten, ist er ein El Dorado für Wassersportler, Segler, Windsurfer und Kanuten. In der Umgebung lohnen das Thermalbad von Valdefernando oder die Felsmalereien von Peloche einen Besuch.
Der Stausee von Orellana, ein besonderes Schutzgebiet
Der See hat seinen besonderen ökologischen Wert durch das Zusammenspiel eines groben Feuchtgebiets, versteppten Landstrichen und Weideland. Sie bilden drei völlig unterschiedliche Ökosyteme. In der Mitte des Sees ragt genau an der Stelle, wo sich ehemals die römische Stadt Lacimurga befand, der Felsen „Peñon del Cogolludo“ heraus.
Kultureller Reichtum um den See von Zújar
In direkter Nähe des ausgezeichnet zum Angeln geeigneten Stausees liegt Puebla de Alcocer mit seiner gut erhaltenen Felsenburg. In Esparragosa de Lares lockt ein sehenswertes Rathaus mit Säulengang und die Kirche Sta. Catalina de Alejandría die Besucher an. Nach Campanario sollte man vor allem in der Karwoche reisen, da die Einwohner am Ostermontag zum Sankturaium von Ntra. Sra. De Pedraescrita wallen.
La Serena, der zweitgrößte Stausee Europas
Mit diesem Stausee verfügt die Provinz Badajoz über eine lange Sübwasserküste, an der sich zahlreiche Angel- und Wassersportzentren befinden. Auch die Umgebung des Stausees von La Serena ist reizvoll. Bemerkenswert ist die Burganlage von Capilla, die Einsiedelei Ntra. Sra. de Nazaret in Garlitos sowie die öffentlichen und kirchlichen Gebäude von Cabeza de Buey. Auch das Fronleichnamsfest „Octava del Corpus“ von Peñalsordo lohnt einen Besuch.
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