Friaul-Julisch-Venetien: von den Voralpen bis zum Meer
Viele Urlauber, die es alljährlich in das Kulturland zwischen Alpen und Adria zieht, wissen die Vorzüge dieses abwechslungsreichen Landstriches zu schätzen. Einem Mikrokosmos gleich, bietet Friaul - Julisch Venetien seinen Gästen ein facettenreiches Angebot, das von Bergen über Voralpenland bis hin zu unendlich langen Sandstränden und weiten Lagunenlandschaften reicht. Doch ist es nicht nur die Schönheit der Landschaft, die einen Urlaub im Norden Italiens zu einem unvergeßlichen Erlebnis macht.

Viele Urlauber, die es alljährlich in das Kulturland zwischen Alpen und Adria zieht, wissen die Vorzüge dieses abwechslungsreichen Landstriches zu schätzen. Einem Mikrokosmos gleich, bietet Friaul - Julisch Venetien seinen Gästen ein facettenreiches Angebot, das von Bergen über Voralpenland bis hin zu unendlich langen Sandstränden und weiten Lagunenlandschaften reicht. Doch ist es nicht nur die Schönheit der Landschaft, die einen Urlaub im Norden Italiens zu einem unvergeßlichen Erlebnis macht.
Bis weit über die Grenzen Friauls werden die Spezialitäten aus Küche und Keller geschätzt. Weinkenner wissen, daß hier immer ein guter Tropfen leckere Speisefolgen abrundet. Besondere Erwähnung verdient eine ganz besondere Gaumenfreunde der Region, der San Daniele Schinken. Auf noch eine weitere Kultur ist man in Triest stolz. Unter österreichischem Einfluß entstanden hier gemütliche Kaffeehäuser wie das Cafè degli Specchi oder das Tommaseo. Während die faszinierende Bergwelt sommers wie winters schön ist und ein Eldorado für Wanderer und Wintersportler bietet, sind es die langen feinsandigen Strände an der Adria, die Badeurlauber begeistern. Darüber hinaus ist Grado als traditionsreicher Kurort bekannt. Kurze Wege machen es möglich, morgens die Bergwelt zu genießen und mittags am Strand zu entspannen.
Grado - die Sonneninsel
Goldener Strand, vom Meer umspült, Tausende von Jahren Kultur: die Sonneninsel Grado erfreut sich insbesondere bei Deutschen und Österreichern großer Beliebtheit. Während der k-und-k-Monarchie gehört Grado zum österreichischen Küstenland, noch heute ist dieser Geist spürbar.
Die Insel bietet den Mitteleuropäern die nördlichsten Sandstrand Italiens. Besonders familienfreundlich zeigt sich das flache Meer.
Ein "Paradies für Kinder", so nannte jemand den Sandstrand von Grado, und diese Bezeichnung steht für die absolute Sicherheit, die die geringe, sandige Wassertiefe der "Goldenen Insel" auch ihren kleinsten und unerfahrenen Gästen bietet. Dies wissen auch die älteren Badegäste zu schätzen. Das Flachwasser lädt gleichsam zu Kneippspaziergängen ein. Für die sportliche Jugend bedeutet es ein beliebte Herausforderung, die Insel schwimmend zu umrunden.
Grado, das heißt: mildes Klima und frische Brisen, reine und jodhaltige Luft, Wasser und Sand reich an wohltuenden Salzen. Natürliche Wirkungskräfte für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Körpers. 
Die Meeres-Thermalbäder in Grado bieten ein breit gefächertes Angebot von Behandlungsmethoden für zahlreiche Krankheiten an: von der Rehabilitation von Arthrose bis hin zu neurologischen Erkrankungen, von Muskelschmerzen bis hin zu posttraumatischen Behandlungen. Die wohl beste Art und Weise, die Urlaubszeit für die Regenerierung des Körpers zu nutzen.
Die Parole des neuen Jahrhunderts lautet: Wohlbefinden. Im neuen Wellness- und Fitnessbereich der Thermalbäder in Grado fühlt man sich auf Anhieb wohl. Das ganze Jahr über, auch im Winter, kann man sich im großen Hallenschwimmbad mit Meerwasser, in einer Hydromassagewanne oder in einer Sauna oder in einem Dampfbad verwöhnen. Und zur Kräftigung des Körpers steht dem Gast, unter Aufsicht von erfahrenen Trainern, ein modernes Fitness-Studio zur Verfügung.
In Grado findet man aber nicht nur Entspannung, sondern auch Unterhaltung: für jedes Alter und jeden Geschmack. Ein Besuch im Wasserthermalpark oder ein Ausflug in das mit üppigem Grün bewachsene Hinterland von Grado, eine Fahrt mit dem Segelschiff oder dem Kanu, Windsurfing, ein Ausflug mit dem Mountainbike oder ein Golfspiel am Ufer der Lagune: Jeden Tag bietet Ihnen das Meer und die Natur eine andere Möglichkeit, Ihre Freizeit nach Ihrem Geschmack zu gestalten.
Der neue Wasserthermalpark liegt direkt am Hauptstrand und ist mit Grünanlagen umgeben. Er ist eine wahrhafte Quelle des Wohlbefindens. Ein großes Schwimmbad mit Meerwasser, Hydromassagewannen und künstliche Wasserfälle für die Kräftigung des Körpers, Trampoline, Wasserrutschbahnen und Spielgelegenheiten für Kinder sowie eine Caféteria mit "Unterwassersitzen", auf denen Sie Ihr Lieblingsgetränk zu sich nehmen können, lassen Sie den Stress vergessen. Im Preis der Eintrittskarte ist auch der Zugang zum Strand inbegriffen: damit der Tag am Meer zu einem Vergnügen wird.
Für alle Nautikliebhaber ist ein Urlaub in Grado ein Urlaub "mit vollen Segeln". Der Hafen und die zahlreichen Hafenbecken zwischen Grado und Aquilea sind ideale Anlegeplätze. Die Sonneninsel ist ein günstiger Ausgangspunkt für Schifffahrten auf dem oberen adriatischen Meer zwischen Venedig, Triest und Istrien. Ferner bieten sich auch für alle anderen Wassersportliebhaber zahlreiche Sportmöglichkeiten zwischen dem Meer und der Lagune von Grado: vom Windsurfing bis hin zum Motorboot- und Rudersport
Das ganze Jahr über verführt Grado Golfsportler mit einem einzigartiges Erlebnis: Golfspiele am Ufer der Lagune. Der Golfclub von Grado verfügt über einen direkt am Meer gelegenen Golfplatz. Die zwischen üppigem Grün und Röhricht nach internationalem Standart angelegten Bahnen mit 18 Löchern sind von einer idyllischen, noch unberührten Landschaft umgeben. Es besteht die Möglichkeit, an einem von einem Golfmeister geleiteten Kurs teilzunehmen, während ein exklusives Restaurant die Gaumen der Gäste verwöhnt.
Udine - deutsch-italienischer Schnittpunkt
Mitten in einer bevorzugten geographischen Position in der Region Friaul-Julisch Venetien, nahe eines weiten und anmutigen moränischen Hügelbogens, liegt die historische Stadt Udine an den internationalen Verkehrswegen, die den Süden mit dem Nordosten Europas verbinden. Ihr Name wird zum erstenmal in einem Dokument genannt, das auf das Jahr 983 zurückgeht; es handelt sich um eine Urkunde, mit der Kaiser Otto II. den Patriarchen von Aquileia mit dem Kastell von Udine (zusammen mit dem weiterer vier angrenzenden Orte) beschenkt. Aber mehrere Ausgrabungen haben gezeigt, dass die tatsächliche Geschichte Udines weit älter ist.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde der Ort bereits im Laufe des 2. Jahrtausends v. Chr. mehr oder weniger umfangreich und dauerhaft besiedelt.In der Entwicklungsgeschichte Udines vom Dorf zur Stadt ist das Jahr 1223 von erheblicher Bedeutung: der Patriarch Bertold von Andechs-Merania, dessen Hoheitsgewalt durch Kaiser Friedrich II. bestätigt worden war, gewährte Udine die Marktrechte. Im Verlauf weniger Jahre vollzog sich daraufhin eine rasche urbane Entwicklung. Heute wird auf der Piazza Matteotti der Markt abgehalten.
Das Antlitz der Stadt wurde jedoch erst einschneidend geformt, nachdem sie ab dem Jahr 1420 , zusammen mit dem gesamten Friaul, Teil der Republik Venedig wurde. Unter deren Herrschaft folgte Udine naturgemäß dem Geschick des Staates, an den es gebunden war: Erinnert sei an verschiedenen Türkeneinfälle (von 1472 bis 1499), an den Krieg zwischen der Republik und Kaiser Maximilian (1508 - 1514) und an den Krieg von Gradisca (1615 -1617) zwischen Venetern und Kaiserlichen. Im Jahr l797 wurden das Friaul und seine Hauptstadt von den Truppen Napoleons besetzt, um im Jahr darauf - infolge des Abkommens von Campoformido - in den Machtbereich des österreichischen Herrscherhauses zu gelangen. Am 2. Oktober l866 wurde die Provinz Udine dem Königreich Italien angeschlossen.
Während des Ersten Weltkriegs (1915-1918) war Udine Sitz des italienischen Oberkommandos. Im Jahr 1963 formten Stadt und Provinz mit Triest, Gorizia und Podenone die Autonome Region mit Sonderstatut Friaul-Julisch Venetien.
In Udine gibt es viel zu entdecken
Idealer Ausgangspunkt für die Stadtbesichtigung ist der Schlosshügel, um dessen Ursprung sich viele Legenden ranken. Die Interessanteste erzählt von Attilas Soldaten, die in ihren Helmen Erde herbeischafften, damit der Hunnenkönig das grauenhafte Schauspiel des brennenden Aquileia genießen konnte. Der gegenwärtige Schlossbau, zu diversen Zeiten Sitz von Burgvogten, Patriarchen und Statthaltern Venedigs, ersetzt jenen, der beim Erdbeben von 1511 zerstört worden war. Er wurde nach den Schäden durch das Beben von 1976 restauriert. Bemerkenswert ist der Parlamentssaal der „Patria del Friuli" mit Fresken von Gianbattista Tiepolo, G.B. Grassi und Pomponio Amalteo. In den Adelsgemächer ist derzeit die Galerie für Antike Kunst zu sehen. Die „Casa della Contadinanza", an der nordöstlichen Seite des Schloßplatzes auf dem Hügel gelegen, wurde 1913 hier nach den Plänen eines Gebäudes aus dem 15. Jahrhunderts an der Ecke Via Rauscedo/Via Vittorio Veneto wieder aufgebaut und ist gegenwärtig ein Treffpunkt für Kenner friulanischer Weine.
Die „Casa della Confroternita" von Santa Maria di Castello, das einzige unversehrt gebliebene Gebäude beim Erdbeben von 1511, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche Santa Maria di Castello ist die erste Kirche Udines. In ihr wurden Fragmente aufgefunden, die der Langobardenzeit zugerechnet werden. Die Kirche S.Odorico, der heutige Dom, wurde mehrmals restauriert, so hat man die Innenfassade nach dem verheerenden Erdbeben von 1511 komplett wiederaufgebaut, bewahrt in den drei inneren Kirchenschiffen die eindrucksvolle Atmosphäre von Stille und Sammlung der ältesten Kirchen. Der Säulengang in gotisch-venezianischem Stil mit Rampen und Treppen, durch den man zur Piazza Libertà hinabsteigen kann, wurde 1478 im Auftrag des venezianischen Statthalters Tommaso Lippomano erbaut.
Nachdem man den weitläufigen Schloßkomplex hinter sich gelassen hat und den Bollani-Bogen (nach einem Plan des Palladio 1556 erbaut) passiert hat, wird man von der Piazza della Libertà im Herzen Udines empfangen, die wiederholt als „der schönste venezianische Platz auf dem Festland" bezeichnet wurde. Hier finden sich die wichtigsten Gebäude der Stadt, Denkmäler einer venezianischen Vergangenheit, die 1420 begann und mit dem 18. Jahrhundert endete. Das Hauptelement der Piazza ist die berühmte Loggia del Lionello, mit ihrem Wechsel von weißem und rosafarbenem Stein, erbaut ab 1448 nach einem Entwurf des Udineser Goldschmieds Nicolò Lionello und wiedererrichtet nach einem Plan des Architekten Andrea Scala im Jahr l876, nachdem sie ein Brand schwer beschädigt hatte. Gegenüber erhebt sich die Loggia S.Giovanni in Renaissancestil, Werk von Bernardino da Morcote. Weitere herausragende Elemente der Piazza sind der 1542 nach Entwurf des Architekten Giovanni Carrara aus Bergamo erbaute Brunnen, die Säulen mit dem Markuslöwen sowie die Statue der Justitia (1614), die Statuen von Hercules und Cacus (die von den Einwohnern Udines vertraulich Floràn und Venturin genannt werden) sowie die Statue der Friedensgöttin (1819), eine Gabe von Kaiser Franz I. an die Stadt Udine, zum Gedenken an den Frieden von Campoformido.
Über Via Mercatovecchio, den charakteristischsten Stadtteil, erreicht man die Piazza Matteotti-San Giacomo, ein Platz, auf dem das Leben pulsiert. So wird dort jeweils am ersten Sonntag des Monats ein kleiner Antiquitätenmarkt abgehalten und am zweiten Oktober-Wochenende it er Treffpunkt von „Friuli doc", eine internationale Veranstaltung, während der sich Friauls Küche und Keller von ihrer besten Seite zeigen. Gleichzeitig ist sie ein Schaufenster der besten Kunst- und Kunstgewerbe-Erzeugnisse der gesamten Region. In der Mitte ragt der 1543 von Giovanni da Udine, einem Schüler Raffaels, entworfene Brunnen heraus. Die Kirche S. Giacomo, die die Westseite der Piazza säumt, zählt zu den ältesten Kirchen der Stadt. Sie wurde 1378 erbaut, aber die lombardische Fassade wurde erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Bernardino da Morcote entworfen und die Seitenkapelle in der Mitte des 17. Jahrhunderts angefügt.
Vorbei am Palazzo del Comune (Rathaus), der zwischen 1910 und 1931 nach dem Plan des friaulischen Archiekten Raimondo d'Aronco ganz aus istrianischem Kalkstein erbaut wurde, gelangt man zum Dom, einem großartigen Bauwerk in Form eines lateinischen Kreuzes, dreischiffig mit Seitenkapellen, dessen ältester Teil auf das Jahr 1335
zurückreicht. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden auf Wunsch der Familie Manin (die auch die gesamten Kosten trug) tiefgreifende Umbauarbeiten sowohl außen als innen vorgenommen. Das monumentale Innere im Barockstil birgt verschiedene Kunstwerke von G.B. Tiepolo, P. Amalteo, L. Dorigny. Die Basis des Glockenturrns enthält eine völlig mit Fresken des Vitale da Bologna dekorierte Kapelle (1349).
Seitwärts vom Dom ist im kleinen „Oratorio della Purità" (1757) eine „Assunta" (Maria Himmelfahrt), eines der bedeutendsten Meisterwerke von G.B. Tiepolo zu bewundern; aber Tiepolo hinterließ vor allem im Erzbischöflichen Palais ausgezeichnete Zeugnisse seines künstlerischen Werdegangs. Zu dieser Freskenreihe mit Bibelthemen gehören unter anderem der Fall der aufständischen Engel, Kachele verbirgt die Götzenbilder, Agar in der Wüste. Zu raten ist außerdem zu einem Besuch der Galleria d'Arte Moderna (Galerie für Moderne Kunst), die hochinteressante Kunstsammlungen des 19. und 20. Jarhunderts wie auch wertvolle Architektur- und Designsektionen zeigt sowie des Teatro Nuovo Giovanni da Udine, ein Beispiel der italienischen Avantgarde von den Architekten Parmegiani und Giacomuzzi-Moore geplant. Nicht zuletzt sei auf ein Zeugnis unserer kriegerischen Geschichte hingewiesen, den Tempio Ossario, eine Gedenkstätte, die die Überreste von fünfundzwanzigtausend Gefallenen des Ersten Weltkrieges birgt.
Triest verbindet Welten
Am Schnittpunkt zwischen mitteleuropäischer und Mittelmeerkultur gelegen, war Triest seit menschengedenken eine faszinierende Stadt. Zu ihrem Charakter trägt neben ihrer geographischen Lage, nämlch am östlichen Rand des italienischen Territoriums, doch im Herzen der großen zentraleuropäischen Märkte gelegen, auch jener historische, kulturelle und technisch-handwerkliche Hintergrund ihrer Bevölkerung bei, der in der Werftindustrie zu hoher Blüte gelangte. Diese Identität findet im 19. Jahrhundert ihren glänzenden Ausdruck, als sich mit der Entstehung der Werften San Marco und San Rocco das wirtschaftliche Gefüge der Stadt festigt und Initiativen geboren werden, deren Spuren auch der Zahn der Zeit nichts anhaben kann. Man denke nur an die Gründung der Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali im Jahre 1831 und des Lloyd Triestino 1836, um sich die eifrige Unternehmertätigkeit jener Jahre zu vergegenwärtigen. 
Triest ist gleichzeitig Haupstadt der kleinsten italienischen Provinz und der an Österreich und Slowenien angrenzenden Region mit Sonderstatut Friaul-Julisch Venetien, die der Zentraleuropäischen Initiative angehört. Zahlreiche Faktoren - wie z.B. der Hafen und das für die Wirtschaft der Donaumonarchie lebenswichtige Handelszentrum - trugen dazu bei, der Stadt jene besondere Atmosphäre zu verleihen, die große Persönlichkeiten des internationalen Kulturlebens besonders anzog: James Joyce, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke, Johann Joachim Winckelmann. Zu den bedeutenden triestiner Persönlichkeiten zählen Umberto Saba, Italo Svevo, Fulvio Tomizza, Claudio Magris sowie Susanna Tamaro.
Dieser seit Urzeiten mit einem unberührten Ausblick auf Meer und Himmel gesegnete Landstrich rühmt sich legendären Ursprungs und hat seit jeher an Mythen und Sagen aus der Frühzeit der Menschheit Anteil: von der Geschichte der Argonauten, Eroberer des Goldenen Vlieses, die nach einer gefahrvollen Rückreise auf Ister und Danubium nur mit Mühe wieder das Meer erreichten, bis hin zu den verworrenen Phantasien über ihre Entstehungsgeschichte.
Abgesehen von diesen Legenden bergen mehrere Karsthöhlen historische Funde (so z. B. Keramikgefäße und Steinwerkzeuge aus dem oberen Paläolithikum), während auf den kahlgeschlagenen Kuppen der umliegenden Hügel noch die Castellieri, befestigte Ringdörfer aus der Bronzezeit, erhalten sind. Die seemännische Bedeutung Triests wird geschickt durch Handelsverbindungen mit dem Norden und den Phönikern gefördert, die sich noch aus der Wurzel des Namens Tergeste (Terg = Markt) herauslesen lassen.Fast sicher ist, daß auch der Hügel von San Giusto ein derartiger frühgeschichtlicher Siedlungsort war; dafür sprechen seine hervorgehobene Lage am Meer wie auch die nahegelegenen Anhöhen, auf denen ähnliche Ansiedlungen nachgewiesen sind.
Die Castellieri waren, schon ab dem zweiten Jahrtausend v.Ch., von einer illyrischen Bevölkerung indoeuropäischen Ursprungs - den Histrern - bewohnt. Plinius beschreibt ausführlich die tragische Geschichte der Histrer, ihren heldenhaften Widerstand und die blutige Unterwerfung der istrischen Halbinsel durch Rom. Tergeste greift nur am Rande in den Illyrischen Krieg ein und nimmt in der Folgezeit nur zögernd römische Sitten und Gebräuche an.
Die Eingliederung in die römische Welt bringt weitere Zusammenstöße mit benachbarten Völkern (in erster Linie Karnern und Japyden) mit sich, andererseits aber auch eine schon zur Zeit des Konsulates Oktavians sichtbare Verfeinerung der Kunst (der «Arco di Riccardo» genannte Bogen und der Wiederaufbau der Mauern sind erste Beispiele dafür), die in kaiserlicher Epoche eine Glanzzeit erreicht (Basilika, wahrscheinlich ein kapitolinischer Tempel, Forum, Theater, Vorstadtvillen, Denkmäler).
Nachfolger des Evangelisten Markus verbreiten gegen Ende des 1. Jahrhunderts das Christentum; Verfolgung und Tod erwarten die Glieder der neuen Gemeinde - unter ihnen Justus, den letzten einer langen Reihe von Märtyrern, der zum Schutzpatron der Stadt erwählt wird. Schutzlose Grenzen, Beutezüge fremder Völker und die ständige Unsicherheit des täglichen Lebens gehen mit dem Niedergang des römischen Kaiserreiches einher; unter der Herrschaft von Byzantinern und Franken wird der sogenannte 'numerus tergestinus' erlassen, durch den die unmittelbare Verteidigung der Stadt ihren Bürgern und den Bewohnern der Umgebung übertragen wird.
Das heutige Triest nimmt nach den Wirren des Mittelalters seinen Anfang im März 1719 durch die Erhebung zum Freihafen. Die aus Privilegien und kaiserlichen Zollfreiheiten herrührenden materiellen Vorteile ziehen Kaufleute und Unternehmer aus ganz Europa an: neue Vorstädte gruppieren sich um den ursprünglichen, noch immer auf den Hügel von San Giusto begrenzten Siedlungskern. Ein weitverzweigtes Handelsnetz verbindet die Levante mit dem amerikanischen Kontinent; Werften entstehen, und in der Stadt lassen sich Versicherungsgesellschaften, Banken und Handelshäuser nieder.
Die drei Besetzungen durch die Truppen Napoleons (1797, 1805-07, 1809-13) bewirken eine kurze Unterbrechung dieses Aufstiegs, doch nach der Wiedereroberung durch die Donaumonarchie werden der Region auch die früheren venezianischen Provinzen angeschlossen, zu deren ideeller Hauptstadt Triest wird. Eine Sprachengemeinschaft auf der Grundlage das Italienischen vereint die alten und neuen Einwohner und bewirkt den Erfolg des Irredentismus, der die Triestiner zur Teilnahme an sämtlichen Kriegen des italienischen Risorgimento (vor allem unter den Truppen Garibaldis) bis hin zum ersten Weltkrieg bewegt, der die Vereinigung der Stadt mit Italien (am 3. November 1918) zur Folge hat. Im zweiten Weltkrieg bilden Triest und Julisch Venetien nach dem 8. September 1943 eine eigene, von den Deutschen verwaltete Provinz. Nach Kriegsende muß die Stadt noch verschiedene Okkupationen über sich ergehen lassen, bevor sie schließlich am 26. Oktober 1954 Italien zugesprochen wird.
Kaffeehaus als Triestiner Lebensart
Wer Triest von seiner gemütlichen Seite kennen lernen will, dem sei empfohlen, sich neben der Kathedrale auf dem Hügel von San Giusto einen Überblick über die Stadt zu verschaffen und von dort über die von Ruggero und Arduino Berlam erbaute Scala dei Giganti genannte Freitreppe hinab auf die Piazza Goldoni zu schreiten, einem Verkehrsknotenpunkt im Herzen der Stadt.

Hier stand im Mittelalter ein Aussätzigenhospital und seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier ein Markt abgehalten; sein derzeitiges Aussehen erhielt der Platz in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, als nach und nach die ihn heute umsäumenden Gebäude entstanden. Das erste davon war die Casa Caccia, Ecke Via Mazzini, gefolgt von den Casa Piller, Parisi und Tonello, letzteres historischer Sitz der Tageszeitung "II Piccolo".
Kaffeehaus, Bierstube und Imbißstube sind auch heute noch Treffpunkte im Leben vieler Triestiner. Die Kaffeehäuser, regelrechte Salons, die zu geruhsamen Verweilen und zur Lektüre der nationalen und internationalen Presse einladen, waren zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts Stätten der kulturellen, ethnischen und politischen Begegnung für Schriftsteller, Künstler und Irredentisten. Zu den bekanntesten und beliebtesten Häusern gehören das Tommaseo, das in den 80er Jahren restauriert wurde, das Tergesteo im gleichnamigen Gebäude am Börsenplatz, das Caffe degli Specchi an der Piazza Unitä d'Italia und das Stella Polare nahe der Kirche Sant'Antonio. Das San Marco in Via Battisti - ein Treffpunkt für Literaten, Kunstliebhaber, Dichter und kulturbewußte Menschen gleich welchen Alters -, hat man ebenfalls mit großer Sorgfalt renoviert, wobei seine besondere Atmosphäre bewahrt wurde.

Die komplexen geschichtlichen Ereignisse, die das Leben von Triest prägten, haben auch auf die weniger augenfälligen, doch nicht minder bedeutsamen Gewohnheiten der Stadt einen gewichtigen Einfluß ausgeübt. So wie sich in der hiesigen Mundart noch die Spuren der Herrschaft von Venezianern, Franzosen und Österreichern heraushören lassen, hat der Kontakt zu anderen Völkern - zu den deutschen über die slawischen bis hin zu den ungarischen und griechischen - gastronomische Spezialitäten hervorgebracht, die nirgendwo sonst in Italien anzutreffen sind. Die bezeichnendste darunter ist wohl der "rebechin", die traditionsgemäß im Stehen in einer der zahlreichen, in der ganzen Stadt verstreuten Imbißstuben eingenommene Triestiner Jause. Allgemein besteht sie aus warmem Kaiserfleisch ("porzina") mit Senf, Würsten, warmen Prager Schinken, Gulasch, Kutteln, und anderem mehr. Dazu wird ein gutes Glas Terranowein oder ein Krug Bier getrunken. Die Konditoreien bieten neben typisch mitteleuropäischen Spezialitäten wie den beliebten Krapfen und Strudel oder Wiener Sachertorte auch die aus Ungarn stammenden "Dobos" und "rigojanci" sowie die slowenischen "putizza" und "presnitz" an.
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