Kanaren - Inseln des ewigen Frühlings
Als Reiseziel sind die sieben Inseln des kanarischen Archipels heute beliebter als je zuvor und ziehen pro Jahr mehrere Millionen Besucher an. Attraktiv ist vor allem die Mischung aus vielfältiger Naturlandschaft und den traumhaften Stränden, die zum Sonnenbaden und jeglicher Art von Wassersport einladen.
Durch ihre geografische Lage und ihre vulkanische Aktivität nehmen die Kanaren allein schon landschaftlich eine gesonderte Stellung ein: ausgedehnte Wälder, tiefe Schluchten und Krater, ja sogar wüstenähnliche Gebiete finden sich hier auf engstem Raum nebeneinander. Daneben brachte die Natur eine unvergleichliche Fülle an Pflanzen in den prächtigsten Farben hervor. Allein die bloße Erde scheint an manchen Orten ständig ihre Farbe zu wechseln: von Schwarz und warmen Braun bis hin zu leuchtendem Rot und magischem Grün.
Aufgrund der isolierten Lage der Inseln sind hier auch noch zahlreiche Pflanzen und Tierarten erhalten geblieben, die auf dem europäischen oder afrikanischen Kontinent bereits ausgestorben sind.
Dennoch entschließen sich wohl die meisten Touristen zu einem Besuch auf diesen außergewöhnlichen Inseln, um die Vorzüge der insgesamt 1500 Kilometer Atlantikküste zu genießen. Dort befinden sich die meisten touristischen Zentren, deren Dienstleistungen und Vergnügungsangebot jedem Anspruch gerecht wird.
Begünstigt durch das milde Klima, das den Kanaren auch den Beinamen „ Inseln des ewigen Frühlings“ eingebracht hat, sind sie das ganze Jahr hindurch ein attraktives Reiseziel, mit einer Durchschnittstemperatur von circa 22° Grad. Und auch wenn sich das Augenmerk der Besucher hauptsächlich auf die Strände und die damit verbundenen Möglichkeiten zum Wassersport richtet, wird mittlerweile auch der Wandertourismus auf den Kanaren immer beliebter. Ebenfalls ein Grund für Faszination, die von diesem Archipel ausgeht ist die freundliche und lebensfrohe Art der Inselbewohner, die sich ihre ganz eigene Kultur und Gastronomie, die sich aus europäischem und afrikanischem Brauchtum zusammensetzt, bewahrt haben.
Samba & Salsa - Karneval auf den Kanaren
Das Thermometer zeigt an die 20 Grad Celsius. Heiße Samba- und Salsarythmen durchtönen die Nacht in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz. An den Ständen rund um die Plaza de Espana gibt es allerlei Exotisches zum Genießen. Zur gleichen Zeit wird der Parque de Santa Catalina in Gran Canarias Hauptstadt Las Palmas zur riesigen Freilicht-Discothek bei einer der zahlreichen "Mogollones", Veranstaltungen mit Merengue- Rumba- und Congatanz und ebenso karibischen, afrobrasilianischen Klängen. Lateinamerikanisches Kamevalstreiben auf den Strassen von Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, in Las Palmas und Maspalomas de Gran Canaria und - wenn auch in bescheideneren Ausmaßen auf La Palma, Lanzarote und Fuerteventura - sorgen dafür, dass der Karneval auf den Kanaren zu den berühmtesten in ganz Spanien gehört. Auf dem Festland erreicht lediglich der Karneval von Cádiz diese Popularität. 
Feiern in Sta. Cruz de la Palma. Foto: Tourspain
Auf die Kanaren kam der Karneval in seiner dort heute gefeierten Form wohl vor allem durch die Rückkehrer aus den Kolonien. So erinnern nicht nur die Musik, sondem auch die prachtvollen Kostüme während der Umzüge und den zahlreichen Veranstaltungen und Wettbewerben an Rio. Aber bei aller Musik und Tanz und bunter Pracht fehlt auch auf den Kanaren nicht die Satire und Kritik an Politikern, der Gesellschaft oder den alltäglichen Dingen des Lebens. So üben die Canarios einerseits anhand ihrer einfallsreichen Kostümierung Kritik an den Geschehnissen des vergangenen Jahres oder aktuellen Themen, andererseits sorgen die "Murgas", Gesangsgruppen, die insbesondere auf Gran Canaria gemeinsam mit den "Comparsas", den prachtvoll ausstaffierten Tanzgruppen, das Kamevalsgeschehen bestimmen, für satirische und kritische Töne.
Bereits zu Zeiten der Katholischen Könige gab es wohl den Brauch, sich an bestimmten Tagen im Jahr zu verkleiden, um auf öffentlichen Plätzen Kritik üben zu können. 1523 erließ König Carlos I ein Gesetz, nach dem Verkleidungen und Maskeraden aller Art verboten wurden und auch sein Sohn, Felipe II. verbot Masken. Erst Felipe V. ließ die Pracht der Masken wieder aufleben. Es waren vor allem venezianische und genuesische Kaufleute, die die Mode der Maskenbälle nach Spanien brachten. Die an Lateinamerika erinnernde Pracht des kanarischen Karnevals schließlich brachten die Rückkehrer aus den einstigen Kolonien mit. Noch heute erinnert auf La Palma am Rosenmontag die "Ankunft der Indianos" im Hafen der Inselhauptstadt Santa Cruz an sie. Mit Schiffen legen sie an und dann ziehen Hunderte von weißgekleideten "Kolonialherren" mit Strohhüten, begleitet von Papageien und ihren Mulattinnen, untermalt von tropischen Klängen durch die Strassen der Stadt.
Folklore auf Gran Canaria. Foto: Tourspain
Der bekannteste Karneval der Kanaren und ganz Spaniens ist der auf Teneriffa, in der Hauptstadt Santa Cruz, wo er besonders in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts seine Glanzzeit erlebte. Seit damals kamen und kommen Jahr für Jahr mehr Besucher vom Festland und aus dem Ausland, um das Spektakel wie in der Karibik oder Brasilien, jedoch nur wenige Flugstunden entfernt zu erleben. Gleich nach dem Bürgerkrieg wurden bereits in den 40er Jahren wieder Maskenbälle - die ersten gab es 1851 - veranstaltet. Auf Gran Canaria dagegen wurde vom Bürgerkrieg an bis in die 70er Jahre keine Kamevalsveranstaltung mehr gefeiert.
Auf den Kanareninseln steht der Karneval unter einem jährlich wechselnden Motto. So lautet das diesjährige Karnevalsthema auf Gran Canaria "Memorias de Africa". Auf einer rund 1.000 Quadratmeter grossen Fläche werden im Parque Santa Catalina Erinnerungen an das nahe gelegene Afrika wach. Mittelpunkt ist die 20 Meter hohe Skulptur eines afrikanischen Kriegers. Der Bildhauer und Gestalter Alberto Trujillo hat fünf verschiedene Szenarien Afrikas geschaffen: die afrikanische Savanne, die Tierwelt, der Dschungel, die Architektur und die Kunst des afrikanischen Kontinents. Seit 1995 ist der Künstler mit der Dekoration des kamevalistischen Schauplatzes beauftragt. Der Karneval von Sta. Cruz de Tenerife ist im Jahr 2004 eine Hommage an die Sängerin Celia Cruz. Die im vergangenen Jahr verstorbene Salsa-Königin hatte den Karneval entscheidend mitgeprägt. 1987 verführten ihre Lieder eine Gruppe von 250.000 Menschen zum Tanzen; ein Rekord, der mit einem Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde belohnt wurde. Ihr legendärer Zuruf "Azúcar", um dem Publikum einzuheizen, wurde für das Jahr 2004 zum Karnevalsmotto auserkoren. In Puerto de la Cruz wurden die kreativen Karnevalisten von Jules Vernes inspiriert. Dort lautet das Motto "20.000 Meilen unter dem Meer". 
Strandvergnügen auf Gran Ganaria. Foto: Tourspain
Einer der Höhepunkte des Karnevals ist auf Teneriffa und Gran Canaria, wie auf nahezu allen Kanareninseln, die Wahl der Karnevalskönigin. Auf Gran Canaria wird alljährlich neben der Königin auch eine "Drag-Queen" gewählt, ein Spektakel, das zu den außergewöhnlichsten des Karnevals auf der Insel gehört. Auch die Travestie spielte und spielt in der Geschichte des Karnevals seit Jahrhunderten, nicht nur in Spanien eine bedeutende Rolle, eine Tatsache, die insbesondere den Kirchenobersten stets ein Dorn im Auge war. So gibt es im Archiv von Santa Cruz de Tenerife noch das Dokument eines Ediktes aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, dass Verkleidungen, die das Geschlecht veränderten, verbot.
Die Königin und auf Gran Canaria auch die Drag Queen sind es, die auf allen prachtvollen Umzügen, vom Eröffnungskorso bis zur "Apotheose" und den großen Umzügen die absoluten Höhepunkte des Karnevals darstellen. Die jeweiligen Umzüge finden je nach Stadt und Insel an teilweise unterschiedlichen Tagen statt. Prachtvolle Umzüge gibt es in Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, in Las Palmas und Maspalomas auf Gran Canaria, in Santa Cruz de La Palma, in Arecife und Puerto del Carmen und Playa Blanca auf Lanzarote und in Puerto del Rosario und Corralejo auf Fuerteventura. Rund fünf Stunden dauert der große Umzug in Santa Cruz de Tenerife und mehr als 20.000 kostümierte Karnevalsaktivisten nehmen teil. Die Bürger von Las Palmas, Murgas und Comparsas, geschmückte Wagen, Autos, und viele sich spontan dazu kostümierte Gruppen ziehen auf rund sieben Kilometern an rund 200 000 Zuschauern vorbei durch ihre Stadt.
Ein Spektakel nicht minderer Art ist das grosse "Begräbnis der Sardine", das das Ende der Karnevalstage, die auf den Kanaren traditionell bis zum Sonntag nach dem eigentlichen Kamevalswochenende dauern, einläutet. Ein riesiger Pappmaché-Fisch wird vom Parque San Telmo in Las Palmas aus in einem reich geschmückten und ausgelassenen "Trauerzug" bis an den berühmtesten Stadtstrand, die Playa de las Canteras, gebracht, und dort unter Musik und Feuerwerk "begraben".
Auf Gran Canaria sehenswert ist außerdem der Wettbewerb des Bodypainting. Die Modelle, die ihren Körper in allen Farben und Formen bemalen lassen, verwandeln sich in sehenswerte, lebende Kunstwerke. Für Besucher und Einwohner ebenfalls eine beliebte Aktivität ist der Wettbewerb um den schönsten kamevalistisch dekorierten Laden oder Freizeitbereich. Auf Teneriffa schliesslich explodiert die Sardine nach einem seltsamen Trauerzug mit als Papst, Mönchen und Nonnen verkleideten Karnevalsaktivisten, die unter Tränen und Wehklagen vom süssen, exzessiven Leben Abschied nehmen.
Fiesta Fiesta! - hier wird gefeiert
Vor allem für eins sind die Bewohner der kanarischen Inseln bekannt: für ihre unbändige Lebensfreude und ihr Talent, auch aus dem kleinsten Anlass ein großes Fest zu machen. Es wird behauptet , das fast jeden Tag irgendwo auf dem kanarischen Archipel eine Feierlichkeit begangen wird und den Inselbewohnern ist selten ein Weg zu weit, um bei einer Fiesta dabei zu sein. 
Folklore auf Gran Canaria. Foto: Tourspain
Meist handelt es sich hierbei natürlich eher um kleinere Feste von denen die Urlauber nichts mitkriegen, es sei denn, sie halten sich zufällig im richtigen Bergdorf auf. Dennoch gibt es einige Ausnahmen. Zu den wichtigsten religiösen Festen, zu Ostern und Weihnachten, finden überall prachtvolle Prozessionen statt. Beeindruckend sind auch die Festivitäten anlässlich Fronleichnams. Auf Teneriffa werden während der sogenannten Octavo de Corpus Christi die Strassen von La Orotava und La Laguna mit einem Meer aus Blüten geschmückt. In langwieriger Kleinarbeit werden aus unzähligen Blumen und farbigem Sand biblische Szenen nachgestellt und seit je her streiten sich die beiden Städte, wer die schöneren Bilder zu Stande bringt.
An das Corpus Christi schließt sich direkt die Romería an – was übersetzt Pilgerfahrt, Wallfahrt bedeutet. Bei diesen Feierlichkeiten ziehen die Kanarios in ihren folkloristischen Trachten durch die Strassen, Karren werden von blumengeschmückten Ochsen gezogen und an jeder Ecke findet man Tanz, Gesang und vor allem Wein, mit dem die zahlreichen Leckereien hinuntergespült werden. Die Romerías sind dermaßen beliebt, das sich die einzelnen Gemeinden untereinander absprechen um eine zeitliche Überschneidung zu vermeiden. So kann es vorkommen, dass sich diese Feste wochenlang über die kanarischen Inseln ziehen.
Die Königin der Fiestas ist jedoch auf Teneriffa zu finden. Den Tinerfenos, den Inselnbewohnern, bedeutet ihr carnaval alles. Während dieser Zeit verwandelt sich das Alltagsleben in eine einzige Fiesta und die ansteckende Ausgelassenheit verbreitet sich über die gesamte Insel. Der carnaval auf den kanarischen Inseln kann auf eine jahrhundertlange Geschichte zurückblicken. Das ursprünglich nur in Griechenland und Italien stattfindende Frühlingsfest, wurde von Felipe IV und Carlos III nach Spanien geholt. Auf den Kanaren gehörte das Spektakel schon vor mehr als 200 Jahren zu den beliebtesten Anlässen zum Feiern. 
Die Bajada Virgen de las Nieves auf La Palma. Foto: Tourspain
Wie sehr die Tinerfenos ihren carnaval lieben, zeigte sich, als sie sich dem Befehl Francos wiedersetzten, der alle öffentlichen Karnevalsveranstaltungen verboten hatte. Franco, der Teneriffa kannte, befürchtete ,dass sich während dieser Zeit subversives Gedankengut durchsetzten könnte. Auf Teneriffa benannte man das Fest kurzerhand in las fiestas de invierno – Winterfeste – um, und umging somit das Verbot.
Heute ist der Karneval auf Teneriffa offiziell zu einer Veranstaltung von internationalem, touristischen Interesse erklärt worden. Nicht selten fällt der Vergleich mit Rio de Janeiro oder New Orleans und innerhalb Europas gilt er als der ausgelassenste und seine Paraden als die größten und schönsten. Als Konkurrenz tritt letztlich nur die Stadt Las Palmas auf der Nachbarinsel Gran Canaria an, deren Bewohner den Karneval in ähnlich fanatischer Weise begehen.
An den Feierlichkeiten wirken mehr als 20.000 Menschen aktiv mit, und weit über 200.000 sind jährlich als Zuschauer dabei. Auch zu einem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde hat es der kanarische Karneval schon gebracht, als 1987 auf der Plaza de Espana in Santa Cruz 240.000 Menschen zur größten Open Air Karnevalsveranstaltung der Welt zusammenkamen. Über die Vorbereitungen wird täglich in den Zeitungen berichtet und die einzelnen agrupaciones, die Karnevalsgruppen, wetteifern untereinander um die prächtigsten Kostüme. Gleich zu Beginn der Festivitäten werden die Prinzessinnen gekürt. Ihre Kleider sind verschwenderische Kunstwerke, von denen eines allein mehrere Millionen Peseten kosten kann.
Unumstrittener Höhepunkt sind jedoch die corsos, die großen Prozessionen, die am Dienstag in Santa Cruz und am folgenden Samstag in Puerto stattfinden, sowie das Begräbnis der Sardine am Aschermittwoch, bei dem eine riesige Sardine von Klageweiber begleitet begraben wird. Es folgen Feuerwerke und Freiluft Veranstaltungen, bis der Karneval mit der Pinata Sabado y Domingo am nächsten Wochenende aufhört.
Gleichzeitig beginnen damit jedoch die Feste in den kleineren Gemeinden wie Los Realejos, Icod, Candelaria und auf den Nachbarinseln, so das noch bis in die Fastenzeit hinein die karnevalistische Stimmung zu spüren ist.
Herrliches Strandleben auf Fuerteventura
Sonne, Meer und endlose Sandstrände, das ist Fuerteventura. Die Insel verfügt über die weitläufigsten Strände aller kanarischen Inseln. Der weiße Sand und das leuchtend blaue Wasser erinnern eher an karibische Inselparadiese, als an die spanische Küste. Somit stehen auch Strandaktivitäten und entspanntes Sonnenbaden im Mittelpunkt. Es gibt noch zahlreiche Strände an denen man kilometerlang spazieren kann, ohne dabei einer Menschenseele zu begegnen. Das Wasser ist aufgrund der Plattform von Fuerteventura, die die Insel wie ein Ring umschließt fast immer flach abfallend und ermöglicht ungefährliches Baden. Das Meer ist hier kristallklar und für seine türkis strahlende Farbkraft berühmt. 
Ein Top-Hotel auf der Insel ist das Occidental Grand Fuerteventura. Foto: Occidental
Besonders um die großen Touristenzentren im Süden der Insel lässt das Angebot an Wassersport keine Wünsche offen. Die facettenreiche Meeresfauna garantiert darüber hinaus ein unvergessliches Taucherlebnis. Zu den beliebtesten Sportarten zählt das Windsurfen, für das Fuerteventura die perfekten Konditionen bietet. Wiederholt wurden auf der südliche Halbinsel Jandía bereits Meisterschaften ausgetragen und jährlich zieht es Tausende von Amateuren zum Surfen hinaus aufs Meer.
Auch wenn sich die berühmtesten Strände der Insel wie etwa Playa de Sotavento oder Barlovento im Süden befinden, so hat auch der Norden Fuerteventuras eine gut ausgebaute Infrastruktur, um den Ansprüchen der Inselbesucher gerecht zu werden. Die ausgedehnten Dünenstrände von Caleta de Fustes sind ein attraktives Urlaubsziel.
Im Zentrum der kleinen Stadt befindet sich ein alter Fischereihafen, in dem es vorzügliche Fischspezialitäten zu essen gibt und von wo aus man Bootsausflüge nach Lanzarote oder zur Vulkaninsel Lobos unternehmen kann.
Die Landschaft Fuerteventuras gleicht mit ihren goldfarbenen Stränden, der eher kargen Vegetation und den zum Meer hin sanft abfallenden Hügel einer Wüste. Dies ist zurückzuführen auf die Nähe zum afrikanischen Kontinent: die Entfernung beträgt lediglich 115 Kilometer. Millionen von Jahren haben Erosion und geringe Niederschläge das schroffe, zerklüftete Landschaftsbild der Insel geprägt. Auch wenn es hier nicht die üppige Pflanzenwelt der anderen Kanaren gibt, so trägt die rau-romantische Landschaft durchaus zum Charme der Insel bei. Darüber hinaus entstanden in dem trockenen Klima außergewöhnliche Ökosysteme in denen einige seltene Pflanzen existieren.
Fuerteventura ist ein tolles Ziel für Surfer. Foto: Tourspain
Im Hinterland der Insel laden einige der schönsten kanarischen Bergdörfer zu Ausflügen ein. Bemerkenswert ist vor allem Betancuria, das sein Aussehen seit seiner Erbauung im 15. Jahrhundert nur minimal verändert hat. Hier lohnt sich die Besichtigung der Kirche Santa María und des Archäologischen Museums.
Daneben sind Pajara und Antigua erwähnenswert. Hier wird der Zauber der Insel und die traditionelle Lebensweise der wenigen Inselbewohner spürbar.
Da sich aufgrund des Klimas auf Fuerteventura kaum Landwirtschaft ansiedeln konnte, legt auch die Bevölkerungsdichte deutlich unter der der Nachbarinseln. Statt von Menschen wird die Insel von Windmühlen bevölkert und neben dem Tourismus widmet sich die Wirtschaft verstärkt der Ziegenhaltung und der Herstellung des köstlichen traditionellen Käses, der als der Beste des gesamten Archipels gilt.
Lanzarote, die schwarze Schönheit
Die Wohnung des Künstlers César Manrique in einem Lavakanal. Foto: pr-himmrich
Lanzarote, die schwarze Schönheit, eine Insel, wo die Erde ihr Innerstes nach außen gespuckt hat, ein Ort mit sprödem Charme für Touristen, die einen Blick für exotische Landschaft haben. Für die meisten Deutschen gehört das Eiland vor der nordwestafrikanischen Küste zu den erreichbaren Traumzielen in den kalten, grauen Wintermonaten. Der Frühling liegt nur vier Flugstunden entfernt und heißt Kanarische Inseln. Während das Dorado der Surfer und Sandfetischisten Fuerteventura heißt, die Freunde der Nacht sich auf Gran Canaria oder Teneriffa ihren Urlaub buchen, wählen diejenigen, die das Besondere lieben: Lanzarote.
Die fast 800 Quadratkilometer große und rund 1000 Kilometer vom spanischen Mutterland entfernte Insel verdankt ihren weltweit guten Ruf nicht zuletzt einem Mann, nämlich César Manrique. Als Architekt und Künstler hat er zu Lebzeiten ihre natürliche Schönheit und insbesondere ihre vulkanische Beschaffenheit mit großem Einsatz geschützt, erhalten und in sein Werk eingebunden. Dies hat nicht nur die UNO honoriert, indem sie Lanzarote zum Biosphären-Reservat für Wissenschaft, Bildung und Kultur erklärt hat, sondern auch die steigende Zahl der Erholung suchenden Menschen. Ein Beispiel dafür, dass Tourismus und Umweltschutz kein Gegensatz sein muß.
Die Insel hat eine jahrhundertealte Kulturgeschichte. Manche Quellen behaupten sogar, ihr Name stamme von Lanzelot, dem berühmten Ritter der Tafelrunde, ab. Tatsächlich verdankt sie ihn dem Genueser Kaufmann und Seefahrer Lanceloto Malocetto. Historisch verbürgt sind die Fakten erst seit gut 500 Jahren. Am meisten geprägt haben Lanzarote die Vulkanausbrüche vor rund 180 Jahren. Lava und Asche bedecken ein Fünftel der Fläche, zerstörten die damals fruchtbarsten Anbaugebiete und schufen die Voraussetzungen für Manriques künstlerisches Werk. 
Vulkanlandschaft im Nationalpark de Timanfaya. Foto: Tourspain
Die Architektur zeichnet sich aus durch eine humane Bauweise. Nirgends sind Touristensilos wie andernorts zu finden. Zwei bis drei Stockwerke zählen die Häuser, sind an der Küste blau-weiß und im Landesinneren grün-weiß gestrichen. Ein reizvoller Kontrast zum Schwarz der Lava und in bester Harmonie mit dem grünen Wipfeln der Palmen sowie Kakteen.
Köstlich schmecken der Wein und die Tomaten, die in Lavamulden angebaut werden. Dabei machen sich die Landwirte und Winzer eine Eigenschaft des vulkanischen Materials zu Nutze, nämlich die Fähigkeit, Tau speichern zu können, der in der Tageshitze abgegeben wird. Die Wasserversorgung für die Menschen wird mittels Entsalzungsanlagen sichergestellt. Allerdings haben sich die Menschen eine Lebensgrundlage selbst entzogen. Durch die industriell betriebene Fischerei bietet das Meer um die Kanaren keine lohnenswerte Fangergebnisse mehr. Die Verarbeitungsbetriebe mußten geschlossen werden. Im Tourismus wurden aber so viele Arbeitsplätze geschaffen, dass selbst Personal auf dem spanischen Festland angeworben werden muß.
Wer auf Lanzarote Urlaub macht, hat im Ort Puerto del Carmen die übliche Infrastruktur zur Verfügung, die ein Pauschaltourist erwartet. Der entscheidende Vorteil ist nur, dass auch hier keine Bettenburgen den Blick versperren. Wer Erholung in einmaliger Natur und Kultur sucht, der ist hier richtig. Von den Feuerbergen im Süden bis zum einmaligen Aussichtspunkt "Mirador del Rio" im Norden, gibt es vieles zu entdecken: das Tal der tausend Palmen, den Kakteenpark oder "Los Jameos del Aqua". Letztere stellen ein Naturereignis der besonderen Art dar: Nach den großen Vulkanausbrüchen ist die Lava unterschiedlich schnell erkaltet und zum Teil unterirdisch in Kanälen bis ins Meer geflossen. Zurück bleiben lange Gänge und Höhlen, die in der Nähe von Haría zu Kulturlandschaften und sogar Konzertsälen ausgebaut wurden. Manrique richtete sich in einem solchen Tunnel häuslich ein. Heute ein Museum, dessen Besuch empfehlenswert ist.
Ähnlich wie Manrique, der die Natur in sein Lavahaus integriert hat, so versuchen dies auch manche Hotels. Wir haben ein Haus der Beatriz-Gruppe getestet, in dem großzügig Palmen-, Lava- und Wasserlandschaften in den überdachten Erholungsbereich einbezogen werden. Wer eine solche Unterkunft wählt sollte aber in sein Budget den Mietpreis für einen Leihwagen einrechnen, um das Meer zu erreichen oder die ehemalige Inselhauptstadt Teguise sowie das historische San Bartolomé zu besuchen.
Puerto del Carmen - Vom Fischerdorf zum Touristenmagnet
Puerto del Carmen hat schon immer die meisten Erholungssuchenden während eines Ferienaufenthaltes auf Lanzarote angezogen. Nicht umsonst wählten die Pioniere des Fremdenverkehrs diesen Ort zum Bau der ersten Unterbringungsanlagen in der zweiten Hälfte der 60er Jahre. Ausschlaggebend waren dafür die weiten Strände mit goldfarbenem Sand, dem ruhigen Meer und auch die Nähe zu den schönsten Ecken der Insel. Jahre später ist aus Puerto del Carmen die Haupttouristenzone Lanzarotes geworden, wobei man immer noch etwas von seinem natürlichen Charme verspüren sowie die Ruhe seiner Strände und das Ambiente eines Fischerortes im historischen Dorfkern genießen kann.
Puerto del Carmen besitzt die längsten Naturstrände mit goldfarbenem Sand auf Lanzarote, eine Zone, die darüber hinaus durch ihre Lage im südlichen Zentrum beste Verbindung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel bietet. Der Ort bietet 64 Prozent der Ferienunterkünfte der Insel sowie die verschiedensten Freizeitangebote. Vor nur 30 Jahren war Puerto del Carmen ein kleines Fischerdorf. Die Entdeckung Lanzarotes als touristisches Zielgebiet erster Ordnung gegen Ende der sechziger Jahre hatte das Anwachsen touristischer Urbanisationen um den kleinen Fischerort Puerto del Carmen herum und an den nahegelegenen Stränden entlang zur Folge. Bei den meisten Gebäuden respektierte man die traditionelle Architektur, wodurch ein einheitliches, ästhetisches Bild erreicht wurde mit Gebäuden von geringer Höhe, die weiß gestrichen sind. Das Resultat ist ein linearer, angenehmer Ort von rund zehn Kilometern Länge, in der die Unterbringungsanlagen nahe der langen Strandpromenade und den zahlreichen Stränden liegen.

Am Strand von Puerto del Carmen. Foto: Tourspain
Der natürliche Charme Puerto del Carmens ist trotz großer Veränderungen spürbar. Wie früher fahren immer noch einige Männer des Ortes zum Fischen aufs Meer hinaus. Dieses Ambiente eines Fischerdorfes spürt man vor allem im alten Dorfkern, der bekannt ist unter dem ehemaligen Namen des Ortes La Tinosa. Der Alltag der Fischer, das Auslaufen und Heimkehren der Boote im Hafen sowie die Arbeiten, die dort verrichtet werden, fesseln die Aufmerksamkeit der Besucher auf der Esplanad. Um in diese Atmosphäre noch besser eintauchen zu können, bieten verschiedene Touristenschiffe, die hier im Hafen liegen, Ausflüge in die umliegenden Gewässer an.
Und genau wie früher sind die sechs Kilometer langen Strände von Puerto del Carmen sehr sauber und gepflegt. Diese Strandqualität wird verschiedentlich von der Europäischen Union mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Puerto del Carmen bietet beste Aussicht von der langen Strandpromenade aus, von wo man auf die hügeligste Zone der Insel, dem Los Ajaches Massiv, zur Insel Lobos und bis nach Fuerteventura hinüberblicken kann oder bis zu den kleinen Dörfern der Gemeinde Tias, die landeinwärts liegen. Die Attraktivität dieser Zone hat auch verschiedene illustre Persönlichkeiten angezogen, die hier ihren Wohnsitz haben, wie zum Beispiel der Nobelpreisträger für Literatur, José Saramago, oder der kanarische Schriftsteller Alberto Vázquez Figueroa.
Die Haupttouristenzone von Lanzarote bietet jeden Service, den der Gast während seines Urlaubs zur Entspannung und Erholung braucht, und dies mit einem hohen Niveau: komfortable Unterbringung in meist neuen Häusern, in mehr als 200 Restaurants ein breitgefächertes und abwechselungsreiches Gastronomie-Angebot, zahlreiche Sportmöglichkeiten zu Wasser und zu Land, und Nachtschwärmer können sich in mehr als 100 Bars und Pubs vergnügen. Außerdem bieten im Laufe des Jahres die verschiedensten traditionellen Festivitäten unter ihnen der Karneval reichlich Abwechslung.
Alternativurlaub auf La Gomera
Übervolle Strände, lärmende Diskotheken, riesige Hotelkomplexe..... dies ist etwas was man auf La Gomera nicht finden wird. Die Kleinste der kanarischen Inseln ist ein wahres Paradies für Erholungssuchende, die ihren Urlaub fernab vom Massentourismus verbringen möchten. Bereits in den Sechziger Jahren wurde die Insel zum Anzugspunkt für Hippies oder Aussteiger die hier einen alternativen Lebensstil suchten.

Der Nationalpark de Garajonay auf La Gomera. Foto: Tourspain
Hauptattraktion ist hier die facettenreiche Natur, mit ihren seltenen Pflanzenarten und ungewöhnlichen Bergformationen. Tatsächlich bilden die gesamte Oberfläche der Insel eine einzige große Schlucht. Dadurch entstanden die charakteristischen, von steilen Wänden eingeschlossenen, Täler, die das Aussehen der Insel prägen.
In der Hochebene findet man den uralten Lorbeerwald, den Laurisilva, der immer in Nebel eingehüllt zu sein scheint. Diese Art von Wald bedeckte einst den ganzen mediterranen Raum. Heute ist er in seiner ursprünglichen Form nur noch auf dieser kanarischen Insel zu finden. Daneben gibt es auf Gomera -begünstigt durch den Passatwind- etwa 400 Gewächse, die sonst schon vor Millionen Jahren ausgestorben sind.
Ohne Zweifel gehört der Naturpark Garajonay zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten von La Gomera. 1981 wurde das außergewöhnliche Waldgebiet zum Nationalpark erklärt. Vier Jahre später nahm die UNESCO das Gebiet mit seinem einzigartigen “Bosque del Cedro“ und seinem artenreichen Lorbeerwald, die den Hauptbestandteil des Nationalparks ausmachen, in die Liste der schützenswerten Kulturgüter der Menschheit auf.
Der Park nimmt etwa zehn Prozent der Inseloberfläche ein und beheimate neben seltene Pflanzen auch zwei vom Aussterben bedrohte Taubenarten. Gut markierte Wanderwege erleichtern die Erkundung des Parks und ein Besucherzentrum informiert über Flora und Fauna und bietet zudem Führungen durch das Gebiet an.
Historisch gesehen spielte La Gomera vor allem bei der Entdeckung Amerikas eine wichtige Rolle, weswegen sie auch die kolumbinische Insel genannt wird. In der Hauptstadt San Sebastián machte Kolumbus Halt, bevor er zu seiner Expedition aufbrach und sie wurde zu einem traditionellen Anlaufpunkt auf dem Weg in die neue Welt. Aus dieser Ära sind heute noch der Grafenturm und sowie das Haus des Kolumbus und das Haus des Zolls erhalten. Neben der Hauptstadt sind auch malerische Orte wie Agulo, Hermigua oder Chipude einen Besuch unbedingt wert.
Ein weiterer interessanter Ausflugsort ist die Quelle Chorros de Epina, auf der Strasse nach Vallehermoso. Das Wasser soll Krankheiten heilen und fast magische Wirkung haben. Im Sommer findet in Epina eine Fiesta mit alter gomerianischer Folklore, Musik und Tänzen statt.
Zu den Gebieten die dem Tourismus am Besten erschlossen sind gehört Valle Gran Rey. Hier gibt es auch einige schöne Strände, die einen Badeurlaub ermöglichen. Betonung wird hier jedoch darauf gelegt, das alle touristischen Angebote im Einklang mit der Natur stattfinden. Daneben gibt es rund um die Playa de Santiago kleine Hotels und Pension, die Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.
Auch aus der Zeit vor der spanischen Herrschaft sind auf La Gomera noch Zeichen zu sehen. Noch immer gibt es die Höhlenwohnungen, in denen die ursprüngliche Töpferei der Ureinwohner betrieben wird.
Ein anderes Überbleibsel aus prähispanischen Zeiten ist der Gebrauch der Silbo. Dabei handelt es sich um eine aus Pfeiftönen bestehende Sprache. Zwischen den Tälern und Schluchten dient diese Art der Kommunikation, die durch Tonhöhen- und Längen artikuliert wird, zur Übermittlung von Nachrichten. Diese Art der Gomeros, sich über Entfernungen hinweg zu verständigen ist auf der Welt einzigartig.
La Graciosa - Abseits vom hektischen modernen Leben
Ein Tagestrip zur nördlichsten bewohnten Insel der Kanaren ist ein kleines Abenteuer und führt in eine andere Welt. Abseits von lärmendem Massentourismus ist es auch möglich einen ganzen Urlaub lang die Ruhe und Gelassenheit der Insel zu genießen.
Auf der 28 Quadratkilometer kleinen Insel leben etwa 700 Bewohner, die sich ihren Lebensunterhalt zumeist mit Fischfang verdienen. Die meisten leben in dem Dorf Caleta del Sebo im Süden der Insel, wenige im zweiten Ort der Insel Pedro Barba. Das Dorfleben in Caleta bietet kleine Supermärkte, Restaurants, Bars, eine Post und eine sehenswerte Kirche.
Das Leben auf La Graciosa ist noch sehr ursprünglich. Asphaltierte Straßen sucht man hier vergebens und auch Autos gibt es, abgesehen von wenigen Jeeps, nicht. So ist das wichtigste Transportmittel auch heute oft noch die Schubkarre.
Die von Vulkanlandschaft geprägte Insel lockt zu Radtouren oder Wanderungen. Wegen fehlenden Straßen und Wegen sind festes Schuhwerk und Mountainbikes ratsam.
Fahrräder können auch vor Ort geliehen werden.
Von vielen Bewohnern Lanzarotes wird La Graciosa auf Grund zahlreicher traumhaft weißer Strände als Ausflugsziel geschätzt. Der schönste Strand „Las Conchas“ liegt im Nordwesten der Insel.
Überall auf der Insel finden sich schöne Plätze zum Zelten. Südlich von Caleta del Sebo gibt es einen Campingplatz mit Sanitäranlagen, der kostenlos genutzt werden kann.
Außerdem können Appartements gemietet werden - meist reicht eine Buchung vor Ort.
Die Anreise ist ein Abenteuer für sich. Von Arrecife aus fahren zweimal täglich Busse in den Norden von Lanzarote, in das Fischerdorf Orzola. Bevor die Überfahrt beginnt, lohnt ein Rundgang durch das Dorf, wo um diese Tageszeit der Fischfang der letzten Nacht bewundert werden kann, der auf langen Leinen getrocknet wird. Hier legt dann das Boot nach la Graciosa ab, das auf den Wellen zwischen den Inseln oftmals sehr ins Schwanken gerät. Nach einem Tagesausflug sollte man spätestens um 16 Uhr wieder zurück an der Anlegestelle sein, denn dann fährt das letzte Boot zurück nach Lanzarote.
El Hierro, die Insel am Ende der Welt
Früher galt sie als das Ende der Welt, die menschenleere Insel El Hierro am äußersten Rand des kanarischen Archipels. Auch heute scheint hier das Leben noch weitaus geruhsamer zu verlaufen als andernorts und vom hektischen Tourismus der größeren Inseln ist die Kleinste der Kanaren völlig unberührt geblieben. Die ursprünglichen Traditionen in der Landwirtschaft und den folkloristischen Bräuchen sind hier noch lebendig und intakt.
Baum auf der Insel El Hierro. Foto: Tourspain
Auch wenn man versucht das touristischen Potential der kleinen Insel zu erschließen, so geschieht dies in einer Weise, die dem Bewusstsein von Umweltverschmutzung und alternativem, sanften Tourismus folgt. Wer dem hektischen Alltag entfliehen will sollte sich an hierhin, an das Ende der Welt zurückziehen. Es gibt keinen zentralen Urlaubsort sondern über die ganze Insel sind einige Unterkünfte verteilt.
Hervorzuheben sind die Küstenorte La Caleta, Timijaraque und Tamaduste, die sich für einen Strandurlaub eignen. Zwar ist die Küste der Insel meist sehr steil, aber hier finden sich genug kleinen Buchten um in aller Ruhe Strandaktivitäten nachzugehen. Besonders in Tamaduste kommt man in den Genuss eines spektakulären natürlichen Schwimmbeckens, das vom Meer mit frischen kristallklaren Wasser gespeist wird.
Auch Flora und Fauna scheinen hier in der Zeit stillzustehen. Auf El Hierro existiert der letzte Wald aus Sadebäumen. Diese Wacholdergewächse mit ihrem verworrenen Geäst waren einst überall auf den Kanaren zu finden. Und in den unwegsamen Steilküsten lebt in Form der Riesenechse von El Hierro auch heute noch ein Teil der prähistorischen Tierwelt fort.
Ein großer Teil der Landwirtschaft hat sich in der Senkung von El Golfo angesiedelt und dies so zu einem der grünsten Teile der Insel werden lassen. Als Kontrast zu den schroffen Felsen der Küste und dem schwarzen Lavagestein, liegen im Inneren der Insel grüne Pinienwälder.
Wichtigster Ort ist die Hauptstadt Valverde, die im Inneren der Insel liegt. Daneben sind auch Tinor, San Andrés und Frontera von Bedeutung um den Charakter der Insel und ihrer Bewohner kennen zu lernen. Nicht außer Acht lassen sollte man dabei die vorzüglichen Weine, die hier angebaut werden und die heimischen Käseprodukte, wie den geräucherten Käse oder die Käseküchlein.
Ein traditioneller Höhepunkt ist die Bajada de la Virgen de los Reyes, eine Feierlichkeit die nur alle vier Jahre zu Ehren der Jungfrau Maria gefeiert wird. Begleitet von kostümierten Tänzern, von Pfeifen und Trommeln wird Jungfrau am Morgen des 24. Septembers von La Dehesa nach Valverde getragen. An diesem Brauch wird deutlich, wie Religion mit den vorchristlichen Bräuchen verbunden bleibt. Das Fest zählt zu den beeindruckensten in der Kultur der Kanaren.
La Palma - die Schöne
La Isla Bonita, so nennen die Einheimischen ihre Insel gern. Die Schöne. Tatsächlich machen der Reiz der Landschaft und die üppige Natur diesen Namen verständlich. Auch, oder gerade weil sie längst nicht so an den Massentourismus von Lanzarote oder Teneriffa angeschlossen ist, so ist La Palma ein attraktives Ziel für Besucher, die pure Erholung mit einem besonderen Naturerlebnis verbinden möchten.

Üppige Vegetation im Wald de los Tilos. Foto: Tourspain
Der Wasserreichtum der Insel garantiert die vielfältige Vegetation. Der Norden der Insel ist zum größten Teil mit dichten Lorbeerwäldern bewachsen, in den hohen Felsschluchten finden sich seltenen Baumarten, und die typische kanarische Pinie ist hier ebenfalls zahlreich vertreten.
Die spektakulärste Landschaft offenbart sich dem Besucher in der Caldera de Taburiente, eine erosions- und vulkanbedingte Senkung, die sich über das gesamte Innere der Insel erstreckt. In dieser Art Kessel ist einen Natur vorzufinden, die vom Menschen noch völlig unberührt erscheint. Dieses Gebiet wird von Wanderwegen durchzogen, die eine Erkundung ermöglichen. 1954 wurde diese Zone bereits zum Nationalpark erklärt. Einen Überblick über das beeindruckende Ausmaß der Caldera de Taburiente und ihrer Natur kann man sich am Besten von einem der mehreren Aussichtspunkte verschaffen. Etwa von La Chozas oder dem höchstem Berg der Insel, dem Roque de los Muchachos, lässt sich das atemberaubende Panorama genießen.
Auf dem gleichen Berg wurde auch eine der größten Sternwarten der Welt errichtet. Wegen der besonders klaren Luft und der geringen Licht Abstrahlung ist La Palma ein optimaler Standort für die Forschung. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten gibt es auf der Insel das einzigartige Gesetz zur „Vermeidung der Lichtverschmutzung“, in dessen direkter Folge die gelben Strassenlaternen eingeführt wurden.
Ein anderes Naturdenkmal ist der vulkanische Kamm, der sich über die Insel zieht. Es ist einen Route aus imposanten Kratern und bizarren Felsformationen. Der letzte Vulkanausbruch auf La Palma ereignete sich 1971, als der Teneguía begann Lava zu spucken.
Aufgrund der einzigartigen Naturkulisse hat sich die Insel vornehmlich auf den Wandertourismus spezialisiert. Natürlich gibt es auch Unterkünfte an den Stränden der Küstenregion, dennoch erfreuen sich die vielen Berghütten und Landhäuser immer größerer Beliebtheit.
Neben den Schätzen ihrer Natur verfügt La Palma auch über wertvolles architektonisches Spektrum. Dies geht auf seinen Bedeutung während der Renaissancezeit zurück, als es neben Sevilla und Antwerpen der wichtigste Hafen des spanischen Königreichs war.
Die prachtvollsten Gebäude aus dieser Glanzzeit wurden in Santa Cruz de la Palma erbaut. Die historische Altstadt mit kolonialem Flair wurde zum historischen Kunstdenkmal erklärt. Hier sollte man vor allem den Kirchen El Salvador und San Fransisco, sowie dem Rathaus und dem Salazar Palast einen Besuch abstatten.
Darüber hinaus sind die Orte El Paso und Fuencaliente von Interesse. Der Erste ist berühmt für seine Zigarren und Seidenstoffe, im Zweiten lassen sich die köstlichen Weine der Insel probieren.
Segeln, Surfen, Tauchen auf den Kanaren
Von Robert Himmrich
"Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen" heißt ein alter deutscher Schlager und an kaum einem anderen Ort als im Bereich der spanischen Kanaren kann dieses Versprechen rund ums Jahr besser erfüllt werden. Dies gilt auch für Surfer, denn die Wassertemperatur liegt selbst in der sogenannten kalten Jahreszeit noch fast bei 20 Grad. Den nötigen Schub für die Segel verschafft häufig der heiße Scirocco aus der Sahara. Entsprechend beliebt sind daher die Afrika zugewandten Inseln Lanzaraote und Fuerteventura. Ein kurzweiliger Tagesausflug mit einem gelben Unterseeboot wird u.a. in Puerto Calero auf Lanzarote angeboten. Urlaub.de hat sich in die Tiefen des Atlantiks gewagt und war fasziniert von der bunten Unterwasserwelt samt einer versunkenen Mini-Titanic.
Der Strand Playa de las Teresitias auf Teneriffa. Foto: Tourspain
Für Wassersportfreunde bieten die Kanaren insgesamt ideale Bedingungen. Überall auf den Inseln kann man Yachten oder Segelboote für faszinierende Ausflüge mieten. Man kann aber auch organisierte Ausflüge buchen, sei es um einen Tag an der Küste entlang zu segeln oder aber für eine Kreuzfahrt zwischen mehreren Inseln. Ein einmaliges Erlebnis sind die Ausflüge im Unterseeboot, die man von Puerto de Mogan auf Gran Canaria, von Las Galletas auf Teneriffa oder von Puerto Calero auf Lanzarote aus unternehmen kann.
Die Bedingungen für das Segeln mit leichten Segelbooten, für Windsurfen oder Kanufahren sind ausgezeichnet und es fehlen nicht die offiziell anerkannten Schulen, in denen man diese Sportarten erlernen kann. Alternativen wie Wasserski fahren, Wellenreiten, Tauchen, Fallschirmsegeln, Jetski fahren oder organisierte Ausflüge mit Hochseefischen sind ebenfalls möglich. Auch auf dem Land kann man jede erdenkliche Sportart auf modernen Anlagen ausüben. Die günstigen Preise für Mietwagen laden dazu ein, die herrlichen Landschaften im Inneren der Inseln kennenzulernen.
Die Vela Latina, eine heimische Art des Segelns, ist eine große Attraktion für Segler, die auf den Inseln anlegen. Mit den ungewöhnlichen Abmessungen ihrer Segel (der Mast und die Rahe messen jeweils zwischen 10 und 11 Metern) und einer maximalen Länge von 6,55 Metern sind die Boote wahre Kunstwerke der örtlichen Schiffbauer. Schon wegen der langen Tradition, die diese Sportart hat, aber auch wegen der Schönheit und dem spannenden Wettkampf sind diese Regatten immer wieder ein fesselndes Schauspiel.
Essen und Trinken: die kanarische Küche
Die traditionelle Küche der Kanaren ist einfach und gut. Aus der Armut entstanden verbindet sie heute Einfallsreichtum mit Schlichtheit. In vergangenen Zeiten konnte man es sich nicht leisten etwas anderes als nur lebensnotwendige Nahrungsmittel importieren zu lassen. Für eine ausgeprägte Viehzucht fehlte zudem das Weideland, doch wurde schon immer eine Viehlzahl von Obst und Gemüse angebaut.
Leckereien der kanarischen Küche. Foto: Tourspain
Traditionelles Grundnahrungsmittel der Kanaren ist seit Jahrtausenden das sogenannte gofio, ein Mehl aus gerösteten Mais-, Weizen- oder Hirsekörnern. Schon die Guanchen, die Ureinwohner der kanarischen Inseln, verstanden es, aus dem hellbraunen Pulver Speisen der verschiedensten Geschmacksrichtungen zu kochen. Speziell auf dem Land ist es auch heute noch fester Bestandteil der Hauptmahlzeiten. Meist wird es als pelle serviert, einer brotartigen Masse aus gofio, die in Scheiben geschnitten wird. Empfehlenswert ist besonders gofio escalado, eine dünne Fischsuppe mit Kräutern und Kartoffeln, die durch das beigemischte gofio zu einem sämigen Brei angedickt wird.
Mittlerweile beherrschen frischer Fisch und Meeresfrüchte die Speisekarten der Restaurants. Die Zubereitung wurde stark von den spanischen Einwanderern geprägt, da die Guanchen eher schlechte Fischer waren. Die bissfesten Fische, die in den kanarischen Gewässern gefangen werden, werden meist nur in Olivenöl gebraten und dann mit mojo serviert. Dabei handelt es sich um eine weiteres lokale Spezialität. Die pikante Sauce darf bei keinem kanarischen Essen fehlen. Des weiteren unterscheidet man zwischen mojo rosso, aus roter Peperoni, Öl und Knoblauch und mojo verde, der mit grüner Peperoni und viel Petersilie zubereitet wird. Beide Tunken sind sehr scharf und werden zu Fisch- und Fleischgerichten gereicht.
Man isst sie ebenfalls zu den papas arrugadas, einer klassischen Beilage, die zum populärsten Touristensnack avancierte. Übersetzt bedeutet dies etwa „verschrumpelte Kartoffeln“. Sie sind eine besondere Züchtung, die außen sehr dunkel und innen sehr gelb ist. Die Kartoffeln werden in einer Salzlake gegart und immer mit der Schale gegessen.
Beliebt sind auch Suppen und Eintöpfe, in denen alles zusammen kommt, was die Kanaren zu bieten haben. Probieren sollte man unbedingt den potaje canario, eine kräftige Gemüsesuppe mit Mais, Kichererbsen und Kartoffeln und den potaje de berros, einen milden Kresseeintopf, in dem Speck, Kartoffel und Kürbis eingekocht werden.
Derart gutes Essen muß natürlich auch mit einem guten Nachtisch abgerundet werden. Aus dem Reichtum an Früchten ergeben sich hier schier endlose Variationen. Daneben ist auch flan – ein Karamellpudding - sehr beliebt. Höhepunkt der kanarischen Desserts ist jedoch bienmesabe. Eine Nachspeise aus Eigelb, Mandeln, Honig und Limonen, die ins Deutsche übersetzt „ es schmeckt mir gut“ heißt.
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