Strände ohne Ende - Die vielseitigen Küsten der Türkei

Die Türkei bietet eine Vielzahl von erholsamen und interessanten Stränden. Das Land grenzt an vier Meere: im Norden an das Schwarze Meer, dessen Küste im feuchtwarmen Klima von sehr grünen Landschaften geprägt ist. Im Westen liegen das Marmara-Meer und das ägäische Meer, die vor allem bei Seglern und Wassersportlern beliebt sind. Im Süden gibt es das Mittelmeer, dessen lange Strände pures Badevergnügen garantieren. Gemeinsam weisen alle Strände die stolze Länge von 8.333 Kilometern auf.
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Die herrliche Oludeniz Lagune. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
 
Das Qualitätssiegel „Blaue Flagge“
Bereits 1993 wurde an der türkischen Südküste die erste „Blaue Flagge“ gehisst. Sie ist eine Auszeichnung für Sauberkeit von Strand, Wasser sowie den Umweltschutz und wird nach strengen Kriterien vergeben. Heute weht die Flagge an insgesamt 174 Stränden in der gesamten Türkei, Tendenz steigend. 98 der ausgezeichneten Strände befinden sich an der türkischen Riviera - ein Zeichen für die hervorragende Qualität der touristischen Zentren um Antalya. Die Region Kemer, wo bereits viele Flaggen wehen, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2007 sämtliche ihrer Badestrände fit für die „Blaue Flagge“ zu machen.
 
Strände wie aus einem Traum
Das Wasser schimmert türkisblau, Palmen spenden Schatten auf feinem Sand – solche Traumstrände gibt es auch in der Türkei! Im Dilek-Nationalpark in der nördlichen Ägäis badet man an den Kalamaki-Stränden inmitten von ursprünglicher Natur. Das Wasser ist dort besonders klar. Der wohl bekannteste Strand des Landes ist „Ölüdeniz“ nahe Fethiye. Nicht nur beim Baden im Meer oder im warmen Sonnenlicht kann man die wunderschöne Lagune genießen, auch aus der Vogelperspektive ist sie ein Erlebnis: Vom nahe gelegenen Berg Baba werden Gleitschirmflüge angeboten. Für Wassersportliebhaber erfüllen sich viele Wünsche - vom Kanuverleih über Surfen bis zum Wasserski.
 
Ideal für Familien
Die Voraussetzungen für einen erholsamen Familienurlaub mit Kindern sind in der Türkei durchweg gegeben: Die meisten Strände sind sehr gut erschlossen und fallen flach ins Meer ab. So können Kinder nach Herzenslust im Wasser spielen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Einer der schönsten, naturbelassenen Badestrände der nördlichen Ägäis ist Altinkum, 10 km von Cesme entfernt. Dank fehlender Brandung ist er besonders kindersicher. An der Schwarzmeerküste ist der Arakli-Strand bei Trabzon wegen des flachen Wassers gut für Kinder geeignet. Auch die Strände um Side sind familien-gerecht und bieten viele Vergnügungsangebote für Groß und Klein.
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Schöner Sandstrand an der Ägäis. Foto: Türkisches Tourismusministerium
 
Einen ganzen Strand für sich
Wer träumt nicht davon: Einmal ganz allein den Strand genießen, die Sonne scheint nur für einen selbst, ans Ohr dringen nur die sanften Geräusche der Wellen ... Solche einsamen Strände gibt es tatsächlich. Die Insel Gökceada, ganz im Nordwesten der Ägäis, ist touristisch kaum erschlossen, man sollte sich also genügend Proviant mitnehmen. Dafür wird man mit unbesuchten, wilden Stränden belohnt, deren Wasser herrlich klar ist. Einsame, lange Sand- und Kieselstrände finden sich auch im Norden der Insel Bozcaada, ebenfalls im Nordwesten des Landes. Die ruhige, abgeschiedene Bucht bei Ciftlik, in der Nähe von Marmaris, gilt als Geheimtipp. Dorthin gelangt man per Boot oder über eine nicht ausgebaute Straße. Menschenleere Küsten mit zahllosen Buchten und reizvollen Landschaften bietet die lykische Halbinsel Kekova in der Nähe von Kas. Das Segel- und Tauchparadies mit seinem warmen, klaren und fischreichen Wasser erreicht man in einer Bootsstunde von Dalyanagzi aus.
 
Aktiv auf und unter dem Wasser
Windsurfer zieht es vor allem an die Ägäis – die Bucht von Alacati ist wie gemacht zum Surfen: Ständige Winde und eine geringe Wassertiefe sind ideale Bedingungen für Profis sowie Anfänger, die in Windsurfschulen ihre ersten Erfahrungen auf dem Brett sammeln können. Auch der Strand von Bitez, ebenfalls an der Ägäis, ist Windsurfern weltweit ein Begriff. An den langen Sandstränden der Insel Marmara im gleichnamigen Meer finden sie ebenfalls ideale Bedingungen. Wer die türkische Unterwasserwelt erkunden möchte, muss nicht lange nach Tauchbasen suchen. Vor allem die Südküste ist reich an interessanten Wracks, wie z. B. das eines französischen Kriegsschiffs bei Kemer. Rund um die Insel Kas findet man üppig bewachsene Riffe, faszinierende Steilwände und viele verschiedene Fischarten – ein Paradies für Unterwasserfotografen. Auch antike Fundorte mit über 2.000 Jahre alten Amphoren und sogar eine JU 52 kann man dort erkunden. Ein absolutes Bade- und Tauchparadies ist der Cakilli-Strand zwischen Kale und Finike. Die kleine Badebucht mit klarem Wasser und feinem Kies ist von Felsen umrahmt.
 
Schwarzes Meer – die unbekannte Küste
Die Nordküste der Türkei ist bei Touristen noch relativ unbekannt. Malerische Fischerdörfer, einsame Buchten und kilometerlange Strände reihen sich aneinander. Eine sattgrüne Vegetation bestimmt das Landschaftsbild, dichte Nadel- und Laubwälder bedecken das parallel zur Küste verlaufende Pontische Gebirge. Sinop ist einer der schönsten Badeorte mit einem wundervollen Naturhafen und herrlich langen Stränden. Bei Amasra, einem der schönsten Städtchen an der Schwarzmeerküste, findet man ebenfalls hervorragende Bademöglichkeiten. Der hübsche Hafen- und Badeort Ünye besitzt mehrere schöne Strände mit türkisfarbenem Wasser. Ünye wird auch als die „Haselnusshauptstadt“ der Türkei bezeichnet. Hier werden so viele Haselnüsse angebaut, dass die Stadt im Winter mit den Schalen beheizt werden könnte!
 
Strände mit dem gewissen Etwas
Viele Strände bieten neben dem Badevergnügen auch Besonderheiten. Zum Beispiel der Sandstrand von Avsa in der Marmararegion: Er ist von Weinbergen gesäumt und bietet so ein ganz besonderes Flair.
Der Strand von Patara ist einer der schönsten Sandstrände der lykischen Küste: 19 Kilometer lang, 400 Meter breit und naturbelassen, da die Stadt ein Bauverbot erließ. Zwischen den Dünen findet jeder ein ungestörtes Plätzchen, und es gibt viel Platz zum Sandburgen bauen. Zusätzlich kann man direkt am Strand die Ausgrabungsstätte der antiken, lykischen Stadt besichtigen und so Badevergnügen und Kulturerlebnis prima verbinden! Die Besichtigung ist in dem einmalig zu zahlenden Strand-Eintritt (ca. 3 Euro) inbegriffen.
Etwa 1,5 Stunden von Istanbul entfernt befindet sich der Ferienort Sile am Schwarzen Meer. Der lange und breite Sandstrand bietet eine bezaubernde Dünenlandschaft, die auch im Winter ihr Flair hat.
Rund zwanzig größere Strände mit wunderbar feinem Sand und kleinen Buchten findet man auf der Halbinsel Cesme, 80 km von Izmir entfernt. Die Region ist bekannt für ihre Thermalquellen. Am Strand von Ilica sprudeln ganze 38 Quellen direkt im Meer. Daher ist das Wasser selbst im Winter noch angenehm warm. Am besten zugänglich sind die Quellen bei Yildiz burun.
Ein Strand mit historischem Flair befindet sich auf der Kleopatra-Insel in der Gökova-Bucht bei Bodrum. Vor über 2.000 Jahren soll dort Marc Anton seiner Geliebten Kleopatra einen 600 Meter langen Strandabschnitt mit Sand aus ihrer Heimat Ägypten aufgeschüttet haben.
Der feinsandige, flache Iztuzu Strand in der südlichen Ägäis ist als „Turtle Beach“ bekannt. Hier befindet sich der Brutplatz der Karettschildkröte. Im Juni kommen die Tiere zum Eier ablegen dorthin, daher darf der Strand nachts nicht betreten werden. Bei der antiken Stadt Phaselis verstecken sich hinter Pinienwäldern stille Buchten mit flachem Wasser. Stellenweise kann man über den Resten der versunkenen, alten Hafenstadt schwimmen. Um die Stadt Manavgat bei Side findet man ebenfalls herrliche Strände mit vielen Wassersportangeboten. Der Kiesstrand an der Mündung des Flusses Manavgat ist besonders interessant – hier kann man im Süßwasser des Flusses, oder auf der anderen Seite im salzigen Meerwasser baden. Ein Aufenthalt dort lässt sich wunderbar mit einem Besuch der imposanten Manavgat-Wasserfälle verbinden.