Lissabon - Portugals Hauptstadt ist trendy

Lissabons Zauber erwächst aus dem charmanten Zusammenspiel von Historie und Moderne, von Metropolenflair und lusitanischer Gelassenheit. Human touch und Authentizitit paaren sich in dieser Stadt aufs Schönste. Wie Rom zieht sie sich über sieben Hügel; zahlreiche Aussichtsterrassen lenken den Blick immer wieder auf wunderbare Ausschnitte und Panoramen. Das berühmte atlantische Licht schmeichelt ihrer architektonischen Pracht sowohl an sonnigen wie an dunstigen Tagen.
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Die Europabrücke führt ins Stadtzentrum. Foto: ITP
 
Lissabon ist aber nicht nur eine Augenweide, sondern absolut trendy. Ein jeder kommt hier auf seine Kosten: der Kunst und Kulturliebhaber, der Gourmet, der Sportfan, der Shopping Freak, der Avantgardist, der Romantiker etc. Pulsierendes Nightlife, hippe Mode, elegante Hotels, weite Strände, eine Fülle von Museen  Lissabon hat viel zu bieten. Familien, Cliquen, Liebespaare  für jeden Besucher hält die vielfältige Tejo-Metropole ein ganz persönliches Erlebnis bereit.

Die nostalgischen Viertel Baixa, Alfarna und Belem gehören zu den attraktivsten der Stadt. Die Unterstadt (Baixa) bildet das eigentliche Zentrum Lissabons. Sie bietet wunderbare Einkaufsmöglichkeiten und Cafés; auf dem weitäufigen Rossio Platz schlägt das Herz der Stadt. Großzügig empfängt die Praca do Commercio all jene, die sich ihr vom Wasser her nähern und durch den Triumphbogen auf die schnurgerade Via Augusta bummeln. Von einer ihrer Quergassen schwingt sich der berühmte historische Aufzug Elevador de Santa Justa in den Himmel.

In der Alfama zeigt sich Lissabons lebendige Tradition. Die verwinkelten Gassen bergen versteckte Fado Lokale und an ihrem Saum wurde dem berühmten portugiesischen Gesang sogar ein eigenes Museum eingerichtet.

Belém im Westen der City war der Ausgangspunkt für Portugals ruhmreiche Entdeckungsfahrten über die Meere der Welt. Hier stehen das Jerónimokloster, das begehbare Seefahrer Denkmal und das weltbekannte UNESCO Denkmal Torre de Belém. Das Centro Cultural de Belém (CCB) birgt das Designmuseum und steht für legendäre Musikevents. In seiner unmittelbaren Urngebung locken das Marine-Museum, das Kutschen Museum, das Archäologische Museum, der tropische Garten des Palicio Belém  und nicht zuletzt die Confeitaria de Belém, für deren köstliche Spezialität Pastéis de Nata (kleine Küchlein aus Sahne und Ei) selbst die Lissabonner gerne Schlange stehen.

Eine Attraktion vor allem für junge Lissabon-Besucher ist das quirlige Barrio Alto mit seinen zahlreichen Kneipen und Bars. Gleiches gilt für das ehemalige Hafenareal, die Docas mit trendigen Diskos und beliebten Restaurants.

Für Familien gibt es im Nationalpark auf dem ehemaligen Expo-Gelände viel zu entdecken. Unter anderem lädt ein gigantisches Aquarium im Ozenarium dazu ein, das Leben unter Wasser zu beobachte, einzelne Pavillons der Expo sind noch heute geöffnet wie der Wissenspavillon oder der Pavillon der "Virtuellen Realität".


Lissabons reizvolle Umgebung

Landschaftlich reizvoll, mit zahlreichen historischen Denkmälern versehen, von denen die UNESCO gleich vier zum Weltkulturerbe erklärte, und mit Sportmöglichkeiten wie Surfen, Golfen, Wandern und Reiten lockt die Umgebung von Lissabon Besucher aus der Stadt heraus.
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Strand bei Estoril. Foto: Costa Estoril und Sintra
 
Die Costa do Sol mit dem eleganten Seebad Estoril und dem benachbarten Strandstädtchen Cascais ist quasi das Vorzimmer Lissabons. Sonnenanbeter und Surfer tummeln sich an den Stränden, Golfer genießen die abwechslungsreichen Spielmöglichkeiten der großzügig angelegten Greens, die zum Teil herrliche Aussichten auf Land, Meer und die Höhenzüge der Serra da Sintra bieten, Geschäftsleute nutzen die Infrastruktur des Kongresszentrums und abends treffen sich alle Glücksspieler im größten Casino Europas.

Prachtvolle Schlösser, Paläste, Burgen und Parks wie der Paläcio da Pena, die Quinta da Regaleira, der Monserrate oder der Pago Real lassen Romantikerherzen in der UNESCO Weiterbestadt Sintra höher schlagen, während Kinderaugen beim Besuch des Spielzeugmuseums leuchten.

Vor den Dünen des Quincho Strandes, fast am westlichsten Punkt des europäischen Festlands, dem steilen Cabo da Roca, und weiter nördlich, an der Küste zwischen Ericeira und Peniche, herrschen ideale Bedingungen für Surfer. Von Peniche aus erreicht man per Boot in einer halben Stunde die Berlenga Insein mit ihren Grotten und Tunneln und engen Felsenbuchten. Die Gewässer um den kleinen Archipel sind ein beliebtes Tauchrevier.

Neben der rauen Küste des Ozeans prägen Bambusschilf und Weinreben die malerischen Landschaften des Oeste, nord westlich von Lissabon. Immer wieder trifft man auch auf Windmühlen. Einen Besuch lohnen überdies der riesige ehemalige Klosterpalast von. Mafra, das befestigte Städtchen Öbidos sowie die Kapitale der Keramikkunst, Caldas da Rainha.

Unvergessliche Eindrücke vermittelt auch ein Ausflug in die burgenreiche Gegend um Leirfa und zur weltberühmten Pilgerstätte Fatima, wo 1917 an jedem 13. der Monate Mai bis Oktober drei Hirtenkinder eine Marienerscheinung hatten.

Der Templer Orden gab der reizvollen Region Templärios nordöstlich von Lissabon ihren Namen. Die Ordensbrüder siedelten sich vor mehr als 9. Jahrhunderten in der heutigen Stadt Tomar und im Becken des Nabäo an. Das mächtige Ordensschloss wurde von der UNESCO zum Welterbe ernannt.

Zentrum der Region Ribatejo ist die gotisch geprägte Stadt Santardm, die auch für ihre Weine bekannt ist. Blickt man am Tejo in Richtung Süden und Lissabon, öffnet sich jene Weite, in deren Gehöfte Stiere und Pferde gezüchtet werden. Hier liegen die berühmten Reitschulen Portugals. In der Gemarkung Benavente, wo das Süßwasser des Tejo sich schon mit dem salzigen Atlantik vermischt, trifft man heute noch auf Pfahlbauten, die ihre Anwohner vor Hochwasser schützen.

Über die eindrucksvolle Tejo Brücke am Nationenpark gelangt man im Süden Lissabons rasch zu den Stränden der Costa Azul und Costa Lisboa, in die Hafenstadt S6tubal sowie in das Naturschutzgebiet "Parque Natural da Serra da Arrabida". Es ist eines der letzten Refugien unangetasteter mediterraner Vegetation. Hunderte von Schmetterlings , Vogelund Säugetierarten leben hier. Außerdem wird in dieser Region der berühmte Käse von Azeitäo hergestellt und Wein angebaut.


Golfdorado Lissabon

Lissabon erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Golf-Enthusiasten. Die "weiße Stadt" zwischen Tejo und Atlantikküste bietet 22 herrliche Greens in ihrer näheren Umgebung. Ein Teil davon zählt zu den 50 besten Plätzen der Welt und hat Championship Format. Aufgrund des moderaten Klimas der Region sind sie in der Regel das ganze Jahr über bespielbar.
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Golfvergnügen direkt am Meer. Foto: Praia d'el Rey
 
Die abwechslungsreichen und bestens gepflegten Anlagen mit ihren vielfältigen Schwierigkeitsgraden locken auch Golfer mit höchsten Ansprüchen. Alle liegen in reizvollen Landschaften und kaum mehr als 30 bis 60 Autominuten entfernt von einer pulsierenden Metropole, die den nostalgischen Charme der Vergangenheit mit dem Rhythmus des modernen Europa vereint.

Stilvolle Unterkünfte, oftmals direkt auf dem Goifplatz Gelände gelegen, verheißen nach dem Pitchen und Putten zudem exzellente Möglichkeiten zum Relaxen.

Zu den jüngsten Greens in der Region Lisboa zählen Ribagolfe I und II. Sie eröffneten 2004 in Samora Correia und Chrance Ribatejana im Herzen des Ribatejo Gebietes. Die 18 Loch 72 Par Anlagen wurden von Michael King bzw. Peter Townsend vom European Golf Design konzipiert und wunderbar in die Kork Eichen Szenerie der Region eingepasst.

Die etablierten Plätze in der Region Estoril/Sintra  bereits 2003 von der IAGTO, der International Association of Golf Tour Operators, als "Destiatnation of the Year ausgezeichnet  bewiesen ihre Attraktivität Ende 2004 erneut als Gastgeber des International Golf Travel Market (IGTM). Der größte touristische Golf Event weltweit zog mehr als 1000 Teilnehmer an.


Lissabon - Fakten und Geschichte

Name: Abgeleitet vom lusitanischen "olissipo", das seinen Ursprung im phoenizischen Wort "allis ubbo" hat und "entzückende Bucht' bedeutet.

Lage: Etwa in der Mitte Portugals (9 Grad 10'westlicher Länge, 38 Grad 43' nördli­cher Breite, etwa auf der Höhe von Athen) am nördlichen Ufer des Tejo­  Flusses, zirka 17 km von dessen Mündung in den Atlantik entfernt.

Größe: Portugals Hauptstadt erstreckt sich auf einer Fläche von rund 85 qkm. Das Gebiet von 'Groß Lissabon' umschließt rund 2750 qkm. Offiziell reicht der Verwaltungsdistrikt Lisboa im Süden bis zur Distriktgrenze von S6tubal, im Nordwesten bis zu jener von Leiria und im Osten bis Santardm.


Bevölkerung: Im Stadtgebiet von Lissabon leben derzeit rund 557.000 Menschen, im Umland rund 3,3 Millionen. In ihren Gesichtern lässt sich oftmals noch das einstige portugiesische Weltreich ablesen: sie tragen afrikanische, indische und asiatische Züge.

Geschichte: Lissabon ist seit mehr als 700 Jahren Hauptstadt von Portugal, Sitz der Regierung und Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. Begründet wurde die Stadt von den Phöniziern. Wie später die Griechen und Karthager nutzten diese schon lange vor Christi Geburt den einzigen großen Naturhafen an der iberischen Atlantikküste.'Unter Julius Cäsar erhält die inzwischen befestigte Siedlung 48 v. Chr. das volle Bürgerrecht. Germanenvölker vertreiben nach drei Jahrhunderten die Römer, ein schweres Erdbeben zerstört einen Großteil der Stadt.

Im 8. Jahrhundert beginnt die mehr als 400 Jahre währende MaurenHerrschaft. Sie bringt der Stadt eine Zeit hoher kultureller und wirtschaftlicher Blüte. 1147 erobert der portugiesische König Alfonso Henriques die Hafensiedlung und beginnt mit dem Bau der Kathedrale. Unter König Dinis (1279 1325) wächst die Stadt weiter. Die Baixa, einst ein Tejo Arm, wird trockengelegt und bebaut; die erste Universität Iberiens gegründet.

Unter Manuel I. erfährt Lissabon eine erneute Blüte; durch Gewürz und Juwelenhandel wird die Tejo Metropole zur reichsten Seehandels Metropole Europas. Das 15. und 16. Jahrhundert ist auch eine Zeit großer architektonischer Projekte: der Königspalast wird gebaut, das Kloster, der Turm von BeIdm. Als erste planmäßige Stadterweiterung entsteht das Viertel Barria Alto.


Das 18. Jahrhundert bringt neuen Reichtum, aber auch das größte und verheerendste Erdbeben in Lissabons Geschichte. Nach dem großzügigen Wiederaufbau der zu zwei Dritteln zerstörten Stadt unter dem Marquds de Pombal erfolgt bald eine erneute Erweiterung und Modernisierung.

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich Lissabon zu einer modernen Metropole mit historischem Charme. Es wird zum wichtigsten Kreuzfahrthafen des Atlantiks und erreicht Platz fünf auf der Weltrangliste der Kongressstädte. Das Unterkunftsangebot für Gäste wächst um gut 25 Prozent.

In der jüngsten Vergangenheit macht Lissabon erneut durch großartige städteplanerische Projekte von sich reden: die Anlage des Weltausstellungsgeländes zur EXPO 1998 (heute Park der Nationen), die Sanierung des historischen Hafenareals (Docas) als Ausgehmeile und den Bau neuer Stadien zur Fußball WM 2004. Zukünftig soll das Kreuzfahrtterminal ausgebaut werden und ein Casino entstehen.

Zeit: In ganz Portugal gilt die Westeuropäische Zeit; sie liegt eine Stunde hinter der mitteleuropäischen. Da es wie in Deutschland sowohl eine Sommer als auch eine Winterzeit gibt, müssen Reisende aus Mitteleuropa ihre Uhr das ganze Jahr über in Lissabon um 60 Minuten zurückstellen.

Reisezeit: Lissabon und seine Umgebung sind zu jeder Jahreszeit ein Reise wert. Im Juli und August kann das Thermometer in der Tejo Metropole tagsüber aber durchaus bis auf 30 Grad klettern. Sintra hat ein eigenes Mikroklima, hier ist es im Sommer meist um einiges kühler als in Lissabon. An der von den Atlantikwinden gut geschützten Costa Estoril, der "Riviera" Lissabons, sind die Winter besonders mild und beständig.

Anreise: Neben der TAP Portugal, der Lufthansa und Iberia fliegen aus Deutschland auch zahlreiche Chartergesellschaften (z.B. Hapag Llyod, Air Berlin, LTU, Germanwings) Lissabons Flughafen Portela an. Er liegt ca. 13 km nordöstlich des Stadtzentrums und ist per Bus sehr gut zu erreichen. Fernzüge aus dem Norden laufen an der Esta~äo Santa Apo16nia ein, für den Süden (Algarve) ist Barreiro Zielbahnhof. Er liegt am Südufer des Tejo.

Lissabon erkunden: Die Stadt selbst kann man zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden: per Bus, mit der Metro (die ob ihrer vielen Kunstwerke in den Stationen selbst schon eine Attraktion ist), mit den äectricos bzw. Amarelos (Straßenbahnen), von denen einige noch ihr historisches Gewand tragen, und mit den traditionsreichen Elevadores (Standseilbahnen/Aufzügen). Die nähere Umgebung (Costal Azul, Cascais, Estoril, Sintra) erschließen die ihm Viertelstunden Takt verkehrenden Linhas (Vorortzüge) vom Bahnhof Cais do Sodrd und vom Rossio Bahnhof. Für weitere Ausflüge empfiehlt sich ein Mietwagen.


Manuelinik – aufregende Architektur

Eine aufregendere Architektur als die Manuelinik gibt es wohl kaum. Man begegnet ihr außer in Portugal nirgendwo in der Welt. Sie erinnert an die Zeit, als Portugal über Meere und Kontinente herrschte und die halbe Welt portugiesisch war. Anfang des 16. Jahrhunderts hatte das kleine Land mit seinen damals rund 1,2 Millionen Menschen ein weltumspannendes Imperium aufgebaut, das rund um den Erdball von Brasilien, Afrika über Indien, Indonesien bis nach Nagasaki reichte. Mit König D. Manuel I., dem Glücklichen, brach für Portugal das „Goldene Zeitalter“ an, die glanzvollste Epoche seiner Geschichte.
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Die Türme von Belem in Lissabon. Foto: José Manuel / ICEP Portugal

 
Auf der Höhe seiner Macht setzte Manuel I. (1495-1521) mit dieser nach ihm benannten Stielrichtung sich selbst und der Seefahrernation ein Denkmal. Die schlichte, monumentale Grundstruktur der Manuelinik entstammt der Spätgotik. Stilelemente aus der Frührenaissance sowie der islamischen und orientalischen Welt ergänzen sie: Rundbogenfenster, Hufeisenportale, Säulen und Türmchen, Arkaden und Baldachine. Die Krönung aber sind die verblüffenden Verziehrungen. Die Ideen dafür brachten oftmals die Seefahrer von ihren weiten Reisen mit. Steinmetze, Meister ihrer Kunst, setzten sie in filigrane Ornamente um. Da wachsen Algen, Seetang, Korallen und Schlingpflanzen aus dem nackten Stein heraus, Meerestiere wie Muscheln und bizarr-phantastische Ungetüme, die die Seeleute unterwegs in Angst und Schrecken versetzt hatten, Schiffszubehör, wie Taue, Anker und Netze. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Dazu gehören auch nautische Gegenstände, etwa die Armillarsphäre, ein astronomisches Gerät zum Messen der Himmelskreise, die D. Manuel I. zu seinem persönlichen Wappenzeichen machte. Dazu gesellt sich stets das Kreuz der Christusritter, mit deren Geldern die Entdeckungsreisen größtenteils finanziert wurden. Die üppige maritime Symbolik wuchert an Wänden, Portalen und Fenstern, schmückt Klöster, Kirchen und Paläste und rankt sogar noch an Schandpfählen hoch.

Zu den schönsten Beispielen der Manuelinik zählen im Lissabonner Vorort
Belém das Hieronymitenkloster und die Torre de Belém, das Kloster Bathalha sowie das Fenster der Christusritterburg in Tomar.
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Das Christus-Konvent in Tomar. Foto: José Manuel / ICEP Portugal
 
In Belém gab es zu Zeiten Manuels I. nur einen Hafenkai. Im Sommer 1497 lichteten hier die Karavellen Vasco da Gamas die Anker mit dem Ziel, den Seeweg zum Gold- und Wunderland Indien zu finden und das arabische Handelsmonopol im Orient zu zerstören. Vier Jahre später kehrte der Indienfahrer mit der ersehnten Erfolgsmeldung zurück. Unvorstellbare Reichtümer flossen nach Lissabon, Gewürze, Gold und Sklaven. Zum Dank stiftete König D. Manuel I. dem Hieronymiten-Orden ein Kloster, das in Dimension und Pracht der Bedeutung der Entdeckung des Indienreisenden gerecht würde. Der Grundstein wurde dort gelegt, wo die Karavellen des berühmten Seefahrers losgesegelt waren, um Weltgeschichte zu machen, am Tejo-Ufer in Belém.

Gigantische Ausmaße, Harmonie und Verzauberung ohne Ende machen das Jerónimo-Kloster zu einem Glanzstück der Manuelinik und zu einem der schönsten Baudenkmäler der Welt. Gottesfurcht, Tyrannei und eine Baukunst auf der Höhe Michelangelos trafen sich in einer Zeit des Überflusses, so dass dieser Palast Gottes in die Höhe wachsen konnte. 1502 begann Baumeister Diogo Boytaca mit den Arbeiten. Im Stein verarbeiteten Künstler wie Nicolas de Chanterène und João de Castilho die phantastischen Berichte der Entdeckungsfahrer über moslemische Moscheen, indische Tempel, Korallen, Algen, Kraken und andere Meeresbewohner, die ihnen unterwegs begegnet waren.

Wenige Meter vom Jerónimo-Kloster entfernt, befindet sich ein weiteres manuelinisches Highlight. Zu Zeiten Vasco da Gamas schlug der Tejo noch an die Stufen des Klosters und die Torre de Belém lag wenige Meter von ihm entfernt mitten im Fluss. Wie eine mit schwerem Geschütz gerüstete Karavelle wurde der Turm zwischen 1515 und 1521 ins Wasser gebaut, ein Geniestreich von Francisco de Arruda. Die Kapitäne feindlicher Schiffe, die in die Flussmündung segelten, mussten annehmen, dass die nationale Flotte zur Verteidigung des wichtigsten europäischen Hafens schon bereitstand. Erst die viel spätere Versandung des Tejo und die Senkung des Meeresspiegels haben die Torre zur Uferdekoration gemacht. Die mehrgeschossigen Galerien des bizarren Turmes quellen über von phantastischem Dekor und manuelinischen Stilelementen.
Auch das Kloster Batalha ist ein Gelöbnis in Stein. Fällt der Name Batalha, was wörtlich „Schlacht“ bedeutet, erinnert sich Portugal an eine der Sternstunden seiner Geschichte. Im Dynastiestreit mit Spanien gelobte 1385 König D. João I. (1385-1433), der Jungfrau Maria ein Dominikanerkloster zu stiften, wenn sie ihm den Sieg schenken würde. Der Triumph war auf der Seite Portugals, 1388 wurde der Spatenstich für ein prachtvolles Kunstwerk gesetzt. Obwohl das „Siegeskloster“ Santa Maria da Vitória, schlicht Batalha genannt, bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts eine Baustelle blieb, insgesamt fünfzehn Baumeister im Auftrag von sechs Königen an ihm arbeiteten, entstand hier eine kunstvolle, in sich harmonische Klosteranlage.

Der Christuskonvent in Tomar war das Nervenzentrum der Welteroberung. Wie ein in den Krieg ziehendes Schlachtross hat sich die Ritterburg der Anhöhe über der Stadt Tomar bemächtigt. Die Bauherren waren die Tempelritter, ein reicher Waffenorden, der den durch Fluss und Hügel geschützten Ort im 12. Jahrhundert zu seinem Sitz machte und 1312 in den Orden der Christusritter umbenannt wurde. Zum portugiesischen Königshaus bestand eine enge Verbindung, die nicht selten in der Personalunion von König und Ordensgroßmeister zum Ausdruck kam. Ihr bekanntester Großmeister war im 15. Jahrhundert Heinrich der Seefahrer, der von 1415 bis zu seinem Tod 1460 Portugals maritime Expansion organisierte und aus den Ordenskassen finanzierte. Die Karavellen der Entdeckerkapitäne wie Vasco da Gama, Bartolomeu Dias und Pedro Álvares Cabal, die im Auftrag von Krone, Kreuz und Kapital in einem Jahrhundert drei Kontinente eroberten, segelten alle unter dem roten Kreuz der Christusritter.
Der Christuskonvent ist das größte Kloster Portugals. Den Kern der Anlage bildet ein gewaltiger sechzehneckiger Bau. Durch ein reich bearbeitetes Portal aus der manuelinischen Phase gelangt man in die alte Tempelkirche und die achteckige Charola, das eigentliche Sanktuarium der Templer. An diesen Komplex schließen die manuelinische Christusritterkirche an sowie insgesamt sieben Kreuzgänge. Das eigentliche Prachtstück des Klosters befindet sich an der Außenseite des Kapitelsaals: die berühmte Janela de Tomar (Fenster von Tomar) ist ein Musterbeispiel des manuelinischen Baustils. Dickes Takelwerk umrankt das Fenster, verschlungen, geknotet und mit Seetang bewachsen. Muscheln und Korallen sind detailverliebt in den Stein gearbeitet. Natürlich fehlen auch hier die Armillarsphäre D. Manuels I. und das Kreuz der Christusritter nicht.


Santo António – Lissabon feiert sein größtes Volksfest

Über der Alfama, dem ältesten Viertel von Lissabon, liegt an diesem Tag ein ganz besonderer Duft. Auf unzähligen kleinen Holzkohlefeuern werden Sardinen gegrillt, dazu gibt es „vinho tinto“ (Rotwein). Vor fast jedem Hauseingang in dem schmalen, verwinkelten, bergauf und bergab führenden Gassen haben die Bewohner Tische und Stühle aufgestellt.
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Tänzerinnen feiern Santo António. Foto: José Manuel / ICEP Portugal
 
Am Abend des 13. Juni bleibt hier kein Platz leer. Es ist, als habe sich halb Lissabon in dem kleinen Areal zwischen dem Castelo de São Jorge, der mittelalterlichen Burg, und dem Tejo-Ufer versammelt. Die Hauptstadt feiert Santo António, ihren Schutzheiligen, und alle wollen dabei sein. Während sonst überwiegend Touristen dieses Viertel, das sich wie ein Termitenhügel über dem Fluss erhebt, und das seine arabischen und mittelalterlichen Züge nie ganz abgestreift hat, besuchen, sind es an diesem Tag vor allem die „Lisboetas“, die Hauptstädter, die die Alfama bevölkern.

Lissabon, die Schöne, die weiße Stadt am Tejo, das junge Mädchen und die junge Frau (menina e moça), wie es in einem beliebten Lied heißt, sollte wie die Alfama am besten zu Fuß erkundet werden. Es muss ja nicht gerade im Getümmel von Santo António und auch nicht in der dicksten Hochsommerhitze sein. Mit einem ordentlichen Reiseführer „bewaffnet“ und festem Schuhwerk ausgerüstet, erschließen sich die Schönheiten Lisboas, wie die Hauptstadt auf portugiesisch heißt, auf eine ganz andere, eindringliche und oft überraschende Weise. Von den sieben Hügeln der Stadt ergeben sich immer wieder faszinierende Ausblicke auf winkelige, prächtige Kirchen, großzügig gestaltete Plätze und natürlich den Fluss, der hier mit seiner majestätischen Breite eher wie das nahe Meer aussieht. Den schönsten, fast 360-Grad-Panorama-Blick hat man von der Burg, deren entrückte, friedliche Stimmung jeden Besucher gefangen nimmt.

Der Tejo und seine Mündung in den Atlantik haben die Geschichte der Stadt geprägt. Vom maurischen „Lischbuna“ über das römische „Olisilo“ bis hin zum phönizischen „Alis-Ubbo“ (liebliche Bucht) lässt sicher der Name Lisboa zurückverfolgen. Portugals erster König Afonso Henriques, der 1147 die Stadt von den Mauren zurückeroberte (Reconquista), ließ an der Stelle der alten Moschee die „Sé“ bauen, eine trutzige Kathedrale, die noch heute die Silhouette Lissabons mitbestimmt. Von Portugals Blütezeit Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts, der Ära der berühmten Seefahrer und großen Entdeckungen, für die Namen wie Henrique o Navegador (Heinrich der Seefahrer), Vasco da Gama oder Magalhães (Magellan) stehen, zeugen prächtige Bauten am Tejo- Ufer, wie der Torre de Belém, der einst Lissabons Hafeneinfahrt bewachte und als einer der wenigen steinernen Zeugen aus dem „Goldenen Zeitalter“ das verheerende Erdbeben von 1755 überstanden hat. Weltkulturerbe und auch sicherlich eines der interessantesten Bauwerke der portugiesischen Hauptstadt ist das Mosteiro das Jerónimos, das Hieronymus-Kloster. Es gilt als Paradebeispiel manuelinischer Baukunst, einer verspielten portugiesischen Variante der Renaissance mit vielen Motiven aus der christlichen Seefahrt.
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Leckeres vom Grill. Foto: José Manuel / ICEP Portugal
 
Geschichte auf Schritt und Tritt. Aber auch das neue Lissabon lässt sich vom Tejo-Ufer aus erkunden, vom supermodernen Kulturzentrum im Stadtteil Belém über die Disco-Szene in den alten Docks von Alcantara bin hin zum Gelände der Expo im Nordosten der Stadt, wo Amália und Eusébio, zwei putzige Seeotter, die Besucher in Europas größtem Aquarium erfreuen. Mit der Weltausstellung von 1998 hat sich Lissabon spürbar verändert. Der „degradação“, dem schleichenden Verfall, wurde Einhalt geboten, ohne der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter zu nehmen. In den Aus- und Neubau der Infrastruktur waren Künstler mit einbezogen. So verwandelte sich die Metro-Linie „Girassol“ (Sonnenblume), die vom Praça de Pombal zum Campo Grande führt, in eine einzigartige unterirdische Galerie. Jede Station trägt hier die Handschrift eines anderen portugiesischen Künstlers. Positiver Nebeneffekt: Der Vandalismus ging praktisch auf Null zurück.

Wer Lissabon und seine Bewohner richtig kennen lernen will, sollte unbedingt in eine von vielen Weinstuben, die hier „Tascas“ oder „Tasquinhas“ genannt werden, einkehren. „Um copo tinto“ (ein Gläschen Rotwein) und ein Schwätzchen über die Lieblingsthemen aller Lisboetas, Fußball und Bacalhau (Stockfisch, Nationalgericht aller Portugiesen mit über 100 Zubereitungsarten) gehören unbedingt dazu. Der Abend eines langen Lissabonner Tages endet oft im Bairro Alto, dem traditionellen Zeitungs- und Vergnügungsviertel der Hauptstadt. Unzählige Restaurants (dort, wo die meisten Einheimischen sitzen, gibt es das beste und preiswerteste Essen) und Fado-Lokale bieten sich an.
Neugierig geworden? Na dann: „Bemvindo em Lisboa“ – Willkommen in Lissabon.