Londons Geschichte ist überall gegenwärtig: Der Tower of London war einst der Wohnsitz der englischen Könige und manchmal auch ihr Gefängnis; und die altehrwürdige Zeremonie des Changing the Guard findet jeden zweiten Tag vor dem Buckingham Palace statt, der im August/September für Besucher geöffnet ist.
Wenn Ihnen der Sinn nach Einkaufen steht, werden Sie in London nicht enttäuscht werden, immerhin stehen über 30.000 Geschäfte zur Auswahl. Von den Designer-Läden in der Bond Street bis zu den Straßenmärkten in Camden, Notting Hill oder der Brick Lane, London bietet dem Besucher eine Fülle verschiedenster Möglichkeiten zum Shopping. An ca. 400 Orten kann man Livemusik von Britpop bis zur Oper genießen, und jeden Sommer findet in der Royal Albert Hall mit den Proms das weltweit größte Festival klassischer Musik statt. Natürlich kommen auch Sportfans nicht zu kurz, ob Fußball, Tennis oder Cricket, die Arenen der Stadt bieten dem Gast jederzeit die Möglichkeit, großartigen Sport zu erleben.
Mit seinen neuen, ultramodernen Sehenswürdigkeiten hat die Stadt mühelos den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft: Genießen Sie den atemberaubenden Ausblick vom British Airways London Eye, besuchen Sie die Tate Modern, das meistbesuchte Museum für moderne Kunst, oder bewundern Sie den imposanten Innenhof des British Museum. Die neuesten Sehenswürdigkeiten sind das Artillery-Museum „Firepower“ in Woolwich und das Docklands-Museum.
Nicht verpassen
The London Eye, South Bank, London
Madame Tussaud's/Planetarium, London
Tower of London, London
The London Dungeon, London
The Original London Tour, London
Houses of Parliament Summer Opening, London
West End & Westminster Abbey Tour, London
Dali Universe, London
Hampton Court Palace, London
Kensington Palace, London
Auf süßen Pfaden durch Großbritannien
Der Sommer ist vorbei, man muss nicht mehr so sehr auf überflüssige Pfunde achten und da bietet es sich geradezu an, Großbritannien von seiner Schokoladenseite kennen zu lernen.
Wer Schokolade liebt und mehr über Herkunft, Herstellung und die unzähligen Variationen erfahren möchte, sollte nach Großbritannien reisen, um sich verwöhnen zu lassen. Türen aus Schokolade, Touren durch eine Schokoladenfabrik, einem Schokoladenfabrikanten über die Schulter gucken oder die Schokoladenspur in London – es gibt ebenso viel von der braunen Masse zu erzählen wie zu probieren.
Wem jetzt das Wasser im Munde zusammenläuft, der sollte hier weiter lesen.
Eines der bekanntesten Kinderbücher, das schon die Kleinsten zum Schokolade essen verführt, wurde von dem Schriftsteller Roald Dahl verfasst: Das 1964 erschienene Buch „Charlie und die Schokoladenfabrik" läuft derzeit auch als Kinoverfilmung. Die fantastische Geschichte erzählt vom exzentrischen Schokoladenfabrikanten Willy Wonka, der ein weltweites Gewinnspiel veranstaltet, um einen Erben für sein Schokoladenreich zu finden. Fünf glückliche Gewinner, darunter auch der arme und gutmütige Charlie, finden „goldene Tickets" in ihren Schokoladenriegeln für eine Führung durch die legendäre Schokoladenfabrik, die seit 15 Jahren kein Fremder mehr betreten hat. Charlie ist von seinen erstaunlichen Erlebnissen dort völlig überwältigt – immer tiefer dringt er in Wonkas fantastische Welt der Schokolade ein.
In die fantastische Welt von Roald Dahl können nun auch Besucher des im Juni eröffneten Roald Dahl Museum and Story Centre treten. Im Museum in Great Missenden, 50 km nördlich von London, finden sich zum Beispiel Schokoladentüren, die ein duftendes Schokoladenaroma verströmen. Hineinbeißen leider verboten! Die Besucher dürfen aber in den Archiven stöbern und können über interaktive Displays alles über den Schriftsteller erfahren (www.roalddahlmuseum.org).
Wen Roald Dahl schon ein bisschen auf den Geschmack gebracht hat, für den ist das ultimative Schokoladenerlebnis ein Besuch der Cadbury World nahe Birmingham – geradezu ein Schokoladevergnügungspark. Die Reise durch das Museum beginnt mit einem Gang durch den Urwald der Maja und Azteken, wo die Kakaopflanze zuerst entdeckt wurde. Hier wird auch verraten, wie das Geheimnis der Schokoladenherstellung nach Europa gebracht wurde.
1824 eröffnete der Quäker John Cadbury (1802-1889) in der Bull Street in Birmingham ein Geschäft für Tee und Kaffee. Ab 1831 kam die Herstellung von Trinkschokolade und Kakao hinzu. Als Quäker war Cadbury ein entschiedener Gegner des Alkohols und propagierte unter der Arbeiterklasse, statt Alkohol lieber Tee, Kaffee und Schokolade zu konsumieren. Auf diese Weise gelang es ihm, ein Schokoladenimperium aufzubauen.
Nach so viel Hintergrundinformation wird es endlich ernst mit der Schokolade. Die Besucher lernen auf der weiteren Tour, aus welchen Bestandteilen Schokolade hergestellt wird und erleben dabei die ein oder andere Überraschung, die hier jedoch nicht verraten sei. Der eigentlichen Schokoladenherstellung kann man nicht beiwohnen – wer verrät schon sein Erfolgsrezept. Man kann jedoch sehen, wie die fertigen Tafeln verpackt und zum Versand vorbereitet werden. Die nachfolgende Reise in der mobilen Kakaobohne, dem „Beanmobile", durch das Schokoladenwunderland lässt dann Schokoladenträume wahr werden und besonders Kinder kommen hier auf ihre Kosten. Im Vorführbereich wird endlich der Gaumen verwöhnt: hier kann man die frisch hergestellte flüssige Schokolade probieren und auch seinen Namen in Schokolade schreiben. Wenn man am Schluss der Reise nun endgültig der süßen Versuchung erlegen ist, kann man sich im Shop mit einer Riesenauswahl an Cadbury Schokolade in allen nur erdenklichen Variationen eindecken. Die „schokoladigste" Website www.cadburyworld.co.uk gibt detaillierte Informationen für „Süßmäuler".
Als nächsten Schokoladenstopp empfehlen wir nach gemächlicher Weiterfahrt Richtung Norden die Arran Chocolate Factory and Shop auf der Insel Arran (www.tastetrail.com). Besucher der im Westen Schottlands gelegenen Insel werden auf ihrer kulinarischen Inseltour auch nach Brodick kommen, wo sich die Arran Chocolate Factory and Shop befindet. Hier kann man denn auch die Herstellung von Schokolade beobachten und aus dem reichhaltigen Angebot feine Spezilitäten auswählen. Gaumenschmeichler sind zweifelsohne die Champagner- oder Ingwertrüffel oder auch die feine Milchschokolade mit Zitronenschale.
Doch nicht nur die Engländer oder Schotten verstehen sich auf das Handwerk, Schokoladen herzustellen, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Unsere Schokoladenreise führt uns von den schottischen Inseln zurück aufs Festland und geradewegs nach Wales, wo auf saftigen grünen Wiesen viele glückliche Kühe leben, die leckere Milch geben. Diese wird dann auch in die Welsh Chocolate Farm geliefert, wo Besucher auf einer Tour herumgeführt werden und auch hier studieren können, wie Schokolade hergestellt wird. Das eigens errichtete Pemberton Chocolate Village ist ein Modelldorf, wo man durch die engen Gassen schlendert, Vorführungen verfolgt, die Auslagen von Süßwarengeschäften besichtigt und natürlich jede Menge Schokolade probieren kann, die in verschiedenen Werkstätten hergestellt wird. Das Chocolate Cinema zeigt in einem 15minütigen Film die Geschichte der Schokolade. Anschließend kann man sich im Cocoa Bean Cafe bei einem völlig un-schokoladigen Getränk erst einmal von so viel Schokolade erholen.
Bevor die Reise zu Ende geht, sollte man die Köstlichkeiten probiert haben, die entlang des London Chocolate Trails liegen. Vielleicht beginnt man bei Charbonnel et Walker, einem der ersten Schokoladenhersteller Großbritanniens, der sein Geschäft 1875 in der New Bond Street in Mayfair eröffnete. Auch heute befindet sich das Geschäft noch in diesem vornehmeren Stadtviertel in der Royal Arcade, 28 Old Bond Street (www.charbonnel.co.uk). Wer eher etwas für „moderne" Schokolade übrig hat, sollte die 1983 von Chantal Coady gegründete Rococo Chocolate, 321 Kings Road in Chelsea aufsuchen. Chantal Coady hat zwei Bücher über die Philosophie der Schokolade geschrieben und ist auch Gründerin der Chocolate Society (www.rococochocolates.com). Diese führt ebenfalls ein Geschäft und Café in 36 Elizabeth Street nahe Victoria Station, wo man sich hausgemachte Brownies, Eiscreme und Milch Shakes nicht entgehen lassen sollte (www.cocolate.co.uk). Diejenigen, für die Schokolade nicht einfach Schokolade, sondern auch eine Philosophie ist, können hier ihren Horizont erweitern und noch mehr Argumente finden, die sie zu wahren Verfechtern von Schokolade machen.
In den exquisiten Süßwarenabteilungen so berühmter Geschäfte wie Harrods, Fortnum & Mason und Selfridges, werden Schokoladenfans selbstverständlich auch auf ihre Kosten kommen und in den verschiedenen Sorten schwelgen können. Und nicht vergessen: Den Lieben, die nicht mit auf die Schokoladenreise kommen konnten, sollte mit einem süßen Mitbringsel der Mund wässrig gemacht werden!
Mit der Eisenbahn durch England
Großbritannien ist das Mutterland der Eisenbahnen, in dem so berühmte Züge wie der British Pullman, der Royal Scotsman oder die Northern Belle verkehren und Reisende durch zauberhafte Landschaften, vorbei an gewaltigen Burgen und grandiosen Seen tragen. Für Eisenbahnenthusiasten sind allerdings die kleinen, unbekannteren Strecken das einzig wahre Zugvergnügen, Dampfeisenbahnen mit rauchenden Schloten, holprige Bahngleise, historische Bahnhöfe, enge Abteile und durchgesessene Sitze. Das Signal also auf grün, die Türen geschlossen und los geht’s zu einer kleinen Eisenbahntour durch England.
Das Städtchen Alresford aus georgianischer Zeit in der Grafschaft Hampshire südwestlich von London ist der Ausgangspunkt für eine 16 Kilometer lange Reise mit der Dampfeisenbahn auf der Watercressline. Die gemächliche Reise führt durch die liebliche Landschaft von Hampshire mit einem Stopp in Ropley, wo in den Werkstätten die Loks und Waggons gewartet werden. Auf der höchst gelegenen Station in ganz Südengland, dem Ort Medstead and Fourmarks können die Reisenden die im „Southern green“ gestrichenen Räume der Gepäckaufbewahrung oder das Buchungsbüro (1923-47) besichtigen, bevor die Fahrt weiter „über die Alpen“ geht. Die steilen Felsen zu beiden Seiten haben der Strecke ihren Namen gegeben und kraftvolle Dampfloks sind nötig, um diese Steigungen zu bewältigen. Endpunkt ist die Stadt Alton, von der aus man direkten Anschluss zu den Zügen nach London Waterloo hat – dann allerdings wieder ganz in der Jetzt-Zeit.
Das ganze Jahr über finden auf dieser Bahnstrecke verschiedene Veranstaltungen statt, so können Bierfreunde zum Beispiel während der Fahrt im Real Ale Train einige der feinsten Biere aus Hampshire probieren. Eine detaillierte, reichlich bebilderte Beschreibung der Route und Bahnhöfe ist auf der Website der Watercressline zu finden www.watercressline.co.uk.
Einmal im Südwesten Englands, vielleicht als Zwischenstopp auf der Fahrt nach Exeter, sollten Eisenbahnfreaks sich nicht die Reise mit der West Somerset Steam Railway entgehen lassen. Von Taunton bringt ein Bus die Reisenden zur Station Bishops Lydeard, wo die Fahrt durch die Quantock Hills und entlang der Küste geht und im 32 Kilometer entfernten Minehead am Bristol Channel endet. Britische Eisenbahnfreunde haben die zehn Bahnhöfe entlang der Strecke so originalgetreu wie möglich restauriert mit alten Signalanlagen, Schuppen für die Lokomotiven und Museen mit interessanten Ausstellungsstücken. Für das leibliche Wohl ist während der Fahrt auch gesorgt: Köstliche Fish & Chips werden zum Abendessen gereicht sowie traditioneller Cream Tea, wofür gerade diese Region berühmt ist. Scones, Clotted Cream, Marmelade und Tee sollte man sich auf der Fahrt nicht entgehen lassen. Musikfreunde können die Reise beschwingt an einem der Jazzabende begehen. Und alle, die als Kind Lokomotivführer werden wollten, können ihren Traum hier verwirklichen: Die Bahngesellschaft bietet zweitägige Kurse für Lokführer oder Heizer an. Alle Informationen auf www.west-somerset-railway.co.uk.
Durch den zauberhaften Peak District in der Grafschaft Staffordshire verläuft die Route der Churnet Valley Railway. Der Zug nimmt seinen Weg durch dichte Wälder beiderseits der Bahnstrecke und folgt dabei dem Verlauf des Flusses Churnet und dem Caldon Canal. Ausgangsbahnhof der 17 Kilometer langen Strecke ist das Städtchen Leek Brook. Bei einem Zwischenstopp in Cheddleton können die Reisenden den Originalbahnhof aus dem Jahre 1849 bewundern. Die Fahrt mit der Dampflok führt weiter durch den Ort Consall vorbei an zahlreichen Überresten, die die faszinierende Industriegeschichte der Region erzählen. Dabei fährt der Zug auch durch einen der längsten Tunnel von allen Strecken in Großbritannien, auf denen Nostalgiezüge verkehren. Am Endpunkt Froghall angekommen, empfiehlt sich ein traditioneller Sunday Lunch oder Afternoon Tea auf einem der Narrowboats. Die bunt bemalten Boote liegen auf dem Caldon Canal vertäut und laden den Besucher zu einer gemütlichen Tour auf dem Wasser ein. Nähere Informationen und historische Aufnahmen der Züge und Bahnhöfe auf der Website www.churnet-valley-railway.co.uk.
Eine besonders schöne Schmalspurbahn ist die Ravenglass and Eskdale Railway, die unter leisem Tuten Bahnbegeisterten und Touristen die atemberaubende Landschaft von West Cumbria auf einer 40-minütigen Fahrt näher bringt. Die Reise in den offenen Abteilen beginnt in Ravenglass, dem einzigen Küstenort im Lake District, und weiter durch die Täler der Flüsse Mite und Esk vorbei an den höchsten Bergen Englands. Sie endet am Bahnhof von Dalegarth. Während der Fahrt können die Reisenden den beeindrucken Gipfel des Harter Fell bewundern, auf dessen Hängen sich Rehe und Eichhörnchen tummeln. Eisenbahn-Nostalgiker haben viel Zeit und Mühe in die Restaurierung der Lokomotiven, Waggons und Bahnhöfe gesteckt, die den Besuchern des Lake Districts eine außergewöhnliche Attraktion bieten. Mehr zur Strecke und zu besonderen Veranstaltungen auf www.ravenglass-railway.co.uk.
Die längste, aber wohl auch landschaftlich beeindruckendste Eisenbahnroute verläuft über 115 Kilometer von Settle in North Yorkshire nach Carlisle in Nordwest-England. Allein die Yorkshire Dales sind schon ein touristisches Highlight mit seinen sanften grünen Hügeln, den ausgedehnten Heidelandschaften und den Trockensteinmauern, die kreuz und quer durchs Land verlaufen. Die Bahnstrecke führt über ein architektonisches Meisterwerk, das Ribblehead Viadukt mit seinen 24 Bögen, das nach fünfjähriger Bauzeit 1875 fertig gestellt wurde. Danach geht’s durch den 2,4 Kilometer langen und 152 Meter tiefen Tunnel bei Blea Moor. Die Fahrt führt durch das hübsche Eden Valley mit seinen pittoresken Dörfern und Marktstädtchen, bevor sie in der Stadt Carlisle endet, die an der Grenze zu Schottland liegt. In Carlisle lohnt sich auf jeden Fall der Besuch der Kathedrale und der Burg, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und in der einst Maria Stuart gefangen gehalten wurde. Ausführliche Informationen zu dieser Bahnreise auf www.settle-carlisle.co.uk.
Aber Cumbria hält noch eine Schmalspur-Rarität bereit: Die Bahnstrecke der South Tynedale Railway war ursprünglich 1849 eröffnet worden und diente als Hauptstrecke für die Abfuhr des Gesteins aus den Bleiminen, dessen Abbau zu dieser Zeit seine Blüte erlebte. Auf der sechs Kilometer langen Strecke zwischen Alston und Kirkhaugh folgt die Bahnstrecke dem Lauf des Flusses Tyne mitten im Herzen der North Pennines. Diese Region hat sich aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit den Titel „Area of Outstanding Beauty“ erworben. Die Waggons und Lokomotiven, die zum Teil aus deutscher Produktion stammen, wurden von Hobby-Eisenbahnern in liebevoller Kleinarbeit restauriert und erstrahlen in neuem Glanz. Näheres unter www.strps.org.uk
Die hier erwähnten Strecken sind nur eine Auswahl der vielen Routen in England; auch Schottland und Wales bieten traumhafte Strecken. Viele Züge und besonders die Schmalspurbahnen in Wales wurden und werden mit viel Liebe restauriert und laden Eisenbahnfreunde zu einem besonderen Urlaubserlebnis auf den historischen Strecken ein. Weitere Informationen unter
www.narrow-gauge-pleasure.co.uk (Schmalspurbahnen)
www.westcoastrailway.co.uk (Jacobite Steam Train in Schottland)
www.vintagetrains.co.uk (verschiedene Strecken von Birmingham)
www.swanagerailway.co.uk (Dorsets einzige Dampfeisenbahn)
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