Piemont - eine Region, die es zu entdecken gilt
Dass Piemont ein geschätztes Reiseziel bei Feinschmeckern und Weinkennern ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Trüffelspezialitäten und italienische Spitzenweine, die in dem Hügelland der Langhe, des Roero und des Monferato reifen, sind bis weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.
Die Mole Antonelliana in Turin.
Foto: Turismo Torino
Wer die Spezialitäten der Region kosten möchte, bereist Piemont am besten im Herbst, zur Zeit der Trüffelmärkte. In Alba und Asti feilscht man dann um die edle Knolle, die Gourmets ins Schwärmen geraten läßt. Piemonts Köche verstehen es, aus dem wertvollen Gut immer wieder neue und reizvolle Variationen zu zaubern. Die Piemonteser sind die Meister des „Slow Food“ - Europas Antwort auf das amerikanische „Fast Food“. Doch auch über Küche und Keller hinaus bietet Piemont seinen Besuchern viel Eindrucksvolles.
Wen wundert es, daß eine Stadt wie Turin, Sitz der Savoyer und erste Hauptstadt eines vereinigten Italiens, eine Reihe an Kunstschätzen bereithält? Turin war während des Risorgimento politischer und kultureller Mittelpunkt der Apenninenhalbinsel. Eine der bedeutendsten Sammlungen ägyptischer Kunst ist im Museo Egizio zu sehen. Barocke Szenerien, geschaffen von den Architekten Juvarra und Guarini, prägen Parks, Paläste, Plätze und Straßen der Stadt. Somit ist Turin nicht nur ein Synonym für Fiat und Juventus, sondern auch Kunst- und Kulturstadt.
Als Austragungsort der olympischen Winterspiele 2006 wird Turin von sich reden machen. Mit rund 2000 Kilometer Pisten bietet Piemont von den Seealpen bis zum Monte Rosa Wintersportmöglichkeiten auf höchstem Niveau. Umgeben von den höchsten Berggipfeln Italiens präsentiert sich diese abwechslungsreiche Region von einer atemberaubenden Kulisse.
Kontrastreich zeigt sich die Gegend um den Lago Maggiore und den Orta See. Faszinierende Ausblicke auf die Seenlandschaft und die üppige mediterrane Vegetation der botanischen Gärten sorgen für immer neue Landschaftsimpressionen. 50 Naturparks und Naturschutzgebiete zeugen von der Bedeutung, die der Natur und ihrer Erhaltung im Piemont beigemessen wird. Einen ungewöhnlichen Anblick bieten die weiten Reisfelder in der Gegend von Vercelli. Der Reisanbau hat in dem wasserreichen Gebiet zwischen den Flüssen Po und Sesia eine lange Tradition.
Die zahlreichen Werbeinitiativen piemontesischer Touristiker während der letzten Jahre zeigen nun die ersten Früchte. So hat sich die Zahl deutscher Urlauber in Piemont auf 285.000 verdoppelt. Zu den Lieblingszielen deutscher Urlauber zählt hier nach wie vor der Lago Maggiore. Urlaubern steht in dieser Region eine ausgezeichnete Infrastruktur zur Verfügung. Von eleganten Luxushotels bis hin zu familiären agrituristischen Betrieben bietet Piemont eine große Vielfalt, die allen Ansprüchen gerecht wird. Insgesamt stehen 67 000 Gästebetten in 1 500 Hotels zur Verfügung. Dazu kommen 73 000 Plätze auf Campinggeländen, in Pensionen und Ferienhäusern.
Die Seen und Täler der Ossola
Die Berge in Urlaubsgebiet der Seen und Täler der Ossola bieten eine einzigartige, vielfältige Landschaft: Innerhalb weniger Kilometer trifft man auf die ruhigen Seen der Voralpen, die wilden Flüsse in den Bergen und imposante Berge, wie die 4000 Meter hohe Ostwand des Monte Rosa.
Schöne Landschaft im Piemont.
Foto: ppw
Weiter oben durchquert man Wiesen mit ein paar Steinhäusern hier und da mit ihren typischen Dächern, Weiden und Laubwälder. Im Hochgebirge wird die Landschaft rauer und ist beherrscht von eingescheiten Spitzen, Gletschern und bewohnt von Gemsen, Adlern und Murmeltieren. Die menschlichen Ansiedlungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte in absolutem Einklang mit der Natur entwickelt. Heute findet man hier antike Weiler als historisches und bauliches Zeugnis. Die Geschichte dieser Täler erkennt man auch in den kirchlichen Bauten: heilige Berge, Wallfahrtskirchen, Kirchen und Votivkapellen von außergewöhnlichem kunsthistorischen Interesse bereichern die Landschaft.
Diese Region ist die grüne Lunge des Piemonts und erstreckt sich im Norden bis an die Schweizer Grenze. Fünfzehntausend Hektar ist der Nationalpark Valgrande groß, das größte naturbelassene Gebiet in den Alpen, wo die Natur noch wild und dicht ist und man leicht Gemsen, Steinböcke und Adler beobachten kann.
Der Schutz der Umwelt wird durch die Einrichtung von Schutzgebieten, Naturparks und Oasen von unglaublicher Schönheit gewährleistet. Einer der großen Naturparks ist der Veglia Devero, der zum Schutze der Bergwelt gegründet wurde und Almen, dichte Wälder und ein atemberaubendes Panorama bietet. Er erstreckt sich auf eine Fläche von über 10.000 Hektar auf einer Höhe zwischen 1.700 und 3.500 Metern; er wird beherrscht von den großen Almen, an deren Rändern Lärchenwälder mit einem Unterholz aus Heidelbeersträuchern und Rhododendron stehen. Der Motarone Naturpark wird auf Grund seiner besonderen Position „der Berg der zwei Seen“ genannt: Von seiner Höhe aus hat man einen wirklich eindruckvollen Blick auf den Lago Maggiore und den Orta-See.
Das Naturschutzgebiet vom Sacro Monte Calvario in Domodossola kombiniert Umweltschutz mit der Aufwertung der Wallfahrtskirche und den Kapellen vom Kreuzweg, die eingebettet in Wälder aus Kastanien, Büschen und hundertjährigen Eichen liegen. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Tierschutzgebiet Macugnaga an den Hänge des Monte Rosa, in dem Steinböcke und Gemsen leben. Schließlich werden noch zwei Oasen direkt vom WWF verwaltet: Die Oase Bosco Tenso in Premosello Chiovenda und die Oase Pian dei Sali in der Val Vigezzo. Die erste dient dem Schutz des Toce-Flusstals, die zweite wurde zum Schutz der Amphibien eingerichtet.
Landurlaub im Piemont
Stellen Sie sich einen großen gedeckten Tisch vor, während eines schönen Sonnentags, an dem die Familie mit Freunden beim Essen zusammensitzt und sich angeregt unterhält, Kinder spielen ganz in der Nähe. Die Geschichte des italienischen und mitteleuropäischen Kinos von Federico Fellini bis Emir Kusturica fasziniert seit Jahren die Zuschauer durch die Darstellung ländlicher und bukolischer Bilder, einfacher, herzlicher Menschen von umwerfender Gastfreundschaft.
Heute muss man wissen, dass die Befriedigung des Wunschs, in eine solche Realität einzutauchen und sich von der entspannenden Einfachheit eines sonnigen Sonntags mit Tanz und gutem Wein leiten zu lassen, nicht so kompliziert ist – auch nicht in einer Region, wie dem Piemont, die normalerweise eher mit den Alpen in Verbindung gebracht wird, als mit dem Mittelmeer. Dazu muss man sich nur für den Urlaub
auf dem Land entscheiden – auf einem Ferienhof, wo man in Kontakt mit der Natur lebt, und wo hausgemachte Spezialitäten und Wein angeboten werden. Ebenso kann man seine Ferien auf einem Ferienhof in der Nähe der Stadt verbringen und die kulturellen Angebote von Ausstellungen und Museen in die Reise mit einbeziehen.
Das Piemont ist besonders reich an entsprechenden touristischen Möglichkeiten, die immer qualifizierter und in verschiedene Typologien des Landurlaubs unterteilt werden: über 660 Ferienhöfe, 2500 Schlafplätze auf dem gesamten Territorium der Region, ausgehend von den bekannteren Gebieten wie Langhe, Roero und Monferrato.
Die Landwirte in dieser Gegend haben einen Teil ihrer traditionellen Tätigkeit diesem wirtschaftlich wachsenden Sektor angepasst. Heute liegen die Gaststrukturen auf europäischem Niveau: Angeboten werden gepflegte, stilvoll eingerichtete Zimmer mit Atmosphäre, die mit allem möglichen Komfort und Service ausgestattet sind.
Touren durch die Region – sowie Möglichkeiten für die Liebhaber von Openair-Sportarten wie Golf, Reiten, Bogenschießen, Boccia und Tennis. Ganz neu für das Piemont ist der Landurlaub in Verbindung mit Wellness; hier findet der Gast All-inclusive-Pauschalangebote zu sehr günstigen Preisen.
An dieser Stelle ein Hinweis auf die Kochbücher von Roberta Arnau, die auf ihrem Ferienhof „La Miniera“ den Gästen hebräische Gerichte der italienischen Tradition serviert – an einem Ort, der entschieden aus den gewohnten Parametern heraus fällt: ein antikes, zu neuem Leben erwecktes Eisenbergwerk.
Ergebnis dieser Diversifizierung sind auch die zahlreichen didaktischen Bauernhöfe, die für 13- bis 15jährig mit ihren Lehrern offen stehen.
Naturspektakel in der Provinz Biella
Das Elvo-Tal, das westlichste, breiteste und sonnigste Tal der Täler in der Region Biella umfasst die Dörfer an den Hängen der Serra und die, die bis nach Biella herunter führen. Von einer typischen Gebirgslandschaft des Hochtals mit Wäldern und weiten, grünen Weiden, durchzogen von Flüsschen, gelangt man in eine Hügellandschaft, die bis zum Viverone-See langt. 
Der Hügel von Serra mit einer Länge von 25 Kilometern und einer Breite zwischen 2.600 und 6.500 Metern gilt als die majestätischste und längste Moräne Europas. Sie unterteilt die Region Biella vom Canavese und erscheint von der Ebene aus als ein riesiges Bollwerk mit einem typischen, gerade verlaufenden Kamm; doch sobald man auf den verschiedenen Straßen durch die Region reist, erkennt man, dass die Seite von Biella aus einer Reihe von aufeinander folgenden Tälern besteht.
In dieser Gegend liegen die Schutzgebiete des Sondernaturparks von Burcina und das Naturschutzgebiet der Bessa. Der Burcina-Naturpark in Pollone besteht schon seit 1840; heute kann man hier unzählige Jahrhunderte alte Baumarten aus aller Welt bewundern, die sich mit den typischen Laubbäumen der Region in einem harmonischen Szenarium von Formen, Farben und Perspektiven nahe der Kunstbewegung der „land art“ vermischen. Die seltsame „Mondlandschaft“ der Bessa ist scheinbar natürlichen Ursprungs, doch in Wirklichkeit geht sie auf menschliches Eingreifen zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. zurück, da hier goldhaltiger Sand gewonnen wurde. Die gesamte Region war eine der größten Goldminen im Tagebau der Antike und ist heute von großem archäologischen Interesse. Im Gold-Umweltmuseum in Zubiena findet sich Zeugnisse der zweitausend Jahre dauernden Suche nach Gold, von den Werkzeugen im Laufe der Jahrhunderte bis zur historischen Bedeutung der Nutzung des Goldabbaus. Am Leben gehalten wird das Andenken an diese antike Aktivität auch heute noch durch zahlreiche Goldgräberwettbewerbe, die jedes Jahr stattfinden.
Auch der Osten der Region Biella bietet eine Natur von großer Schönheit. Die Valsessera ist eine raue und wilde Gegend von großem landschaftlichen Interesse; hier trifft man auf spontan wachsende Wälder von Weißeichen, Gemsen, Hirsche, Raubvögel und viele andere Tierarten. Oder man wandert auf zahllosen markierten Wegen durch die Naturoase Zegna oder die Rive Rosse zwischen Crevacuore und Sostegna mit dem typisch roten Boden und einer Landschaft von großer Anziehungskraft.
Turin: zwischen Fiat und Fußball, Geschichte und Genuss
Turin steht für den Italienkenner für Fiat und Fußball - und genauso steht es auch für Geschichte und Genuss. Die Stadt mit der großen Vergangenheit hat viele Gesichter. Sie ist bekannt für ihre ruhmreiche Fußballmannschaft Juventus Turin, die schon seit Urzeiten in der ersten italienischen Liga spielt und als erstes Team alle europäischen Pokale gewonnen hat, die es zu erreichen gibt. Auch ist Turin eine wichtige Industriestadt Norditaliens: Nicht nur die Fiat-Werke haben hier seit 1899 ihren Sitz; zu dem großen Automobilkonzern gesellten sich die Firma Lancia und weitere Betriebe der Autoindustrie, wie die Reifenwerke Pirelli. Rund drei Viertel aller italienischen Autos werden hier produziert. Doch Turin ist weit mehr als eine Industriestadt.

Die Hauptstadt der Alpen hat viele Herrscher erlebt: nach den Römern kamen die Franken und die Langobarden, im Jahr 1204 übernahm die erste Stadtbehörde die Regierung. Die ersten Paläste und Schlösser entstanden unter den Savoyern ab 1280. Die glänzendste Epoche der Stadt war die Barockzeit, die sie im 17. Jahrhundert unter Marie Christine von Frankreich erlebte. Die Widerspiegelung dieser Zeit in der Architektur macht Turin zu einer der prachtvollsten europäischen Barockstädte. Nach der französischen Besatzung während des Spanischen Erbfolgekrieges war der Ort der Mittelpunkt der Staatsreform, um dann unter König Vittorio Emanuele II. im Jahr 1861 zur ersten italienischen Hauptstadt zu werden.
Die jahrhundertelange Geschichte hat ihre Spuren in den Bauwerken hinterlassen, in den Palästen, in den Höfen und in den Plätzen. Vor allem beeindrucken die Barockbauten, deren prunkvollstes Beispiel die Königlichen Residenzen sind. Der historische, künstlerische und landschaftliche Wert dieser Schlösser wurde auch von der UNESCO gewürdigt, die sie zum Weltkulturerbe erklärte. Ein weiteres eindrucksvolles Denkmal des Barock sind die 18 Kilometer langen Arkadengänge. Sie wurden erbaut um die königliche Parade auch bei schlechtem Wetter abhalten zu können und dienen auch heute noch als Regenschutz: sie ermöglichen ein ungestörtes Einkaufsvergnügen bei jedem Wetter.
Auch der Palazzo Carignano, der den Saal des ersten Parlaments der Gegend birgt, ist ein Meisterwerk des Piemonteser Barock. Heute ist er Sitz des Nationalmuseum des Risorgimento, der italienischen Einheits- und Unabhängigkeitsbewegung. Doch Turin wurde nicht nur vom Barock geprägt: Es ist auch die italienische Hauptstadt des Jugendstils. Reich verzierte Paläste aus dem Ende des 19. Jahrhunderts finden sich in verschiedenen Stadtvierteln.
Nicht zuletzt steht der Name Turin für Genuss und Gaumenfreuden. Es ist nicht nur bekannt für seine gute Küche, sondern vor allem für seine Rot- und Weißweine, die in den Weingeschäften der Stadt gleich probiert werden dürfen. Die Cafes dagegen locken mit einer besonderen Köstlichkeit, dem "Bicerin". Dieser Kaffe enthält Sahne und Schokolade: auch die Schokolade ist eine Spezialität der Stadt, insbesondere in Form der leckeren Giandujotti.
Auf Entdeckungsradtour durch Turin
Wer hätte geglaubt, dass trotz der Industrie, dem Verkehrsinfarkt und Nebel Turin eine der grünsten Städte Italiens ist? Eigentlich ist dies dank seiner geographischen Lage, umgeben von Alpengipfeln und Hügeln, nicht sehr verwunderlich: 16 Millionen Quadratmeter Parks und Gärten, 400 Kilometer Avenuen, 70 Kilometer Parklandschaft am Ufer des Po und seiner drei Zuflüsse - und mehr als 60 000 Bäume. In diese Stadt kann man sich auf ganz einfache Weise verlieben, in ihren Reichtum an Geschichte und Tradition, Kunst und Kultur - durch Radfahren.
Auch das schöne Jagdschloss Stupinigi kann mit dem Fahrrad erreicht werden.
Foto: Turismo Torino
In der Stadt allein gibt es 60 Kilometer Radwege und in der gesamten Provinz können noch einmal 600 Kilometer hinzugerechnet werden. Die schönsten Strecken jedoch finden sich entlang des Po. Wer mehr wagen möchte, der fahre die "Große Hügel Route", ein Weg, der den regionalen Park Vallere - angrenzend an den Moncalieri mit dem Castagneto Po auf der einen Seite und dem Stupinigi auf der anderen Seite - verbindet. Hier wiederum befindet sich ein sehr interessanter Park von 1731 Hektar, den man durch das herrliche Stupinigi Jagdschlösschen betritt. Anzuraten ist das Dreieck Chieri- Poirino- Arignano um sich vollständig in die Natur zu begeben.
Turin hat 17 bedeutende Parks zu bieten, darunter den größten städtischen Park Italiens, der sich über 21 000 Quadratmeter am Flussufer des Dora Riparia erstreckt, der Pellerina. Dann gibt es den Rimembranza Park auf dem Colle della Maddalena, dem höchsten Punkt auf den Hügeln, die Turin umgeben. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Alpen und die Vorebene. Der Park der Superga erstreckt sich über 745 Hektar, bewachsen von Birken und Schottischen Fichten; im Michelotti Park findet man die ältesten Platanen der Stadt und die "giardini reali", die "Königlichen Gärten" werden immer noch von den Mauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben. Der Regionalpark La Mandria ist unter Turinern bestens bekannt, er beherbergt eine der königlichen Residenzen, den Palazzo Reale di Venaria. Erst 1978 erbaut, findet man in diesem Park mehr als 6500 Hektar Wiesen, Felder und einen Wald, der von Hirschen und Rehen bewohnt wird.
Stadtrundgang durch Turin
Die erste Adresse für die Besichtigung Turins ist das historische Herz der Stadt, die Piazza Castello. In ihrem Zentrum erhebt sich die imposante königliche Residenz Palazzo Madama, in der sich heute das regionale Stadtmuseum für alte Kunst befindet. Die beeindruckende Westfassade des Palastes wurde im Jahr 1721 von Filippo Juvarra entworfen. Auf der linken Seite des Platzes steht der Königspalast. In seinem Außenflügel ist das Museum der Armeria Reale, des Zeughauses zu besichtigen.
Die ehemals königliche Residenz Palazzo Madama.
Foto: Turismo Torino
Gegenüber dem Zeughaus ragt die schwindelerregende Kuppel von San Lorenzo in ihrer mächtigen barocken Bauweise auf. Hier steht auch der Dom, in dessen Seitenkapelle seit 1578 das Turiner Grabtuch aufbewahrt wird, in dem Jesus angeblich beerdigt wurde. Vom Piazza Castello aus erstrecken sich die berühmten Arkadengänge: in Richtung des Flusses Po die Via Po, die geradewegs auf die Piazza Vittorio führt, einem der schönsten Plätze der Stadt. Von hier aus bietet sich hinter der Kirche "Gran Madre" ein herrlicher Blick auf die Turiner Hügel. Entlang des Po-Ufers laden zahlreiche Lokale zum Essen und Trinken ein. Die Uferstraße erreicht schließlich den Parco del Valentino, die grüne Lunge der Stadt, der sich über 550 000 Quadratmeter erstreckt. In dem Park liegt das Castello Valentino, ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das nach dem Vorbild französischer Residenzen renoviert wurde.
An der Piazza Castello beginnen auch die Arkadengänge der Via Roma, die gleichzeitig die wichtigste Einkaufsstraße und ein Wahrzeichen der Stadt ist. Folgt man ihr, gelangt man zu der eleganten Piazza San Carlo. Der Platz wird an einer Seite von den Zwillingkirchen San Carlo und Santa Cristina begrenzt, an der anderen vom Palast der Akademie der Wissenschaften, in dem die berühmtesten Museen der Stadt liegen: die Savoyer Galerie und das große Ägyptische Museum mit der Statue des Ramses II. Ein barockes Meisterwerk ist der Palazzo Carignano auf dem gleichnamigen Platz in der Nähe der Akademie der Wissenschaften. Nachdem Turin 1861 zur Hauptstadt des neuen Königreichs Italien wurde, lebten hier die Könige Carlo Alberto und Vittorio Emanuele II. Heute birgt der Palast das Museum des Risorgimento, der italienischen Einheitsbewegung, und den Saal des ersten Parlaments der Gegend.
Turins Museen - eine Pracht
Ob Ägyptische Statuen oder italienische Gemälde, moderne oder alte Kunst, Waffensammlung, Kino- oder Automuseum: Die zahllosen Museen Turins bilden eine einzigartige Kunstsammlung mit Schätzen aus jeder Epoche. Von besonderer Bedeutung ist das "Museo Egizio", das vermutlich zweitwichtigste Ägytische Museum nach dem in Kairo. Es entstand 1824 um die Sammlung Ägyptischer Antiquitäten von Carlo Felice di Savoia. Mit der Zeit wuchs die Zahl der Exponate und mittlerweile kann der Besucher über 30 000 Kunstwerke bewundern: Mumien und Sarkophage, Amulette, Grabgaben und das "Papyrus der Minen", die älteste topographische Karte der Welt. Das berühmteste Stück ist die Statue des Ramses II. aus schwarzem Granit, außerdem das Grab des Architekten Kha und der rekonstruierte Tempel von Ellesija.
Im Palazzo Reale kann eine Sammlung mit Waffen aus der Zeit zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert betrachtet werden.
Foto: Turismo Torino
Im gleichen Gebäude wie das Ägytische Museum, im Palast der Akademie der Wissenschaften, befindet sich die Savoyische Galerie. Als eine der wichtigsten Gemäldegalerien Italiens zeigt sie die Werke piemontesischer, toskanischer, lombardischer und venezianischer Künstler, sowie Meisterstücke der flämischen und holländischen Schule.
Im Herzen der Stadt, am Piazza Castello, steht der Palazzo Reale, der repräsentative Sitz der Savoyer. In einem Flügel befindet sich die Armeria Reale, eine Waffensammlung vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, die eine der umfangreichsten Europas ist. Der nahegelegene Palazzo Madama beherbergt heute das bürgerliche Museum der alten Künste.
Turin war immer schon neuen künstlerischen Avantgarden geneigt. So wurde im 19. Jahrhundert die "GAM - Galleria Civica" in der Via Magenta eröffnet, die heute eine herrliche Sammlung von Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausstellt. Die Bilder, Zeichnungen, Skulpturen und Schnitzereien stammen hauptsächlich von italienischen Künstlern, vor allem aus dem Piemont. Doch auch die internationale Avantgarde-Bewegung ist gut vertreten. Die bekanntesten Werke stammen von Künstlern wie Fontanesi, Medardo Rosso, Modigliani, Klee, Balla, De Chirio, Casorati und Warhol.
In der Mole Antonelliana befindet sich das Nationalmuseum der Filmkunst.
Foto: Turismo Torino
Eine weitere große Sammlung aus dieser Epoche beherbergt das Museum für zeitgenössische Kunst im Schloss Rivoli. Der prächtige Barockbau, eine ehemalige königliche Residenz, liegt nur 15 Kilometer vom historischen Stadtzentrum entfernt. Die ständige Aussstellung besteht seit 1984 und wird ständig erweitert, dazu zeigt eine 140 Meter lange Galerie wechselnde Exponate.
Auch das Nationalmuseum der Filmkunst findet sich in einem Wahrzeichen Turins: in der 167,5 Meter hohen Mole Antonelliana. Das Ziegelsteingebäude, das die Stadt überragt, war ursprünglich eine Synagoge. Heute lebt hier auf fünf Stockwerken die Welt des Films. Mit Filmen, Fotos, Plakaten und Erinnerungsstücken aus dem Besitz verschiedener Stars - unter anderem eine Juwelenkette von Marilyn Monroe - wird die Geschichte des Kinos erzählt. Nach der Besichtigung lohnt es sich, den Aufzug zu nehmen um von oben das Panorama der Stadt und der Alpenkulisse zu genießen.
In Turin, der Stadt der Autoindustrie, gibt es natürlich auch ein berühmtes Automobilmuseum: das Museo dell'Automobile C. Biscaretti da Ruffia. Mit einem 150 Fahrzeuge zählenden Wagenpark veranschaulicht es die Geschichte des Autos von seinen ersten Stunden bis 1980.
Auf dem malerischen Monte de Cappucini liegt das Bergmuseum Duca degli Abruzzi' Nationale, das einzige seiner Art in Italien. Es stellt komplette Bergpanoramen im historischen, kulturellen und künstlerischen Zusammenhang dar. Und das ist noch nicht alles: weitere Museen laden mit den unterschiedlichsten Themen - das Grabtuch Christi, Marionetten, Wein, Kunst und Einrichtung, Textil, Naturgeschichte oder Fotographie - zu einem Besuch ein.
Turin - hier macht das Einkaufen Spaß
Turin war schon immer eine bedeutende Stadt für qualitativ hochwertiges Shopping, wegen der vielen exclusiven Läden und Sammlermärkte. In seinen Straßen und auf den Plätzen finden sich zahlreiche Geschäfte. Ob bekannte Markenartikel, Delikatessen, exquisite Einrichtungsgegenstände oder Antiquitäten: An Auswahl mangelt es ganz sicher nicht.
Schattiges Schoppen unter Turiner Arcaden.
Foto: Turismo Torino
Im historischen Zentrum zeigt sich Turin schön und elegant und in den Arkaden mit einer gesamten Länge von 18 Kilometern reihen sich faszinierende Geschäfte aneinander. Die Bogengänge bieten einen idealen Schutz gegen die Sommerhitze. In der wichtigsten Straße in Turin, der Via Roma, findet man die Namen der Großen italienischen Designer. Sie verbindet die Piazza Castello im Herzen der Stadt mit der Piazza Carlo Felice.
Dabei bietet Turin zwischen einem Schaufenster und dem nächsten auch gastronomische Köstlichkeiten in den historischen Cafés und Patisserien.
Von jungen Leuten gern besucht ist die Via Garibaldi, die längste Fußgängerzone der Stadt. Sie verbindet die Piazza Castello mit der Piazza Statuto - das Angebot umfasst Jeans-Shops, Buchhandlungen, Modeschmuck-Läden und dazwischen offene Stände mit günstigen Angeboten aller Art.
Der Stadtteil, welcher von der Via Barbaroux, der Via San Tommaso und der Via Monte di Pietà eingegrenzt wird, hat mit seinen engen Gassen und alten Palästen eine sehr angenehme Atmosphäre. Hier gibt es Kunsthandwerkerläden, Weinhandlungen sowie Pasta-Shops, in denen unter anderem die traditionellen Grissini, von Hand gerollt, und Pasta aus Maismehl angeboten werden - echte italienische Spezialitäten.
Noch wenig bekannt ist die Tatsache, dass Turin reich an Antiquitäten und antiquarischen Buchhandlungen ist. In den zahlreichen Geschäften rund um das Zentrum wird die Vergangenheit wiederbelebt: In der Via Maria Vittoria, der Via Bogino und der berühmten Via della Rocca. Überall befinden sich dort Geschäfte für Antiquitäten, Ölgemälde, seltene Möbel, Läden die auf Objekte des 20. Jahrhunderts spezialisiert sind oder auf alte Kamine mit Zubehör, Schmuck und Tafelsilber oder antiquarische Einrichtungsgegenstände. Eine der buntesten Ecken der Stadt ist der größte Freilicht- Markt Europas auf der Piazza della Repubblica. Hier gibt es eine Vielzahl von farbenfrohen Obst- und Gemüseständen und eine große Auswahl an Bekleidung und Haushaltswaren.
Auf dem Mercatino delle Erbe, der jeden ersten Sonntag im Monat auf der Piazza Palazzo stattfindet, werden die örtlichen Spezialitäten der Gastronomie angeboten: rote und weiße Qualitätsweine, sowie landestypische Käsesorten, Süßigkeiten und Gebäck.
Der Balôn existiert bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts, hinter der Porta Palazzo, und ist die Heimat von Turins Gebrauchtwarenläden mit einem immensen Angebot von Artikeln aller Art, teilweise sehr kurios. Für Liebhaber alter Sachen wird der Gran Balôn jeden zweiten Sonntag im Monat im Bereich der Porta Palazzo veranstaltet: ein großer Sammlermarkt mit Spielzeug, Publikationen, seltenen alten Möbel und Bekleidung - ein Anziehungspunkt der zunehmend bedeutender wird.
Im mittelalterlichen Asti
Auf einer Anhöhe zwischen den Flüssen Tanaro und Borbore liegt Asti, umgeben von Hügelland, Weinbergen und Schlössern.
Das Palio.
Foto: Regione Piemonte
Ihre erste Blütezeit erlebte die Stadt bereits im Mittelalter, zu Zeiten, als Turin noch eine Kleinstadt war. Die Spuren dieser vergangenen Welt sind heute noch im historischen Stadtkern zu sehen. Im Rot der Backsteine und im Gelb des Tuffsteins leuchten Zinnen-Türme, Paläste und Klöster. Die altehrwürdigen Gebäude bilden den idealen Rahmen für das berühmte "Palio", das Pferderennen, das traditionell am dritten Sonntag im September abgehalten wird.
Den ursprünglich ligurischen Ort benannten die Römer nach der Eroberung im 1. Jahrhundert "Hasta". Der Aufstieg Astis zu einer der reichsten und mächtigsten Städte Italiens begann als Herzogtum unter den Longobarden, später wurde es dann zu einer fränkischen Grafschaft. Schon im 11. Jahrhundert war der Bischofssitz Asti die wichtigste Gemeinde Piemonts. Durch das Recht Münzen zu prägen wurde die Stadt zu einem großen Handelszentrum mit Beziehungen nach Frankreich, Flandern und Großbritannien.

Zahlreiche Herrscher regierten die Stadt: nach den Markgrafen von Monferrato die Adelshäuser der Familien Visconti, Orleans, Sforza und der Habsburger. Unter der Vormacht der Savoyer folgte eine kurze aber glanzvolle Epoche, in der Asti im Juli 1797 zur Republik wurde. Während der Belagerung der Franzosen Hauptstadt des Departements des Tanaro, kehrte Asti 1814 schließlich wieder unter die Vorherrschaft der Savoyer zurück.
Obgleich Asti im Laufe zahlreicher Kriege und Belagerungen mehrmals zerstört und in Brand gesteckt wurde, sind viele der einhundertundzwanzig Stadttürme aus dem 13. Jahrhundert sowie zahlreiche mittelalterliche Bauten erhalten geblieben. Ihre besondere Faszination wird durch den auf Tuffstein und Ziegel beruhenden eleganten Stil hervorgerufen, eine charakteristische Eigenart der lokalen Baumeisterkunst. Doch auch Gebäude aus dem Rinascimento und dem Barock belegen die einstmalige Bedeutung der Stadt. 
Die gotische Kathedrale.
Foto: Regione Piemonte
Das prachtvollste gotische Monument Piemonts ist die Kathedrale von Asti. Ihr Glockenturm entstammt romanischer Bauweise und in ihrem Inneren sind Gemälde des Renaissancekünstlers Gandolfino von Rotero ausgestellt. Auch die Kollegiatkirche San Seconda ist ein gotisches Meisterwek, erbaut zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. Das bedeutendste Romanische Bauwerk Astis ist die Rotunde von San Pietro, die aus dem Baptisterium und einer Kirche mit viereckigem Grundriss zusammengesetzt ist. Sie beherbergt das archäologische und paläontologische Museum. Dem bedeutendsten Bürger der Stadt, dem Dichter Vittorio Alfieri wurde ein Museum gewidmet: In seinem Geburtshaus können eine kostbare Büchersammlung, Porträts und Erinnerungsstücke bewundert werden. Im historischen Stadtkern, unter den Säulengängen, reihen sich antike Geschäfte und die Cafes, mit Fresken im Jugendstil bemalt, in denen man Wein, Maronen, Pralinen und andere typische Delikatessen des Monferrato genießen kann.
Die Seenlandschaft Piemonts
Der natürliche Reichtum der Region Piemont sind ihre Seen. Der Lago Maggiore und der Orta- See waren in den letzten Jahrhunderten schon immer das Ziel einer touristischen Elite. Weiter westlich liegen die Seen von Viverone, Candia und Aviglia, die nicht so bekannt sind, aber deren Schönheit noch zu entdecken ist.
Die Seepromenade am Lago Maggiore.
Foto: Regione Piemonte
Die beste Zeit, die Vorzüge des Lago Maggiore zu entdecken ist das Frühjahr. Bereits die alten Römer wählten seine Ufer für ihre Blumenanbauten. Die historischen Villen mit ihren blühenden Gärten und die berühmten Naturparks, reich an botanischen Arten, gehören zu den reizvollsten Sehenswürdigkeiten dieser Landschaft.
Der Dichter Guido Gozzano liebte den Ortasee wegen seiner ruhigen und leicht traurigen Atmosphäre. Er liegt westlich vom Lago Maggiore und erscheint wie dessen ruhigeres "Spiegelbild". Dennoch fehlt es ihm nicht an Sehenswürdigkeiten. Die Stadt Orta wurde in der späten Römer- oder Byzantinerzeit gegründet und besitzt noch einen fast intakten historischen Kern. Die kleinen Kopfsteinpflasterstraßen sind nur zu Fuß begehbar. Die Hauptstraße endet auf dem zum See offenen Platz. In dessen Mitte erhebt sich der aus dem 16. Jahrhundert stammende Palazzo Comunale mit einem Laubengang. Die Straße füht aufwärts zur Kirche aus dem 18. Jahrhundert und dem Sacro Monte, der die Hügel überragt.
Gegenüber dem Platz liegt die malerische Insel S. Giulio, ehemalige Festung der Longobarden.
Der nördlichste Punkt des Sees ist Omega. Ursprünglich eine römische Siedlung und heute ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum, das aber seinen Charme beibehalten hat. Interessant sind die antiken Fresken der romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
Arona, an der westlichen Uferseite des Lago Maggiore.
Foto: Regione Piemonte
Arona, der Hauptort an der westlichen Uferseite, ist reich an historischen Elementen, die den Einfluss der Familie Borromeo wiederspiegeln. Etwas mondäner wirken die Ufer in Richtung Stresa. Gegenüber dieser Stadt liegt die Inselgruppe der Borromee, von denen die bekannteste die Isola Bella ist. Der Park im italienischen Stil fällt über zehn Terrassen ab und umgibt das Schloss der Borromeo. Die größere Isola Madre empfängt den Besucher dagegen mit einem prächtigen botanischen Garten. Nicht weit von Stresa liegt Baveno, ein anderes Tourismuszentrum.
Wenn man den kleinen, aber beeindruckenden Golf von Feriolo überquert hat, ist der Besuch einer der berühmtesten Villen ein Muss: die Villa Taranto. Der eindrucksvolle Bau erstreckt sich über die ganze Nordwestweite des Vorgebirges von Castagnola di Pallanza Verbania. Verbania ist aus der Verbindung zwischen Intra und Pallanza entstanden und ist das wichtigste Zentrum des Lago Maggiore. Erwähnenswert sind der Palazzo Dugnani aus dem 16. Jahrhundert, die romanische Kirche in San Remigio und die charakterischen Landungsstege im Jugendstil.
Feldherren hinterließen in Alessandria ihre Spuren
Die Region Piemont mit ihren zahlreichen Tälern ist besonders reich an Schlössern, Festungen und Orten, in die man sich bei Invasionen oder feindlichen Einfällen zurückzog. Bis zum 19. Jahrhundert war Alessandria eine typische Militärstadt. Noch heute zeugt die fast 300 Jahre alte Zitadelle von Kämpfen und Eroberungen. Von Friedrich Barbarossa bis zu Napoleon Bonaparte haben Feldherren ihre Spuren hinterlassen.
Die berühmten Hüte des Hutmachergeschäfts Borsalino.
Foto: Regione Piemonte
Aufgrund seiner Lage zwischen Mailand und Genua wurde Alessandria zu einem Handelsknotenpunkt. Die Einwohner der Stadt mussten vor allen Dingen an ihre Verteidigung denken und bauten Wohnsitze, die Festungen glichen. Der Frieden kam Ende des 18. Jahrhunderts. Und
mit dem Frieden und dem Wohlstand die Lust an Gebäuden und Kirchen im ausgefeiltesten barocken Stil. Herrliche Beispiele jener Epoche sind die Kirche der Heiligen Alessandro und Carlo und der Palast Ghilini, das Symbol der Stadt. Zusammen mit dem Hutmachergeschäft Borsalino hat der Palast die Stadt Alessandria in der ganzen Welt bekannt werden lassen.
Das Schloss in Gabiano in der Provinz von Alessandria ist eines der ältesten Schlösser der Region. Zu Beginn dieses Jahrhunderts haben allerdings einige Renovierungsarbeiten den architektonischen Wert teilweise vermindert. Eindrucksvoll ist jedoch seine Lage in beherrschender Stellung über dem Fluß Po.
Auf einem Felsen erhebt sich die Festung in Gavi Ligure, die im 13. Jahrhundert gegründet und vier Jahrhunderte später mehrere Male von der Republik Genua umgebaut wurde. Sie ist eine der wenigen Festungen in diesem Gebiet, deren Geschichte und Architektur von besonderer Bedeutung ist.
Heute erscheint das Schloss in Pozzolo Formigaro wie ein typisch lombardisches Schloss. Seine geografische Lage an der Grenze der Lombardei war für die Visconti und Sforza, die im Wechsel das Herzogtum Mailand regierten, von besonderem Interesse. Aber der ursprüngliche Bau ist sehr viel älter: möglicherweise stammt er sogar aus dem Jahr 1000, allerdings sind aus dieser Zeit nur noch wenige Reste erhalten.
Das Schloss in Tagliolo ist eine sehr großzügige Anlage, die durch Erweiterungsbauten zur Zeit des Barocks entstand. Trotzdem ist es eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Schlösser in ganz Piemont. Schon vor seiner Errichtung stand hier ein von den Byzantinern errichteten Wachturm, von dem aus die Bewegungen der Langobarden verfolgt wurden.
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