Spannende Reiseziele - Teil 1
Reizvolle Städte, imposante historische Stätten, atemberaubende Naturszenarien – wer im Urlaub Abwechslung sucht, ist in der Türkei genau richtig – sie bietet viel Entspannung, Kulturgeschichte und Urlaubsvarianten.
Die Bibluiothek in Ephesos. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Marmaris – Perle der Ägäis
Marmaris ist eine Küstenstadt im Südwesten. Schon in der Antike war sie eine wichtige Station auf der Handelsroute von Rhodos nach Ägypten. Segler kennen die Marinas der Stadt, Hunderte von Skippern überwintern hier. Einige Schiffsbauer stellen die Yachten (Gulets) noch in traditioneller Holzbauweise und in Handarbeit her. Die Ägäis zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite – tiefblaues Meer vor beeindruckender Naturkulisse. Marmaris ist daher ein idealer Startpunkt für einen Segeltörn, z. B. die bekannte „Blaue Reise“. Auch Gaumenfreuden kommen hier nicht zu kurz: Eine Delikatesse aus Marmaris ist der çam balı, der Tannenhonig.
Metropole der Antike – Ephesos
Ephesos, das türkische Efes, war eine der bedeutendsten griechischen Städte Kleinasiens im Altertum. Es lag direkt an der Küste, die sich seitdem um mehrere Kilometer verschoben hat.
Die meisten erhaltenen Gebäude stammen jedoch aus der römischen Kaiserzeit. Mit einer Viertelmillion Einwohnern war Ephesos damals Weltmetropole. Die mit Marmor gepflasterte Kuretenstraße vermittelt einen Eindruck des damaligen Glanzes. Beeindruckend ist neben dem Hadriantempel die große Celsus-Biblitothek, die einst 12.000 Bände enthielt. Die monumentale Größe des Bauwerks lässt auf die ursprüngliche Pracht der ganzen Stadt schließen. Das gut erhaltene Amphitheater fasste 25.000 Menschen.
Blick über Bodrum. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Im Neuen Testament ist der Epheserbrief enthalten, den der Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Ephesos schrieb. Der Legende nach ließ sich Maria nach der Himmelfahrt Jesu in Ephesos nieder. Sie soll dort Heilkunde und religiöse Botschaften unterrichtet haben.
Bodrum – das „türkische Nizza“
In Bodrum, dem antiken Halikarnassos, stand das Mausoleum, das Grabmal des karischen Königs Mausolos. Es galt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Wahrscheinlich wurde es durch ein Erdbeben zerstört. Mit den Steinen bauten die Johanniter ihr Kastell, das heute als Wahrzeichen der Stadt gilt. Die Festung ist fast vollkommen erhalten, ihre Wehre und Türme sind teils fränkischer, teils türkischer Herkunft. Heute befindet sich dort das sehenswerte Unterwasser-Archäologie-Museum.
Einer der bekanntesten Söhne des antiken Halikarnassos ist Herodot. Der Historiker wurde 485 v. Chr. dort geboren und gilt als „Vater der Geschichtsschreibung“. Nach der Zerstörung durch Alexander den Großen erlangte Halikarnassos nie mehr seine frühere Bedeutung. Heutzutage ist Bodrum eine Touristenmetropole – in der malerischen Altstadt reihen sich Butiken und Souvenirläden aneinander. Die Stadt ist berühmt für das kristallklare Meerwasser, die Strände sowie seine idealen Bedingungen für Surfen, Tauchen und alle Arten des Wassersports. Wer hier Urlaub macht, schläft besser am Tag – das Nachtleben in Bodrum ist ein Ereignis. Die größte Diskothek des Landes befindet sich am Ende des Oststrandes: Im „Halikarnas“ tanzt man zwischen antiken Säulen zu einer Lasershow bis in die Morgenstunden.
Spannende Reiseziele - Teil 2
Sinterterasse in Pamukkale. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Aspendos – ein großartiges Theater
Aspendos bei Antalya ist eine antike Stadt, die ihre Blütezeit unter römischer Herrschaft hatte. Aus dieser Zeit stammt auch das besterhaltene Amphitheater der Antike. Es handelt sich um einen klassisch römischen Bau, dessen Bühnenhaus, wie nirgendwo sonst, noch in vollständiger Höhe vorhanden ist. Der zentrale Giebel in der Wandmitte zeigt ein Relief des Dionysos. Noch heute finden im Theater von Aspendos Konzerte und Opernfestspiele statt. Kein Wunder, die Akustik ist hervorragend.
Von Kalk geformte Terrassen – Pamukkale
Pamukkale, ein Dorf im Nordwesten der Türkei, wartet mit einer spektakulären Attraktion auf, die sogar ins Welterbe der UNESCO aufgenommen wurde. Über Jahrtausende entstanden hier die beeindruckenden Kalksteinterrassen durch kalkhaltige Thermalquellen. In riesigen Stufen fließt das Wasser von einer Terrasse zur nächsten – ein absolut magischer Anblick. Der Name „Pamukkale“ heißt übersetzt „Baumwollschloss“ – eine adäquate Umschreibung dieses Naturwunders. Die Pools der Hotels sind vor allem nachts ein Erlebnis – das Bad im warmen Quellwasser unter dem Sternenhimmel ist einfach einmalig.
Bei Pamukkale liegt auch der antike Ort Hierapolis – ebenfalls ein UNESCO-Welterbe und eine der besterhaltenen Städte aus römischer Kaiserzeit. Die große Therme lässt ahnen, dass schon die Römer viel von Wellness hielten. Sehenswert ist auch die ausgezeichnet erhaltene Nekropole.
Häupter auf dem Berg Nemrut. Foto: Kultur- und Tourismusministerium Ankara
Kappadokien – Zuflucht im Gestein
Kappadokien ist ein Landstrich in Zentralanatolien, der sich vor allem durch die atemberaubend schönen Landschaftsformationen auszeichnet. Seit 1985 sind die Gebilde aus Tuffstein, auch Feenhügel genannt, von der UNESCO als Welterbe geschützt. Jedes Jahr setzen Regenfälle die Erosion der Tufflandschaft in Gang und waschen ca. einen Zentimeter Gestein davon. Alte Formationen verschwinden, neue kommen hinzu.
Kappadokien wurde durch den Apostel Paulus 53 n. Chr. missioniert und entwickelte sich im 3. Jh. zum Zentrum christlicher Theologie. Caesarea, heute Kayseri, die Hauptstadt Kappadokiens, war damals ein wichtiger Bischofssitz. Ab 574 n. Chr. fielen feindliche Gruppen aus Persien ein und eroberten Caesarea im Jahre 605. Die Gläubigen flüchteten in die unzugänglichen Tuffgebiete. Zum Schutz vor Angriffen schlugen sie ihre Wohnungen, Klöster, Kirchen und Gräber in die Felsen, sodass sie von außen unsichtbar blieben. Es entstanden ganze unterirdischen Städte, die heute noch zu sehen sind. Von den 1.000 Felsenkirchen des Landstriches sind 150 prachtvoll bemalt und dekoriert – beeindruckende Zeugnisse des frühen christlichen Glaubens.
Die verlorenen Köpfe – der Berg Nemrut
Der 2.150 Meter hohe Berg Nemrut im Südosten der Türkei gehört zum Taurusgebirge. Auf seinem Gipfel erhebt sich die monumentale Grabstätte der Könige von Kommagene. Errichtet wurde sie von König Antiochos I. Theos (69 - 36 v. Chr.), seit 1987 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.
Das Heiligtum ist im Norden, Westen und Osten von Terrassen umgeben. Die nördliche Terrasse diente Pilgern als Sammlungsort. Auf der westlichen und der östlichen Terrasse sind gewaltige Götterstatuen zu sehen, die auch König Antiochos darstellen, welcher sich selbst zum Gott einer eigenen Religion ernannte. Heute stehen die früher 8-10 Meter hohen Statuen kopflos – ihre Häupter liegen am Boden. Das „Löwenhoroskop“ ist ein großes Relief und das älteste bekannte Horoskop der Welt. Es zeigt die Sternenkonstellation am Tag der Krönung von Mithradates, am 14. Juli 109 v. Chr. um 19:35 Uhr. Die eigentliche Grabstätte ist bis heute nicht geöffnet - daher sind einige Rätsel des Kultes bisher ungelöst.
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