Schwerin - sieben Seen und ein Märchenschloss

Schon von weitem sind sie nicht zu übersehen: die goldglänzenden Türme des Schweriner Schlosses. Wie im Märchen liegt es idyllisch auf einer Insel im Schweriner See. Die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns im Norden Deutschlands ist eine Stadt der Seen und Wälder. Hier präsentiert sich dem Besucher ein unverwechselbares Stadterlebnis mit all seinen historischen und kulturellen Schätzen eingebettet in eine reizvolle Landschaft. Schwerin ist ein Urlaubsziel, das sowohl Kunst- und Kulturinteressierte als auch Erholungssuchende und Aktivurlauber begeistern kann.

Das Schweriner Schloss

Deutschland Schwerin Bild 1Die große Attraktion der Landeshauptstadt ist das Schweriner Schloss. Malerisch liegt das Wahrzeichen der Stadt am Ufer des Schweriner Sees, des drittgrößten Sees Deutschlands. Nach langjähriger Sanierung sind Orangerie und Burggarten rund um das Schloss wieder geöffnet - ein Gartenkunstwerk, das seines gleichen sucht. Im Innern des Gebäudes locken Prunkzimmer mit so vielversprechenden Namen wie Silvestergalerie, Rote Audienz oder Blumenzimmer zu einer Besichtigung. Fürstlich kann der Rundgang im Schlosscafé oder im Café der Orangerie dann ausklingen. Weitaus nüchterner geht es in einem anderen Teil des Schlosses zu: Denn seit 1990 residiert hier auch der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.

"Papendiek und Petermännchen"

Einen ersten Eindruck von Schwerin gewinnt der Besucher bei einem Spaziergang rund um den Pfaffenteich, einem kleinen innerstädtischen Gewässer. Vom Nordufer des zentral gelegenen "Papendieks" aus, wie der Mecklenburger sagt, bietet sich dem Touristen ein reizvoller Panoramablick über die alte Bischhofs- und Residenzstadt.

Alles überragend dominiert der mächtige Dom die Stadtsilhouette. Von seinem Turm aus kann man, wenn die vielen Stufen erklommen sind, Schwerin auch aus der Vogelperspektive erleben. Wer seine Kräfte dafür aufsparen möchte, kürzt den Rundgang um den Paffenteich einfach ab und setzt mit dem kleinen Fährschiff "Petermännchen" über. "Petermännchen", der sagenumwobene Schlossgeist Schwerins, ist in der Stadt als Namensvetter überall präsent.

Schelfstadt und Marktplatz - Flaniermeilen zum Bummeln und Verweilen

Die wechselvolle Geschichte Schwerins, im Jahre 1160 von Sachsenherzog Heinrich dem Löwen gegründet, ist an zahlreichen Orten gegenwärtig. Für jeden Besucher präsentiert sich besonders eindrucksvoll der älteste Teil Schwerins, die Schelfstadt, mit ihren historischen Fachwerkhäusern. Dieses Viertel Schwerins reicht bis zu den Ursprüngen der Stadt zurück. Hier befindet sich auch die bereits im Jahre 1713 fertiggestellte Schelfkirche, der bedeutendste Barockbau des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Auf dem Marktplatz im Herzen der Stadt wurde anlässlich der 1000 Jahrfeier Mecklenburg-Vorpommerns 1995 ein Denkmal für den Stadtgründer Heinrich der Löwe errichtet. Als Symbol für ihn thront auf einem Sockel der majestätische Löwe. Die Seitenbilder der Säule erzählen Episoden aus dem Leben des berühmten Sachsen. Ein kleiner Durchgang vom Marktplatz aus direkt am Rathaus führt dann auf den Schlachtermarkt. Der Blick in diesen idyllischen Hof lohnt unbedingt. Im Schatten stattlicher Linden ist hier fast täglich ein bunter Wochenmarkt.

Ein Einkaufspalast im Zentrum der Stadt, überdachte Passagen und individuelle Geschäfte in verwinkelten Gassen der Altstadt machen einen Einkaufsbummel in Schwerin zum Erlebnis. Zahlreiche Straßencafés, stilvolle und urige Restaurants in einem historischen Ambiente laden zum Verweilen ein.

Alter Garten mit Theater und Museum

Deutschland Schwerin Bild 2Der Alte Garten, ein großer Platz direkt vor dem Schloss, beherbergt unübersehbar die imposanten Gebäude des Mecklenburgischen Staatstheaters und des Staatlichen Museums. Die Schauspielkunst hat in der Landeshauptstadt eine lange Tradition. Schon 1753 wurde hier die erste Schauspiel-Akademie Deutschlands gegründet. Heute begeistert das Theater seine Gäste aus nah und fern mit einem vielseitigen Programm von Schauspiel über Oper und Konzert bis hin zur Ballettaufführung. Die Schlossfestspiele im Sommer Open-Air auf dem großen Platz sind zu einem echten Publikumsmagneten geworden. In der Nachbarschaft befindet sich der Musentempel der Bildenden Künste. Das Staatliche Museum glänzt unter anderem mit einer herausragenden Sammlung holländischer und flämischer Malerei aus dem 17. Jahrhundert. Werke so berühmter Künstler wie Peter Paul Rubens, Rembrandt und Frans Hals sind hier zu sehen.

 

Natur und Freizeitspaß

Wasser und Wälder: Diese Seite Schwerins ist in der ganzen Stadt präsent. Immerhin liegt die Landeshauptstadt an einem der größten Seen Deutschlands. Ausflugsschiffe legen direkt am Alten Garten ab. Ein gemütlicher Bootstörn zeigt den Besuchern Schwerin von der Wasserseite. Das sollte sich niemand entgehen lassen. Wie weitläufig sich der Schweriner See erstreckt, kann man auf diese Weise bestens erkunden. Unberührte Natur bietet auch die Insel Kaninchenwerder, die ebenfalls von Ausflugsschiffen angefahren wird.

Wer einen Fußmarsch vorzieht oder lieber radeln will, sollte am märchenhaften Schlossgarten starten. Durch den gut erhaltenen Barockgarten vorbei an den zahlreichen historischen Statuen stößt man auf den Franzosenweg, der am Schweriner See entlang bis zum Zippendorfer Strand führt. Hier erwartet den Besucher ein schöner Sandstrand inklusive Promenade, Restaurants und gemütliche Cafés.

Das Schweriner Schloss: Wahrzeichen der alten Residenzstadt

Die ehemalige Residenz Schwerin nennt sich die Stadt der Seen und Wälder. Geprägt ist die älteste Stadt Mecklenburgs jedoch gleichzeitig von einzigartigen Kulturdenkmälern. Das malerisch auf einer Insel im Schweriner See gelegene Schloss gilt hierbei als eines der bekanntesten Bauwerke Mecklenburgs und als das Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Die Vielfalt des in Jahrhunderten gewachsenen Bauwerks bildet eine faszinierende Einheit von Architektur und Natur.

Deutschland Schweriner Schloss Bild 1Die Chronik des Schlosses ist eng mit der mecklenburgischen Geschichte verknüpft. Das ehrwürdige Alter ist ihm heute kaum anzusehen. Die Entstehung des Schweriner Schlosses reicht in Zeiten zurück, von denen heute kein Baustein mehr spricht. Bereits im 10. Jahrhundert beschrieb der arabische Weltreisende Ibrahim ibn Jacub eine Hauptburg der Obotritenfürsten, die sich auf der heutigen Schweriner Schlossinsel lokalisieren lässt. Aus dem Jahre 1018 ist eine Aufzeichnung der damaligen Burg überliefert. Im Gründungsjahr Schwerins 1160 wird die obotritische Burg Zuarin von ihren slawischen Verteidigern völlig zerstört und verlassen. Die deutschen Eroberer unter Heinrich dem Löwen bauten die Burg wieder auf.

Im 14. Jahrhundert verlegen die Herzöge von Mecklenburg ihre Residenz von Wismar auf die Schweriner Burginsel. Seitdem erfolgten phasenweise viele An- und Umbauten, wie z. B. die bekannte Schlosskapelle (1560-63).

Angeregt durch Schlösser in England und Frankreich ließ Friedrich Franz II., zurückgekehrt von Ludwigslust nach Schwerin, das Schloss völlig umgestalten. Als Vorbild diente Hofbaumeister Georg Adolph Demmler, ein Schüler Schinkels, vor allem das Renaissanceschloss Chambord an der Loire. In Zusammenarbeit mit dem Dresdner Architekten Gottfried Semper leitete Demmler von 1843 bis 1851 den Umbau. Baumeister Stüler vollendete ihn später 1857 mit einer feierlichen Einweihung. 1913 vernichtete ein Großbrand etwa ein Drittel des Schlosses - vor allem am Burgseeflügel - wozu auch der damals schönste Raum, der "Goldene Saal", zählte.

Am 14. November 1918 dankte Großherzog zu Mecklenburg Friedrich Franz IV. ab. Das Schloss kam in Staatsbesitz. Seitdem hatten die historischen Räume unterschiedlichste Funktionen. Ab 1921 eröffnete im ehemaligen Residenzschloss das Landesmuseum. Ermöglicht wurde dies durch 2.240 Leihgaben des Großherzogs. Genutzt wurde das Schloss später u. a. auch als Lager, Lazarett und als Pädagogische Hochschule. Nach 1945 wurden wertvolle Bestände entwendet. Heute befindet sich im Schloss das historische Museum sowie Räumlichkeiten für eine anspruchsvolle Gastronomie. Seit 1990 hat der Landtag des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern seinen Sitz in dem weitläufigen Bauwerk. Deutschland Schweriner Schloss Bild 2

Ein Gartenportal bildet den Eingang zum Schlossmuseum. Von hier aus gelangt der Besucher in die früheren großherzoglichen Kinderzimmer, wo heute die außerordentlich reizvolle Porzellansammlung des Hauses ausgestellt ist. Eine rote Marmortreppe führt den Besucher vorbei an einem gemütlichen Schlosscafé in die Beletage, die einstigen Gesellschaftsräume. Hier können unter anderem die restaurierten Räume des Schlossmuseums wie z. B. die Silvestergalerie, die Rote Audienz, das Teezimmer, das Blumenzimmer, der Thronsaal oder die interessante Ahnengalerie besichtigt werden. Anfang Juli 2001 eröffnete auch die komplett restaurierte Orangerie wieder. In der herrlichen Gartenanlage auf der Seeseite des Schlosses lohnt sich ein Spaziergang.

Im Falle, dass die Besucher von nah und fern ihm nicht leibhaftig begegnen, kann beim Rundgang durch das Schlossmuseum im Säulenzimmer zumindest seine Darstellung inspiziert werden: die Rede ist vom sagenumwobenen Schlossgeist "Petermännchen". In der Literatur ist erstmals 1756 erwähnt. Seitdem sind vielfältige Sagen und Erzählungen über seine Streiche überliefert.